Bökh
БөхMongolisches Nationalringen, eines der drei Naadam-Spiele, seit 2010 bei der UNESCO gelistet. Ohne Gewichtsklassen und Zeitlimit, wer mit etwas außer den Füßen den Boden berührt, verliert.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Bökh
Über Bökh
Bökh ist das mongolische Nationalringen und eines der drei Spiele des Naadam-Festes neben Bogenschießen und Pferderennen, und das Naadam steht seit 2010 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Das Ringen ist kein Beiwerk des Festes, sondern sein Kern: Das Turnier findet unter freiem Himmel auf Gras statt, und beim staatlichen Naadam treten in der Regel 512 oder 1024 Ringer an.
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Die Kleidung besteht aus dem zodog, einem kurzen Oberteil mit Ärmeln, das die Brust frei lässt, der engen Hose shuudag und den Stiefeln gutal mit leicht gebogenen Spitzen. Das Ausscheidungssystem ist einfach, wer verliert, scheidet aus. Gewichts- und Alterskategorien gibt es nicht, und es gibt kein Zeitlimit, sodass ein kleiner, schneller Ringer regelmäßig auf einen viel schwereren Gegner trifft. Verloren hat, wer den Boden mit einem beliebigen Körperteil außer den Füßen berührt, also mit Knie, Ellbogen oder Rücken. Schläge werden nicht eingesetzt, der Kampf beruht auf Griffen an Jacke und Gürtel, auf Beinstellen und Hebegriffen. In der innermongolischen Variante dürfen die Hände nach der Beschreibung von Judith Lerner die Beine des Gegners nicht berühren. Um den Kampf liegt eine dichte Schicht von Ritualen. Vor dem Turnier und nach einem Sieg führt der Ringer den Falkentanz vor, begleitet vom Helfer zasuul. Die Sieger sammeln Titel nach dem Gesetz über das staatliche Naadam von 2003: nachin (Falke) nach fünf gewonnenen Runden, khartsaga nach sechs, zaan (Elefant) nach sieben, garuda nach acht, arslan (Löwe) nach neun und avarga (Riese) nach zehn aufeinanderfolgenden Siegen oder neun Siegen in zwei verschiedenen Jahren.
Geschichte
Die englische Wikipedia verortet die älteste Erwähnung in der Geheimen Geschichte der Mongolen von 1240, die einen Kampf zwischen Buri Bökh und Belgutei beschreiben soll, die Primärquelle haben wir nicht gelesen. Nach einer Studie von Batmunkh und Boldbaatar in Cogent Arts and Humanities (2023) hängt das Titelsystem mit dem Danshig-Naadam von 1640 zusammen, bildete sich im 17. Jahrhundert heraus und reifte im 18. Jahrhundert. Die Regeln des Ringens wurden laut derselben Studie erstmals 1924 niedergeschrieben, diese Fassung setzte sich aber nicht durch, und bis zum Gesetz über das staatliche Naadam von 2003 durchliefen sie viele Revisionen. Die Zahl der Ringer beim staatlichen Naadam schwankte: Laut Oliver Corff (1992) waren es 1925 640, 1934 1024, 1955 256 und seither in der Regel 512. Corff beschrieb 1992 vier Titel, Falke, Elefant, Löwe und Riese, das spätere System fügte khartsaga und garuda hinzu. Die UNESCO nahm das Naadam 2010 in die Repräsentative Liste des immateriellen Erbes auf.
Was es unterscheidet
Die Unterschiede zwischen den Zweigen des mongolischen Ringens kennen wir nur aus der englischen Wikipedia, eine Quelle auf Verbandsebene fanden wir nicht. Demnach gilt im Khalkha-Bökh der Mongolei eine Berührung des Bodens mit den Händen nicht als Niederlage und das Greifen an die Beine gehört zum Kampf, in der innermongolischen Variante dürfen laut Lerner (ISAW 2016) die Hände dagegen die Beine nicht berühren, und als Fall zählt die Berührung mit allem außer den Füßen. In der Oirat-Variante soll laut Wikipedia ein Fall auf die Schulterblätter gelten wie beim Freistilringen. Über das Buryat-Ringen wissen wir nur, dass beim Buryat-Naadam 2010 in zwei Gewichtsklassen gerungen wurde, bis 75 und über 75 kg.
