Mau rākau
mau rākauMāori-Kampfkunst mit traditionellen Waffen wie taiaha und patu, die laut der Enzyklopädie Te Ara seit den achtziger Jahren eine Renaissance erlebt.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
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Über Mau rākau
Mau rākau ist eine Kampfkunst der Māori mit traditionellen Waffen, die Rangi Matamua in der Enzyklopädie Te Ara (2013) vom Training der Kinder über die para-whakawai-Schulen bis zur neuzeitlichen Wiederbelebung beschreibt. Einen Begründer oder ein Entstehungsjahr haben wir in den Quellen nicht gefunden. Die Waffen waren laut Matamua aus Holz, Stein und Knochen. Die bekanntesten zweihändigen Waffen taiaha, tewhatewha und pouwhenua maßen meist ein bis zwei Meter, und kurze einhändige Waffen hießen zusammenfassend patu. Den freien Arm wickelte sich der Kämpfer mit dem patu in eine dicke geflochtene Matte, die als Schild diente.
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Kinder wurden laut Matamua unerwartet nachts geweckt und mit einem Stock geschlagen, damit sie stets wachsam blieben und lernten, Schlägen auszuweichen. In der para whakawai lernten die Rekruten Schlachtformationen, Waffen, Angriffs- und Abwehrbewegungen sowie die Rituale und Verhaltensregeln des Māori-Krieges und kämpften in Übungsschlachten mit Schilfrohr statt echter Waffen. Die taiaha und ähnliche Waffen wurden laut Matamua mit dem Aufkommen der Musketen rasch überholt. Die Musketenkriege fanden laut NZHistory zwischen 1818 und dem Beginn der dreißiger Jahre statt. Seit den achtziger Jahren erlebt das mau rākau laut Te Ara eine Renaissance, getragen unter anderem von Mita Mohi mit einem Programm auf der Insel Mokoia und von Pita Sharples mit der Schule Te Whare Tū Taua o Aotearoa in Auckland.
Geschichte
Taiaha und ähnliche Waffen veralteten laut Rangi Matamua (Te Ara 2013) mit dem Aufkommen der Musketen rasch. Laut NZHistory waren die ersten Musketen jedoch unzuverlässig und langsam zu laden, sodass Krieger mit taiaha und patu anfangs wirksamer waren. Als die Ngāpuhi um 1807 erstmals Musketen einsetzten, unterlagen sie den Ngāti Whātua. Die sogenannten Musketenkriege fanden laut NZHistory zwischen 1818 und dem Beginn der dreißiger Jahre statt, und Tausende Māori kamen darin ums Leben. Laut Matamua behielten manche Stammesgebiete eigene Traditionen, die nur unter wenigen Auserwählten weitergegeben wurden. Seit den achtziger Jahren findet laut Te Ara eine Renaissance des mau rākau statt, und Matamua nennt als lebende Kenner, die die Tradition bewahrt haben, Irirangi Tiakiawa, Pita Sharples, John Rangihau, Matiu Mareikura und Mita Mohi.
Technik
Laut Rangi Matamua (Te Ara 2013) wurde Wert auf geschickte Fußarbeit gelegt, die rakanga waewae genannt wird. Lange zweihändige Stäbe aus hartem Holz von maire, rātā oder kānuka waren meist ein bis zwei Meter lang. Die taiaha war reich beschnitzt, mit roten kākā-Federn und waero-Hundehaar geschmückt, und gewöhnliche Mitglieder eines Kriegszugs benutzten sie nicht. Die tewhatewha hatte die Form einer Axt, und aus einer Öffnung in der Klinge hing ein Federbüschel, um den Feind abzulenken. Die Krieger täuschten einen Stoß mit der Spitze vor und drehten dann die Waffe um, und Kämpfe mit dem Speer tao endeten meist mit einer Verletzung, nicht mit dem Tod. Mit der mere pounamu versuchte der Krieger laut einer älteren Quelle, die Te Ara zitiert, den Gegner an den Haaren zu packen und ihm das scharfe Ende der Waffe in die Schläfe zu stoßen. Die kotiate ist laut Te Papa eine Variante einer kurzen Schlagwaffe, deren Name sich wahrscheinlich von einer Form ableitet, die an den Lappen einer menschlichen Leber erinnert. Laut dem National Museum of Australia bestanden kotiate meist aus Walknochen, oft auch aus Holz. Zu den weiteren Waffen gehörten laut Matamua die Dechsel toki und die Wurfpfeile kōpere, und der Krieger wählte die Waffe nach persönlicher Vorliebe und Statur.
