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Kanarischer Kampfsport

Kanarisches Ringen im Sandkreis, bei dem ganze Mannschaften antreten. Man ringt im Griff am Hosensaum und gewinnt durch den Sturz des Gegners.

Wichtige Daten

HerkunftslandSpanien
RegionEuropa
HauptfokusGriffkampf
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieVolkstümlich
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichFür Senioren nicht geeignet
Körperliche Anforderung4/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung2/5
Konditioneller Nutzen4/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeZentral
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenNicht verwendet

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Über Kanarischer Kampfsport

Lucha canaria, das kanarische Ringen, ist ein traditioneller Ringkampf der Kanarischen Inseln, der mit den Guanchen verbunden wird, den ursprünglichen Bewohnern der Inseln. Gerungen wird in einem Sandkreis namens terrero, und von den meisten Ringkämpfen unterscheidet er sich dadurch, dass Mannschaften gegeneinander antreten: Die Begegnung endet erst, wenn alle Mitglieder einer Mannschaft besiegt sind. Nach den Regeln der Federación de Lucha Canaria packt der Ringer den Gegner mit der linken Hand am Hosensaum. Ein Sturz gilt, wenn irgendein Körperteil außer den Füßen den Boden berührt, nach dem Sturz wird nicht weitergekämpft, und Hebel oder Würgegriffe sind nicht erlaubt. Die Techniken heißen mañas. Als Passivität gilt, wenn der Ringer innerhalb von 25 Sekunden nicht deutlich einen Wurf versucht. Im Format tres las dos mejores treten zwölf Ringer pro Mannschaft an. Die älteste belegte schriftliche Ordnung entstand laut dem Historiker Manuel Hernández González 1872 in Matanzas auf Kuba, wo sie kanarische Auswanderer niederschrieben. Eine gemeinsame Ordnung für alle Inseln brachte laut spanischer Wikipedia erst das Reglamento General Orgánico von 1960. Heute veranstaltet der Verband drei Ebenen männlicher Vereinswettkämpfe, eine Frauenliga und Jugendwettkämpfe.

Geschichte

Lucha canaria wird traditionell mit den Guanchen verbunden, den ursprünglichen Bewohnern der Kanarischen Inseln vor der kastilischen Eroberung. Laut spanischer Wikipedia entwickelte jede Insel wegen des begrenzten Austauschs eigene Regeln, und eine gemeinsame Ordnung für alle Inseln brachte erst das Reglamento General Orgánico von 1960. Die älteste belegte schriftliche Ordnung entstand nicht auf den Kanaren, sondern auf Kuba. Laut dem Historiker Manuel Hernández González schrieben sie kanarische Auswanderer in Matanzas für das Fest der Candelaria vom 1. bis 4. Februar 1872 nieder. Die letzten Änderungen der heutigen Ordnung genehmigte die außerordentliche Generalversammlung der Federación de Lucha Canaria am 5. Oktober 2019.

Was es unterscheidet

Von den meisten Ringkämpfen unterscheidet sich Lucha canaria durch den Mannschaftswettkampf. Laut englischer Wikipedia endet die Begegnung erst, wenn alle Mitglieder einer Mannschaft besiegt sind. Ein Einzelkampf dauert laut Verbandsregeln im Format lucha corrida drei Minuten, in den anderen Formaten und bei persönlichen Herausforderungen anderthalb Minuten, mit möglicher Verlängerung um eine Minute bei begonnener Technik. Fallen beide Ringer gleichzeitig, erklärt der Schiedsrichter revuelta, auch tabla genannt.

Technik

Nach den Regeln der Federación de Lucha Canaria muss der Ringer den Gegner mit der linken Hand am Hosensaum packen, und die Regeln unterscheiden die Griffe mano metida und mano abajo. Ein Sturz gilt, wenn irgendein Körperteil außer den Füßen den Boden berührt. Ein Sturz durch Ziehen am Arm des Gegners gilt nicht. Nach einem Sturz wird nicht weitergekämpft, und Hebel oder Würgegriffe sind nicht erlaubt. Als Passivität gilt, wenn der Ringer innerhalb von 25 Sekunden nicht deutlich einen Wurf versucht, und es folgt eine Verwarnung. Die Techniken heißen mañas. Die spanische Wikipedia teilt sie in Griffe (cogida de muslo, cucharón), Blocks (garabato, traspiés) und Ausweichen (tronchada, vacío) ein, die offiziellen Regeln teilen sie aber nicht in Gruppen ein.

Training

Eine konkrete Trainingsmethodik haben wir in den Quellen nicht gefunden. Der Verband veranstaltet Vereinswettkämpfe der Kadetten und Junioren sowie Inselauswahlen ab der Schülerklasse. Jede Mannschaft muss einen diplomierten Trainer oder einen vom Verband akkreditierten mandador haben, der die Reihenfolge der Ringer bestimmt. In die Schulen gelangt Lucha canaria laut dem Fernsehsender RTVC bei Veranstaltungen wie der Woche der kanarischen Traditionssportarten im Mai 2025.

Graduierungen und Fortschritt

Ein Gradsystem haben wir in den Quellen nicht gefunden, man steigt durch Wettkämpfe auf. Die Vereinswettkämpfe der Männer haben laut Verband drei Ebenen, die erste, zweite und dritte Liga, und getrennt davon gibt es eine Frauenkategorie mit eigener Liga und dem Wettbewerb Interinsular. Frauenkämpfe werden auch bei festlichen Begegnungen zum Tag der Kanarischen Inseln gezeigt.

Heute

Gerungen wird im terrero, das nach den Regeln des Verbands aus zwei konzentrischen Kreisen mit einem Durchmesser von mindestens 15 und 17 Metern besteht, mit fünf Zentimetern Sand oder gelockerter Erde und Kalklinien. Ein zweites Verbandsdokument, das Reglamento, nennt als Minimum 8 Meter, die Dokumente widersprechen sich also. Im Format tres las dos mejores treten zwölf Ringer pro Mannschaft an, und bei weniger als neun findet die Begegnung nicht statt. Bei lucha corrida sind es achtzehn Ringer, bei todos contra todos sechs oder acht, und jede Mannschaft darf bis zu vier Ersatzleute haben.

Wissenswertes

Bei den Feierlichkeiten in Matanzas 1872 wurden die Ringer laut Hernández González per Los gepaart, und die Preise betrugen 50, 25 und 10 Peseten je nach Zahl der besiegten Gegner. Gerungen wurde in einem eigens dafür gebauten Zirkus, und die Zuschauer durften den Siegern nicht applaudieren. Als ältester kanarischer Verein gilt laut spanischer Wikipedia der Club Adargoma aus San José.

Häufige Fragen

Wie gewinnt man bei Lucha canaria?

Durch den Sturz des Gegners. Ein Sturz gilt, wenn irgendein Körperteil außer den Füßen den Boden berührt. Im Mannschaftswettkampf endet die Begegnung erst, wenn alle Mitglieder einer Mannschaft besiegt sind.

Wie viele Ringer hat eine Mannschaft bei Lucha canaria?

Nach den Regeln des Verbands zwölf im Format tres las dos mejores, achtzehn bei lucha corrida und sechs oder acht im Format todos contra todos.

Wie groß ist das terrero?

Laut Verbandsregeln besteht es aus zwei konzentrischen Kreisen mit mindestens 15 und 17 Metern Durchmesser und einer Sandschicht. Ein zweites Verbandsdokument nennt als Minimum 8 Meter.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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