Technik
Ein Ringer verliert, wenn er den Boden mit einem beliebigen Körperteil außer den Fußsohlen berührt, zum Beispiel mit Knie, Ellbogen oder Rücken (Corff 1992). Die englische Wikipedia gibt an, dass in der Khalkha-Variante, also in der Mongolei selbst, eine Berührung mit den Händen keine Niederlage bedeutet, die Regeln der Mongolian National Wrestling Federation konnten wir nicht laden. Es gibt weder Alters- noch Gewichtsklassen und kein Zeitlimit, sodass ein kleiner Ringer auf einen viel schwereren Gegner treffen kann (Judith Lerner, ISAW 2016). In der innermongolischen Variante, die Lerner aus Hailar beschreibt, dürfen die Ringer mit den Händen nicht an die Beine des Gegners greifen. Die Kleidung besteht aus dem zodog, einem kurzen Oberteil mit Ärmeln, das die Brust freilässt, der engen Hose shuudag, in der Inneren Mongolei auch bestickten knielangen Hosen, und den Stiefeln gutal mit leicht gebogenen Spitzen.
Training
Laut UNESCO werden die Spiele des Naadam, auch das Ringen, traditionell daheim in der Familie erlernt, ein formelles Training für Ringen und Bogenschießen entstand erst kürzlich. Die Trainingsmethodik des Verbands fanden wir nicht beschrieben, die Website der Mongolian National Wrestling Federation ließ sich nicht laden.
Graduierungen und Fortschritt
Das Ansehen eines Ringers bestimmen die Titel für Siege beim staatlichen Naadam. Nach dem Gesetz über das staatliche Naadam von 2003, wie es die Studie in Cogent Arts and Humanities (2023) zusammenfasst, erhält ein Ringer den Titel nachin nach fünf gewonnenen Runden, khartsaga nach sechs, zaan nach sieben, garuda nach acht, arslan nach neun und avarga nach zehn aufeinanderfolgenden Siegen oder nach neun Siegen in zwei verschiedenen Jahren. Die zehnte Runde wird nur bei 1024 Teilnehmern gerungen, der Blog Mongolia Focus der University of British Columbia gibt an, dass ein solches Naadam etwa zweimal in zehn Jahren stattfindet, und datiert die Gesetzesänderung auf 2005, die Studie auf 2003. Eine Turnierrunde heißt davaa, und der Verlierer scheidet aus dem Turnier aus.
Heute
Das Naadam, das traditionelle mongolische Fest, steht seit 2010 auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO (Beschluss 5.COM 6.32, Dossier 00395) und findet jedes Jahr vom 11. bis 13. Juli statt, die Studie in Cogent nennt den 11. bis 15. Juli. Seine drei Spiele sind Pferderennen, Ringen und Bogenschießen, und die Sieger erhalten Titel. Das staatliche Naadam hat in der Regel 512 oder 1024 Ringer, die Naadams der Aimags 256 und die der Somons 128. Das Ringen leitet die Mongolian National Wrestling Federation, die laut der Agentur Montsame für Oktober 2025 einen Turnierplan veröffentlicht hat, darunter die Europameisterschaft im mongolischen Ringen am 4. und 5. Oktober 2025 in Budapest für in Europa lebende Mongolen.
Wissenswertes
Wenn sich die Kleidung eines Ringers löst oder verheddert, unterbricht der Gegner laut Lerner den Kampf und hilft ihm, sie zu richten, und der Sieger hilft dem Besiegten auf. Vor dem Turnier und nach einem Sieg führen die Ringer den Falkentanz vor (Corff 1992). Der Helfer zasuul hält dem Ringer laut der englischen Wikipedia den Hut, feuert ihn an und kann einen zähen Kampf durch Anpassen des Griffs beschleunigen. Auch Frauen ringen, Lerner beobachtete Frauenkämpfe in Hailar in der Inneren Mongolei. Laut Wikipedia wurde am 17. September 2011 eine Begegnung mit 6 002 Ringern in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen, die Guinness-Unterlagen haben wir nicht gelesen.
Häufige Fragen
Gibt es im mongolischen Ringen Gewichtsklassen?
Nein. Bökh kennt weder Gewichts- noch Alterskategorien, und der Kampf hat kein Zeitlimit, sodass ein leichter Ringer auf einen viel schwereren Gegner treffen kann.
Wie verliert man im Bökh?
Durch Bodenberührung mit jedem Körperteil außer den Füßen, also Knie, Ellbogen oder Rücken. In der Khalkha-Variante bedeutet Handberührung laut der englischen Wikipedia keine Niederlage.
Wie viele Ringer nehmen am staatlichen Naadam teil?
In der Regel 512 oder 1024 Ringer. Die Naadams der Aimags haben 256 und die der Somons 128 Ringer.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.