Krabi-Krabong
กระบี่กระบองThailändische Kampfkunst mit Waffen: Krabi sind kurze, Krabong lange Waffen. Als Vorführung und Wettkampf zu pi chawa und klong khaek gespielt, seit 2011 nationales immaterielles Erbe.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Krabi-Krabong
Über Krabi-Krabong
Krabi-krabong ist eine thailändische Kampfkunst mit Waffen. Der Name entstand laut Department of Cultural Promotion durch die Einteilung der Waffen nach dem Ramayana: krabi sind die kurzen Waffen der Affen, Schwerter, Hiebwaffen, Äxte und Schilde, krabong die langen Waffen der Riesen, Stäbe, Stangen, ngao und Speere. Verwendet werden krabi, das Schwert daab, ngao, der lange Stab phlong, die Schilde daang, khen und lo sowie der kurze Stock mai san, meist Nachbildungen aus Rattan, für den Tanzteil verziert und für den Kampf stabil. Die Paarungen sind krabi gegen krabi, phlong gegen phlong, ngao gegen ngao und phlong gegen mai san, den Chanprakhon als eindrucksvollsten Kampf bezeichnet, außerdem gibt es einen Kampf eins gegen zwei.
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Ursprung und Erfinder sind nicht belegt, Chanprakhon schreibt, dass niemand die Geschichte aufgeschrieben hat. In alter Literatur erscheint es als Kriegswissenschaft, in Lilit Yuan Phai und in Khun Chang Khun Phaen. Unter Rama IV. wurde es am Hof gespielt, und Rama V. lernte Boxen, krabi-krabong und Fechten bei Luang Phon Yothanuyok. Unter Rama VI. und VII. verschwand die Kunst fast, weil die militärische Ausbildung nach westlichem Vorbild erfolgte. Wiederbelebt hat sie Nak Thepphasadin na Ayutthaya, Direktor der Zentralschule für Leibeserziehung, der sie ab 1935 unterrichtete und als Patriarch des modernen krabi-krabong gilt. 1967 entstand ein Sportverband, 1975 und 1978 wurde die Kunst in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen. Vorführung und Training beginnen mit der Zeremonie wai khru, die Spieler mit dem mongkhon auf dem Kopf führen thawai bangkhom, den Waffentanz khuen phrom und doen plaeng aus und kämpfen dann zur Musik von pi chawa, klong khaek und ching, mit einem eigenen Stück für jede Waffe. Das Kulturministerium nahm krabi-krabong am 2. September 2011 in die nationale Liste des immateriellen Erbes auf, IFMA führt es als Waffendisziplin des muaythai. Chanprakhon und Trainer geben jedoch an, dass die Wettkämpfe seit 2004 schwächer werden und die Kunst vor allem vom Department of Physical Education, von Universitäten und Schulfeiern getragen wird.
Geschichte
Ursprung und Erfinder des krabi-krabong sind nicht belegt. Chanprakhon schreibt, dass niemand seine Geschichte aufgeschrieben hat und dass Nak Thepphasadin na Ayutthaya in seinem 1970 erschienenen Lehrbuch nur der Ansicht war, die Kriegsspiele müssten sehr lange zuvor entstanden sein. In alter Literatur erscheint die Kunst als Kriegswissenschaft: Der Sukhothai zugeschriebene Text Nang Noppamas zählt sie zu den Kampflehren der Soldaten, Lilit Yuan Phai aus der Zeit Borommatrailokanats schildert den Nahkampf mit Schwert und Dolch, und im Epos Khun Chang Khun Phaen lernt Khun Phaen krabi-krabong von seinem Vater und gibt es an seinen Sohn weiter. Unter den ersten drei Königen der Chakri-Dynastie erscheint es in Inao und in Sunthorn Phus Phra Aphai Mani als Spiel und Vorführung.
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Unter Rama IV. wurde krabi-krabong bei Feierlichkeiten am Hof vorgeführt, 1865 bei der Ordination des Prinzen Chulalongkorn vor dem Wat Phra Kaew, und Rama V. lernte Boxen, krabi-krabong und Fechten bei Luang Phon Yothanuyok und förderte Wettkämpfe. Unter Rama VI. verlor die Kunst an Beliebtheit zugunsten des Boxens und unter Rama VII. verschwand sie fast, weil die militärische Ausbildung nach westlichem Vorbild erfolgte. Nak Thepphasadin na Ayutthaya, Direktor der Zentralschule für Leibeserziehung, begann 1935 mit dem versuchsweisen Unterricht, nahm sie 1936 in den Kurs für Sportlehrer auf und gilt als Patriarch des modernen krabi-krabong, er trat zweimal vor König Vajiravudh auf und starb 1969. Nach einer öffentlichen Vorführung der Studenten am Sanam Luang 1939 und einem Aufruf an alle Gruppen 1941 wuchs die Zahl der Gruppen, 1967 entstand der thailändische Sportverband für krabi-krabong, 1975 wurde die Kunst in den Pflichtsport der oberen Sekundarstufe aufgenommen, 1978 als Pflichtfach Krabi 1 in der unteren Sekundarstufe. Das Kulturministerium nahm krabi-krabong am 2. September 2011 in die nationale Liste des immateriellen Erbes auf.