Training
Kinder wurden laut Rangi Matamua (Te Ara 2013) auf den Krieg vorbereitet, indem man sie nachts unerwartet weckte, damit sie stets wachsam blieben, und mit unerwarteten Stockschlägen, damit sie lernten, Hieben auszuweichen. Die Ausbildung bestand aus Spielen, nämlich Laufen, Springen, Tauchen, Steinwerfen, Klettern, Boxen und Ringen. Para whakawai war eine Schule der traditionellen Waffen, in der die Rekruten Schlachtordnungen, Waffen sowie Angriffs- und Abwehrbewegungen lernten, außerdem die Rituale und Verhaltensregeln der Māori-Kriegsführung. In Übungsschlachten benutzten sie Schilf statt echter Waffen. Laut Te Ara lernten junge Männer die Zauberformeln hoa rākau und mata rākau, die die Krieger schnellfüßig machen sollten, und über den Waffen wurden karakia gesprochen, damit sie tapu wurden.
Heute
Das Programm para whakawai auf der Insel Mokoia entstand laut Te Ara (Matamua 2013) Mitte der achtziger Jahre unter Mita Mohi. Pita Sharples gründete im selben Jahrzehnt auf dem marae Hoani Waititi in Auckland das para whakawai Te Whare Tū Taua o Aotearoa. Laut Matamua sind nur wenige para whakawai in Betrieb, meist im Stammesrahmen. Taiaha und patu verwenden heute Gruppen der kapa haka, und der Umgang mit der Waffe gehört zu ihrem Training. Bei der wero-Zeremonie führt der Krieger eine Waffe vor und legt ein taki nieder, ein Friedenssymbol, das der Gast aufhebt. Te Atarau Cassidy schreibt im Otago Daily Times (2023), er trainiere bei Te Whare Tū Taua o Aotearoa, deren Stil seiner Aussage nach von Ngāti Kahungunu stammt.
Wissenswertes
Im Jahr 1885 schenkte der Häuptling der Ngāti Maniapoto, Wahanui, Premierminister John Ballance eine taiaha als Waffe des Friedens (Te Ara 2013). Ende des 19. Jahrhunderts trat laut Te Ara im Restaurant des Parlamentsgebäudes ein taiaha-Meister gegen einen Offizier der berittenen Artillerie an, der Fechter war, und der Kampf dauerte genau 30 Sekunden. Oberst Arapeta Awatere verwendete die taiaha der Vorfahren, Tūwhakairiora, bei der wero-Zeremonie für Königin Elisabeth II. in Waitangi im Jahr 1963. Pou Temara galt laut Te Ara 2012 als der einzige lebende Kenner, der beim rednerischen whaikōrero verschiedene Waffen einsetzt. Die Herstellung einer langen Waffe dauerte laut Matamua Monate, die eines steinernen patu über ein Jahr. Laut Te Atarau Cassidy ist das pouwhenua in manchen Stammesüberlieferungen das erste geschaffene rākau whawhai.
Häufige Fragen
Woraus wurden die Waffen für mau rākau hergestellt?
Laut Rangi Matamua (Te Ara 2013) bestanden sie aus Holz, Stein und Knochen. Lange Stäbe fertigte man aus dem harten Holz von maire, rātā oder kānuka, und kotiate bestanden laut National Museum of Australia meist aus Walknochen.
Was war die para whakawai?
Laut Te Ara war es eine Schule für traditionelle Waffen, in der die Rekruten Schlachtformationen, Waffen sowie Angriffs- und Abwehrbewegungen lernten. In Übungsschlachten benutzten sie statt echter Waffen Schilfrohr.
Wann begann die Wiederbelebung des mau rākau?
Laut Te Ara läuft seit den achtziger Jahren eine Renaissance. In der Mitte des Jahrzehnts entstand ein Programm auf der Insel Mokoia unter der Leitung von Mita Mohi, und Pita Sharples gründete Te Whare Tū Taua o Aotearoa.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.