ImpakuImpaku

Paika akhada

Kampftradition der Paikas aus Odisha, einer bäuerlichen Miliz, geübt in Dorf-Akhadas. Heute vorgeführt mit Holzschwertern, Stöcken und Schilden unter Trommelbegleitung.

Wichtige Daten

HerkunftslandIndien
RegionAsien
HauptfokusWaffen

Charakter & Herkunft

LinieMilitärisch
EntstehungszeitMittelalter

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeAm Rande
TritteNicht verwendet
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Über Paika akhada

Paika akhada ist eine Kampftradition des indischen Bundesstaats Odisha. Laut Odisha Review, einer Zeitschrift der Regierung von Odisha, ist eine akhada ein Ort vor allem auf dem Land in Odisha, an dem militärisches Training weitergegeben wird und vor allem die Paikas, die bäuerliche Miliz, übten. Die Paikas stammten laut derselben Quelle meist aus der Kaste Khandayat, deren Namen die Zeitschrift als Schwertführung deutet. Ihre Stärke und ihren Mut bewiesen sie vor allem unter den Gajapatis. Einen Gründer oder ein Entstehungsjahr konnten wir nicht belegen.

Weiterlesen

Im März 1817 schlossen sich die Paikas laut einem Jahrbuch der Regierung von Odisha knapp vierhundert Khond an, die von Ghumusar nach Khurda zogen, und unter Bakshi Jagabandhu brach der Aufstand Paika Bidroha gegen die britische Herrschaft aus. Die Paikas wurden besiegt, und ein Teil der Aufständischen kämpfte laut dem Jahrbuch bis 1826 im Dschungel. Die Feiern zum zweihundertsten Jahrestag des Aufstands eröffnete laut dem Regierungspressedienst PIB 2017 der Präsident Indiens, und 2018 gab der Premierminister eine Gedenkbriefmarke und -münze heraus. Heute dienen paika akhadas laut der Tageszeitung OrissaPOST traditionellen Übungen und einem Tanz, bei dem die Teilnehmer Stöcke und Waffen tragen und sich im Rhythmus der Trommeln bewegen. Vorgeführt wird er unter anderem am Fest Dussehra und beim Fest Kalinga Mahotsav. In Khurda entstand nach einem Camp im Dezember 2012 eine akhada für Frauen und Mädchen.

Geschichte

Die Zeitschrift der Regierung von Odisha, Odisha Review, beschrieb die Akhada 2014 als Ort vor allem im ländlichen Odisha, an dem militärische Ausbildung weitergegeben wird, und ihre Teilnehmer waren ihr zufolge vor allem die Paikas, also die bäuerliche Miliz. Die Paikas stammten meist aus der Kaste der Khandayat, deren Namen die Zeitschrift als khanda, Schwert, und ayata, Beherrschung, deutet. Stärke und Mut bewiesen sie vor allem unter der Gajapati-Herrschaft. Der Autor des Artikels gibt an, die Paika Akhada sei sehr alt und mit der Kultur der Steinzeit verbunden, belegt dies aber nicht. Die Zeitschrift nennt auch Militärtitel der Paikas, zum Beispiel Maharathi, Rout, Bahubalendra und Gajendra Pahad Singh. Laut der Zeitung OrissaPOST bildeten die Paikas das militärische Rückgrat des Königreichs Khurda unter der Bhoi-Dynastie.

Weiterlesen

Im März 1817 zogen laut dem Jahrbuch der Regierung von Odisha, Orissa Reference Annual, fast vierhundert Khonds aus Ghumusar in Ganjam nach Khurda, wo sich ihnen die Paikas anschlossen. Das stehende Heer der Paikas führte laut dem Jahrbuch Bakshi Jagabandhu, und der Aufstand heißt Paika Bidroha. Die Paikas wurden besiegt, König Mukunda Dev II. wurde gefangen genommen, und ein Teil der Aufständischen kämpfte laut dem Jahrbuch bis 1826 in den Dschungeln. Der Präsident Indiens bezeichnete den Aufstand laut dem staatlichen Pressedienst PIB 2017 bei der Eröffnung der Zweihundertjahrfeiern als den ersten organisierten bewaffneten Aufstand in Indien gegen die britische Herrschaft.

Was es unterscheidet

Die Zeitschrift Odisha Review grenzt den Tanz ghumura von der paika akhada ab, der ihr zufolge seinen Ursprung in den Übungskämpfen der Paikas hat, bei dem aber Musik und heldenhafter Rhythmus über Gesang und Tanz überwiegen. Green hat in seinem Buch Martial Arts of the World kein Stichwort paika akhada und erwähnt aus Odisha nur den Tanz Seraikella chhau, der ihm zufolge aus Kampfübungen entstand, bevor er zu einem Maskentanz und Drama wurde.