Was es unterscheidet
Thailändische Quellen beschreiben krabi-krabong als eigenständige Kampfkunst mit Waffen, und das nationale Register führt es getrennt von muay thai, IFMA dagegen ordnet es als waffenbasierte Disziplin unter die Disziplinen des muaythai ein. Mit muay thai teilt es die Musik pi chawa und klong khaek, bei krabi-krabong ergänzt um ching und Stücke für die einzelnen Waffen. Es wird entweder als Vorführung von Mitgliedern einer Gruppe mit abgesprochenen Schlägen oder als Wettkampf zwischen Gruppen gespielt, ein Kampf von Schülern verschiedener Lehrer wird laut Chanprakhon heute nicht praktiziert. Laut Wichit Chichern unterscheidet sich das thailändische Schwert vom japanischen, das durchschneidet, und vom Säbel, der sticht, dadurch, dass es die Waffe des Gegners aufnimmt und nachgibt, sodass die Schneiden nicht brechen. Die Bangkok Post zitiert eine Schule, nach der sich die sportliche Form um Punktewertung dreht, während sie die Schüler den Körper wirklich treffen lässt.
Technik
Der Begriff krabi-krabong entstand laut Department of Cultural Promotion durch die Einteilung der Waffen nach dem Ramayana: krabi bezeichnet die kurzen Waffen der Affen, Schwerter, Hiebwaffen, Äxte, den kurzen Dreizack und Schilde, krabong die langen Waffen der Riesen, Stäbe, Stangen, ngao und Speere. IFMA nennt als Hauptwaffen das gebogene Schwert krabi und den Stab krabong. Verwendet werden krabi, das Schwert daab, ngao, der lange Stab phlong, die Schilde daang, khen und lo sowie der kurze Stock mai san, auch mai sok genannt, meist Nachbildungen aus Rattan, Schilde und mai san sind oft echt. Es gibt zwei Arten von Waffen: verzierte, lackierte und vergoldete für den Tanzteil und stabile, unverzierte für den Kampf.
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Die Gegnerpaare sind krabi gegen krabi, phlong gegen phlong, ngao gegen ngao und phlong gegen mai san, es gibt auch einen Kampf zu dritt, bei dem einer gegen zwei kämpft. Am eindrucksvollsten ist laut Chanprakhon die Paarung mai san gegen phlong, die zeigt, dass Geschick den Nachteil der kürzeren Waffe aufwiegen kann. Nak Thepphasadin lehrte zwölf Tanzstellungen für krabi, zum Beispiel loi chai und hanuman waek fong nam, und für daab song mue die Stellungen sot soi und hong pik hak. Geschlagen wird nach Winkeln, senkrecht auf den Kopf, schräg auf den Hals, waagerecht auf den Rumpf und schräg auf den Oberschenkel, pariert wird mit der Mitte der Waffe bis zum Griff, und es wird gelockt. Laut dem Experten Wichit Chichern soll das thailändische Schwert nicht hart aufeinanderprallen, die Waffe des Gegners wird aufgenommen und nachgegeben, dann weicht man zurück und schlägt zu, sodass die Schneide nicht splittert.
Training
Vorführung und Training beginnen mit der Zeremonie wai khru: Der Leiter ehrt mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen den Lehrer vor den aufgestellten Waffensätzen. Die Spieler knien dann an den gegenüberliegenden Enden der Spielfläche mit verzierten Waffen nieder und führen nach Beginn der Musik thawai bangkhom aus, drei Verbeugungen im Fersensitz mit vor der Brust gefalteten Händen, der Name stammt von der Verbeugung vor dem König, mit der die Ehrung des Lehrers verschmolz. Es folgen khuen phrom, Gehen und Tanzen mit der Waffe über die Spielfläche, der Tausch der verzierten gegen die Kampfwaffen, ein schnelles thawai bangkhom und doen plaeng, bei dem die Gegner aneinander vorbeigehen und die Schwächen des anderen beobachten. Auf dem Kopf tragen sie den mongkhon, eine gewundene geweihte Baumwollschnur, nach Chanprakhon daumendick, nach dem Department of Cultural Promotion so dick wie ein kleiner Finger. Es spielen pi chawa, zwei Trommeln klong khaek und ching, für jede Waffe mit eigenem Stück: krabi lila für krabi, champa thet für daab song mue, khuen ma für ngao und long song für phlong. Nak Thepphasadin lehrte ab 1935 an der Zentralschule für Leibeserziehung, und seine Absolventen verbreiteten die Kunst in den Provinzen. Universitätstrainer geben an, dass die Lehrpläne keine getrennten Waffen vorschreiben und der Unterricht in Wissen über Ursprung und Bedeutung sowie in Fertigkeiten, Waffentanz und Kampftechniken gegliedert ist.
