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Kurash

Zentralasiatischer Ringkampf in der Jacke yakhtak, zu Hause in Usbekistan. Gewertet werden die Würfe halal, yonbosh und chala, Hebel und Würgen sind verboten, Kommandos blieben usbekisch.

Wichtige Daten

HerkunftslandUsbekistan
RegionAsien
HauptfokusGriffkampf
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemTitel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieVolkstümlich
EntstehungszeitMittelalter

Training

BekleidungGi erforderlich
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichFür Senioren nicht geeignet
Körperliche Anforderung4/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung2/5
Konditioneller Nutzen4/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Titel)
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenJa
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende100 000–1 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeZentral
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenNicht verwendet

Kataloge & Datenbanken für Kurash

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Über Kurash

Kurash ist ein zentralasiatischer Jackenringkampf, vor allem in Usbekistan zu Hause. Nach der Überlieferung, die die International Kurash Association (IKA) und der usbekische Verband nennen, gehörte er zu Hochzeiten und Festen, und die IKA verlegt ihn in die Antike, einen unabhängigen Beleg für sein Alter haben wir nicht gefunden. Die heutige Wettkampfform gab ihm laut dem usbekischen Verband Komil Yusupov, ein ehemaliger internationaler Meister des Sports in Sambo und Judo, der Gewichtsklassen, Kampfdauer, Anzüge und Terminologie aus usbekischen Wörtern einführte. Die International Kurash Association gründeten Vertreter von 28 Staaten am 6. September 1998 beim ersten internationalen Turnier in Taschkent, und die erste Weltmeisterschaft fand laut IKA im Mai 1999 ebenda mit Vertretern aus 48 Ländern statt.

Weiterlesen

Die IKA-Regeln werten nur Würfe. Halal (in den Regeln khalol) ist ein reiner Sieg und beendet den Kampf, etwa für einen Wurf auf beide Schulterblätter oder zwei yonbosh-Würfe. Yonbosh ist ein kräftiger reiner Wurf auf die Seite, chala ein Wurf auf das Gesäß oder den Bauch mit technischen Fehlern. Würgen, Armhebel, Greifen an die Hose, Tritte und Schläge werden als tanbekh bestraft, deshalb unterscheidet sich Kurash vom Judo, mit dem er am häufigsten verglichen wird. Bodenkampf wird nicht geführt, ein ausdrückliches Verbot haben wir im Regeltext aber nicht gefunden, Berichte von den Asienspielen bestätigen dies. Die reine Kampfzeit beträgt bei Männern vier Minuten, bei Frauen drei. Die Jacke yakhtak ist dunkelblau oder grün, die Hose weiß und der Gürtel rot, vier bis fünf Zentimeter breit. Die Kommandos der Kampfrichter sind usbekisch, die IKA nennt dreizehn. Der Olympic Council of Asia erkannte Kurash laut IKA am 24. Januar 2003 an. Bei den Asiatischen Hallenspielen war er 2007 eine Demonstrationssportart, bei den Asienspielen wurde er in Jakarta 2018 zur Medaillensportart und stand auch in Hangzhou 2023 auf dem Programm. Auf der UNESCO-Liste des immateriellen Erbes steht Kurash nicht, Usbekistan bereitet seine Nominierung seit Dezember 2024 vor.

Geschichte

Die Geschichte des Kurash kennen wir vor allem in der Darstellung seines eigenen Verbands. Die International Kurash Association (IKA) schreibt, Kurash sei ein usbekisches Wort und der Sport mindestens dreieinhalbtausend Jahre alt, und beruft sich auf Herodot, auf das Epos Alpomish, das Kurash als beliebte Kunst Zentralasiens nennt, und auf Avicenna, der ihn angeblich im 10. Jahrhundert in Buchara zur Gesundheit empfohlen habe. Einen unabhängigen Beleg für diese Behauptungen konnten wir nicht finden, wir nehmen sie als Überlieferung. Laut dem usbekischen Verband (Text als Partnerinhalt auf Euronews veröffentlicht, 2022) schuf Komil Yusupov, ein ehemaliger internationaler Meister des Sports in Sambo und Judo, die modernen Regeln: Er führte Gewichtsklassen, usbekische Terminologie, Kampfdauer und Anzüge ein. Die datierbare Geschichte beginnt in Taschkent. Im September 1998 fand dort das erste internationale Turnier mit Teilnehmern aus fast dreißig Ländern statt, und am 6. September 1998 gründeten Vertreter von 28 Staaten die IKA. Die erste Seniorenweltmeisterschaft fand laut IKA im Mai 1999 in Taschkent mit Vertretern aus 48 Ländern statt. Der Olympic Council of Asia erkannte Kurash laut IKA am 24. Januar 2003 auf seiner 22. Generalversammlung in Kuwait offiziell an.

Was es unterscheidet

Vom Judo, mit dem Kurash am häufigsten verglichen wird, trennt ihn das Fehlen des Bodenkampfes: Kurash besteht nur aus Standwürfen, und laut einem Bericht von Malay Mail von den Asienspielen 2023 wechseln deshalb auch Judoka zu ihm, während Judo den Bodenkampf hat. Würgen und Armhebel, die das Judo als siegbringende Techniken wertet, sind im Kurash tanbekh, also eine Strafe. Anders als beim alysh wird im Kurash der Gürtel nicht die ganze Zeit gehalten, den Gürtelgriff ordnet der Kampfrichter mit dem Kommando jazo erst an, wenn bis zur Hälfte des Kampfes niemand gepunktet hat, und gewertet wird in den Stufen halal, yonbosh und chala statt mit reinem Sieg und Punkten. Die IKA behauptet außerdem, das Sambo sei entstanden, indem Russen Anfang des 20. Jahrhunderts die Wurftechniken des Kurash übernahmen, einen unabhängigen Beleg dafür haben wir nicht gefunden.