Technik

Der Paika-Guru Kabiraj Pradhan aus Khurda beschreibt laut der Zeitung OrissaPOST das Training mit Schwertern, mit der Waffe urmi, die er als wellenförmige, schwertähnliche Eisenwaffe beschreibt, mit langen Kampfstöcken laudi, mit Messern und mit Schilden dhal, traditionell aus Nashornleder. Vorführungen verbinden laut OrissaPOST und weiteren Artikeln akrobatische Bewegungen mit Schwertern und Stöcken mit traditioneller Musik.

Training

Subash Chandra Jena aus Badajhada bei Puri beschreibt laut der Zeitung OrissaPOST Vorführungen, die jedes Jahr zum Fest Dussehra stattfinden. Die Fläche wird aus weicher, mit Öl und Wasser besprengter Erde vorbereitet, und die Mitglieder stehen in zwei Reihen mit Holzschwertern und Schilden, weil echte Schwerter nicht erlaubt sind. Langsam nähern sie sich einander und gehen mit immer schnellerer Musik in den Übungskampf über. Die Zeitschrift Odisha Review gibt an, dass der aus den Übungskämpfen der Paikas hervorgegangene Tanz von den Instrumenten ghumura, nishan, dhol, taal und madal begleitet wird. Laut der Zeitschrift ermöglichten den Paikas an den Füßen befestigte hölzerne Stelzen ranapa, doppelt oder dreimal so schnell zu gehen.

Heute

Die heutigen paika akhadas dienen laut der Tageszeitung OrissaPOST traditionellen Übungen und einem Tanz, bei dem die Teilnehmer Stöcke und Waffen tragen und sich im Rhythmus der Trommeln bewegen. Im Dorf Gangapur im Distrikt Ganjam hält eine Gemeinschaft von Paikas die Tradition in der akhada Maa Sitala Thakurani Bira Paika Akhada am Leben. Subash Chandra Jena gründete laut derselben Zeitung 2008 den Verein Sri Sri Akhandaleswara Deba Paika Akhada Sangha und trat mit seinem Team in Neu-Delhi zum zweihundertsten Jahrestag des Aufstands auf. Die akhada Kalinga Kanya Paika Akhada in Khurda gründete laut OrissaPOST Sunita Behera nach einem Camp im Dezember 2012, und sie unterrichtet dort Frauen und Mädchen im Kampf mit Schwert und Stock. Das Team tritt bei staatlichen Wettbewerben der paika akhadas auf. Im Jahr 2018 schlug der Bundesstaat laut OrissaPOST vor, im Distrikt Gajapati eine Akademie der paika akhada zu gründen, und die Kunst wird beim jährlichen Fest Kalinga Mahotsav vorgeführt. Der Verein Nikhila Odisha Paika Mahasangha bat 2019 die Regierung von Odisha um den Status eines Staatssports und um die Einführung an Schulen.

Wissenswertes

Laut dem Pressedienst PIB der Regierung gab der Premier im Dezember 2018 zum Aufstand Paika Bidroha eine Gedenkbriefmarke und -münze heraus und kündigte einen Lehrstuhl dazu an der Utkal University an. Zeuge des von Bakshi Jagabandhu angeführten Aufstands ist laut der Zeitschrift Odisha Review die Festung Barunei in Khurda.

Häufige Fragen

Was ist eine Akhada?

Laut der Zeitschrift Odisha Review der Regierung von Odisha ist die Akhada ein Ort vor allem im ländlichen Odisha, wo militärische Ausbildung weitergegeben wird. Dort trainierten vor allem die Paikas, die Bauernmiliz.

Wie hängt die Paika Akhada mit dem Aufstand von 1817 zusammen?

Den Aufstand Paika Bidroha gegen die britische Herrschaft führte laut dem Jahrbuch der Regierung von Odisha Bakshi Jagabandhu, und sein Kern war das stehende Heer der Paikas. Ein Teil der Aufständischen kämpfte bis 1826 in den Dschungeln.

Werden bei der Vorführung echte Schwerter verwendet?

Laut Subash Chandra Jena, den die Zeitung OrissaPOST zitiert, nicht. Bei der Vorführung zum Fest Dussehra wird mit Holzschwertern und Schilden gekämpft, weil echte Schwerter nicht erlaubt sind.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

Nuba-StockkampfMau rākauGatkaBanshay (Birmanischer Waffenkampf)Cabales Serrada EscrimaDoce Pares