Graduierungen und Fortschritt
Rangstufen, Gürtel und Schärpen verwendet krabi-krabong laut den Quellen nicht, das einzige verpflichtende Abzeichen ist der mongkhon auf dem Kopf, der keinen Rang ausdrückt. Den Fortschritt gibt das Schulsystem vor: seit 1975 verpflichtender Teil des Sportunterrichts im vierten Jahr der oberen Sekundarstufe und seit 1978 das Fach Krabi 1 im zweiten Jahr der unteren Sekundarstufe, dazu die Universitätsspiele der Nationalen Sportuniversität und die Nationalen Jugendspiele, bei denen krabi-krabong als Erhaltungssport gespielt wird. Offizielle Wettkampfregeln haben wir nicht gefunden.
Heute
Krabi-krabong steht seit dem 2. September 2011 auf der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes im Bereich der thailändischen Sportarten, in der Kategorie der Kampfkünste zur Selbstverteidigung, ein Jahr nach muay thai. Die wichtigste Institution, die den Unterricht an Schulen, Universitäten und in Vereinen fördert, ist laut Chanprakhon das Department of Physical Education. 2023 wurde es bei den 38. Nationalen Jugendspielen in Nakhon Sawan als Erhaltungssport gespielt, und bei den Universitätsspielen der Nationalen Sportuniversität traten Teams von den Campus Ang Thong, Udon Thani, Chonburi, Suphanburi und Sukhothai an. Bangkok veranstaltete von 1988 bis 1993 jedes Jahr Jugendwettkämpfe, danach blieb nur der Unterricht in einigen Zentren. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verbands für das thailändische Schwert und krabi-krabong war die Kunst 1987 an Schulen mit festen Wettkämpfen beliebt, seit 2004 sinkt das Interesse, weil es weniger Veranstalter gibt, und Schulen führen sie eher bei Feiern vor. Chanprakhon fasst zusammen, dass das Spiel wegen fehlender dauerhafter staatlicher Unterstützung, fehlenden Budgets, fehlender verantwortlicher Organisation und fehlender kundiger Lehrer schwächer wird, ein Schiedsrichter sagte 2023, der Wettkampf am Sanam Luang sei seit der Pandemie verschwunden. IFMA führt krabi-krabong als Waffendisziplin des muaythai und nennt auf ihrer Website keine Regeln dafür. Im Oktober 2026 trat bei der Tagung des IWF und der Weltbank in Bangkok eine Gruppe mit dem Buddhaisawan Sword Fighting Institute aus Kanchanaburi mit krabi-krabong auf, dessen Direktor laut Nation Zweigstellen in 24 Ländern angibt, was wir nicht unabhängig überprüft haben.
Wissenswertes
Beim ersten internationalen Jugendtreffen in Schanghai 1989 entsandte Thailand khon und krabi-krabong, und beim Kampf zweier eigens geschmiedeter Schwerter aus Aranyik bei Ayutthaya flogen Funken, was laut Zeugnis in Chanprakhons Studie das Publikum mehr begeisterte als die Auftritte anderer Länder. Der Name von Nak Thepphasadin ist im wai khru unter den Lehrern der Vergangenheit neben Phuang, Mongkhon, Chua, Khun Nakhon, La und Chan aufgeführt, nach einem 1959 vorgetragenen Text, sein Lehrbuch erschien zu seiner Einäscherung 1969.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name krabi-krabong?
Laut Department of Cultural Promotion entstand er durch Einteilung der Waffen nach dem Ramayana: krabi sind die kurzen Waffen der Affen, Schwerter, Äxte und Schilde, krabong die langen der Riesen, Stäbe, Stangen, ngao und Speere. IFMA vereinfacht ihn auf gebogenes Schwert und Stab.
Gehört krabi-krabong zu muay thai?
Das thailändische nationale Register des immateriellen Erbes führt es seit 2011 als eigenständige Position, ein Jahr nach muay thai, und thailändische Quellen beschreiben es als eigenständige Kampfkunst mit Waffen. IFMA ordnet es dagegen unter die Disziplinen des muaythai als Waffendisziplin ein.
Wer hat krabi-krabong wiederbelebt?
Nak Thepphasadin na Ayutthaya, Direktor der Zentralschule für Leibeserziehung, der es ab 1935 unterrichtete und als Patriarch des modernen krabi-krabong gilt. 1967 entstand ein Sportverband, und seit 1975 gehört die Kunst zu den Lehrplänen der Schulen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.