Technik

Die IKA-Regeln bewerten Würfe in drei Stufen (Art. 28). Halal, in den Regeln khalol geschrieben, ist ein reiner Sieg und beendet den Kampf: Er wird für einen Wurf auf beide Schulterblätter oder zum Beispiel für zwei als yonbosh bewertete Würfe vergeben. Yonbosh ist ein kräftiger reiner Wurf, bei dem der Gegner auf der Seite landet, chala ein Wurf auf das Gesäß oder den Bauch mit schweren technischen Fehlern. Als tanbekh werden Würgen, Armhebel, Greifen an die Hose, absichtliche Tritte und Schläge bestraft. Bodenkampf wird nicht geführt, ein ausdrückliches Verbot haben wir im Regeltext aber nicht gefunden, dort steht nur, dass eine in der Kampffläche gilam begonnene und außerhalb beendete Technik als innen ausgeführt zählt (Art. 27). Hat bis zur Hälfte des Kampfes niemand gepunktet, ordnet der Kampfrichter mit dem Kommando jazo den Gürtelgriff an. Die reine Kampfzeit beträgt bei Männern von 16 bis 35 Jahren 4 Minuten, bei Frauen 3 Minuten (Art. 24). Die Gewichtsklassen der Senioren nach den IKA-Tabellen für 2026 sind bei Männern 60, 66, 73, 81, 90, 100, bis 120 und über 120 kg, bei Frauen 48, 52, 57, 63, 70, 78, 87 und über 87 kg (Art. 23). Die Jacke yakhtak ist dunkelblau oder grün, die Hose weiß und der Gürtel rot, 4 bis 5 cm breit (Art. 16). Die Terminologie beruht auf usbekischen Wörtern, die IKA nennt 13, der usbekische Verband 14.

Graduierungen und Fortschritt

Grade, Gürtel oder Ehrentitel kennen die Regeln der International Kurash Association nicht, die Ringer werden nur nach Alter und Gewicht eingeteilt. Die Kampfzeit der Senioren, vier Minuten bei den Männern und drei bei den Frauen, gilt nach Art. 24 für das Alter von 16 bis 35 Jahren, die jüngeren und älteren Kategorien haben eigene Gewichts- und Zeittabellen, die in den Regeln in sich uneinheitlich sind. Über die Stellung eines Ringers entscheiden daher nur Ergebnisse bei Weltmeisterschaften, kontinentalen Meisterschaften und den Asienspielen. Ein nationales System von Leistungsklassen haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Heute

Kurash wird von der International Kurash Association (IKA) geleitet, gegründet 1998 in Taschkent. Die Zahl ihrer Mitglieder unterscheidet sich je nach Quelle: Die IKA nennt 140 nationale Verbände, der usbekische Verband auf Euronews 136 und eine SportAccord-Website von 2024 118 Mitglieder, die zugleich die Anerkennung durch den Olympic Council of Asia (OCA) und die Anbindung an WADA und ITA nennt. Die kontinentale Kurash Confederation of Asia (auch Asia-Oceania Kurash Confederation) wird von Komil Ruziev geleitet, und bei ihrem Kongress in Teheran im Juni 2024 waren etwa zwanzig nationale Verbände vertreten.

Weiterlesen

Bei den Asiatischen Hallenspielen war Kurash 2007 eine Demonstrationssportart, der OCA führt ihn für dieses Jahr unter den Sportarten der Hallenspiele. Zur Medaillensportart der Asienspiele wurde er 2018 in Jakarta und Palembang, und in Hangzhou wurde vom 30. September bis 2. Oktober 2023 in sieben Disziplinen gekämpft. Die IKA führt ihn auch als Sportart der Asiatischen Hallen- und Kampfspiele und der Asiatischen Strandspiele. Die fünfzehnte Weltmeisterschaft der Senioren, geplant für den 17. bis 23. November 2025 in der Türkei, nahm die IKA am 11. Oktober 2025 aus dem ursprünglichen Termin, weil der türkische Verband ihr zufolge die Pflichten des Veranstalters nicht erfüllt hatte. Auf der UNESCO-Liste des immateriellen Erbes steht Kurash nicht, das usbekische Sportministerium beriet im Dezember 2024 über die Vorbereitung einer Nominierung.

Wissenswertes

Im September 2018 fand in Taschkent ein Gedenkturnier zum 20. Jubiläum der IKA mit einer Dotierung von 100 000 Dollar statt, das Finale gewann Sherali Juraev gegen Bekmurod Oltiboev. Kurash bei den World Nomad Games 2022 im türkischen İznik veranstalteten gemeinsam die IKA und die World Ethnosport Confederation. Auf der UNESCO-Liste steht Kurash bisher nicht, obwohl ihn sein Verband in die Antike verlegt, Usbekistan bereitet die Nominierung erst vor.

Häufige Fragen

Wie wird ein Kurash-Kampf gewonnen?

Durch einen reinen Sieg, halal, zum Beispiel mit einem Wurf auf beide Schulterblätter oder zwei yonbosh-Würfen. Fällt kein halal, entscheiden die erzielten Stufen yonbosh und chala.

Gibt es Kurash bei den Asienspielen?

Ja. 2018 in Jakarta war es eine Medaillensportart, und in Hangzhou wurde vom 30. September bis 2. Oktober 2023 in sieben Disziplinen gekämpft.

Steht Kurash auf der UNESCO-Liste?

Nein. Kurash steht nicht unter Usbekistans Elementen des immateriellen Erbes bei der UNESCO, das usbekische Sportministerium begann im Dezember 2024 eine Nominierung vorzubereiten.

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