ImpakuImpaku

Sqay (Kaschmirischer Schwertkampf)

Kaschmirische Kampfkunst, die Nazir Ahmad Mir 1987 als Sport wieder einführte. Gekämpft wird mit gepolstertem Tura-Stock und Lederschild Bargula bei leichtem Kontakt.

Wichtige Daten

HerkunftslandIndien
RegionAsien
HauptfokusWaffen
KontaktstufeHalbkontakt
GürtelsystemGürtel

Charakter & Herkunft

StatusWiederbelebt
LinieTraditionell
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

SparringLeichter Kontakt
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen optional

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Gürtel)
WettkampfformatPunktkampf
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeAm Rande
TritteAm Rande
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Über Sqay (Kaschmirischer Schwertkampf)

Sqay ist eine kaschmirische Kampfkunst. Von ihrem hohen Alter berichtet nur die Überlieferung. Laut Nazir Ahmad Mir, den die Zeitung Rising Kashmir zitiert, war Sqay im alten Kaschmir eine Kriegskunst, in der Könige das Heer ausbildeten, sie wurde vor Ort shamsheerizen genannt und verfiel nach 1819. Die Agentur ANI nennt eine Überlieferung, nach der ein König namens Diya Dev ein in Sqay geübtes Heer aufstellen ließ. Einen Gründer oder ein Entstehungsjahr haben wir nicht gefunden.

Weiterlesen

Seine moderne Form erhielt Sqay durch Nazir Ahmad Mir, der es nach eigenen Worten am 7. Mai 1987 in Kaschmir als Sport wieder einführte und die Regeln schrieb. Nach den offiziellen Regeln des International Council of Sqay wird mit einem Tura-Stock aus Kunstfaser, der mit weichem Leder überzogen ist, und einem runden Lederschild Bargula gekämpft. Schläge, Treffer und Tritte müssen kontrolliert sein und nach leichter Berührung zurückgenommen werden, zu starker Kontakt führt zur Disqualifikation. Neben dem Kampf loba wird auch in der Vorführung von Formen namens khawankay und in der musikalischen Variante aero sqay gewettkämpft. Das Sportministerium erkannte laut der Zusammenfassung der Anwaltskanzlei Fox Mandal die Sqay Federation of India 2015 als regionalen Sportverband an und entzog ihr die Anerkennung am 5. September 2023, weil es zu dem Schluss kam, dass sich der Verband fälschlich als ordnungsgemäß registrierter Verein ausgegeben hatte. Bei den 37. Nationalspielen in Goa 2023 war Sqay laut The Times of India erstmals eine Medaillensportart.

Geschichte

Laut Nazir Ahmad Mir, den 2023 die Zeitung Rising Kashmir zitiert, stieß Mir beim Studium von Texten und Chroniken über Kaschmir auf Sqay, das im alten Kaschmir eine Kriegskunst war. Könige bildeten darin nach seinen Worten das Heer aus, vor Ort hieß es shamsheerizen, es wurde auf Hochzeiten und Märkten vorgeführt und verfiel nach 1819. Das Wort Sqay ist nach Mir persisch und bedeutet Kenntnis des Krieges. Eine Pressemitteilung der Nationalspiele, die die Agentur ANI übernommen hat, leitet den Namen dagegen vom persischen Wort sai ab, Keule oder Stock. Die Agentur ANI nennt außerdem eine Überlieferung, nach der ein König namens Diya Dev ein in Sqay geübtes Heer aufstellen ließ, und der Server The Citizen eine Überlieferung, nach der die Geschichte von Sqay in die Zeiten zurückreicht, als Menschen lernten, sich gegen wilde Tiere zu verteidigen.

Weiterlesen

Nazir Ahmad Mir aus Drangbal bei Pampore lernte laut der Zeitung Rising Kashmir 1975 bei einem Offizier der indischen Armee in Srinagar die Kampfkünste kennen. Am 7. Mai 1987 führte er Sqay nach eigenen Worten in Kaschmir als Sport wieder ein und schrieb seine Regeln. Weil das Interesse anfangs gering war, widmete er sich laut demselben Interview auch dem manipurischen thang-ta, das er am nationalen Institut für Kampfkünste in Pampore trainierte. In den Jahren 1992 bis 1993 gründete er laut der Zeitung den indischen Sqay-Verband, verließ ihn später und gründete den International Council of Sqay. Green erwähnt Sqay im Buch Martial Arts of the World nicht.

Was es unterscheidet

Im sqay-Kampf zählen nach den Regeln des International Council of Sqay auch Tritte ins Gesicht und gegen die Brust, der Schild bargula ist ein Lederkreis, der Stock tura mit weichem Leder überzogen. Nazir Ahmad Mir, der sqay in der Neuzeit eingeführt hat, widmete sich laut der Zeitung Rising Kashmir auch dem manipurischen thang-ta, trainiert an einem Kampfkunstinstitut in Pampore. Die Regeln besagen auch, dass sie für Verbandswettbewerbe, Schul- und Universitätsspiele und alle staatlichen und offiziellen Wettbewerbe gelten.

Technik

Nach den offiziellen Regeln des International Council of Sqay tritt man mit einem Stock tura aus Kunstfaser, überzogen mit weichem Leder, und einem Schild bargula aus weichem Leder an. Das Regelglossar übersetzt tura als Schwert und bargula als Schild. The Citizen zitiert eine Beschreibung, nach der das bewaffnete Sqay ein gebogenes einschneidiges Schwert mit Schild oder ein Schwert in jeder Hand nutzt, während zu den waffenlosen Techniken Tritte, Schläge, Hebel und Handhiebe gehören.

Training

Nach Nazir Ahmad Mir, den die Agentur ANI zitiert, lernen die Übenden vor konkreten Formen grundlegende Stellungen, Fußarbeit und grundlegende Schläge. Sie lernen Angriffs- und Abwehrtechniken, darunter Schläge, Blocks, Tritte und Griffe mit Stöcken oder anderen traditionellen Waffen. Die Kommandos und das Zählen der Punkte erfolgen laut Mir auf Kaschmiri. Die Regeln nennen zum Beispiel die Kommandos legiyasha für den Beginn, wordega für das Ende und katashah für die Verbeugung.

Graduierungen und Fortschritt

Die Regeln des International Council of Sqay belegen einen schwarzen Gürtel. Ein Träger des schwarzen Gürtels darf nur antreten, wenn ihn die Föderation oder die Zentrale der Sqay-Akademie in Drangbal bei Pampore anerkannt hat, und Föderationspokal und nationale Meisterschaft haben eine Kategorie der schwarzen Gürtel ohne Gewichtsunterscheidung. Ein vollständiges Gürtelfarbensystem konnten wir in den Regeln nicht belegen. Sie nennen die Formen khawankay Sangri, Judakh, Harbun, Hadiyatun, Kiratun, Asadhun, Hayatun und Aaqaab und die Wettkampfkategorien khawankay 1 bis khawankay 5.

Wettkampf

Nach den offiziellen Regeln des International Council of Sqay wird in zwei Arten angetreten, im Kampf loba, eins gegen eins nach Alter und Gewicht, für Einzelne und Dreierteams, und in der Vorführung ohne Musik khawankay oder mit Musik aero sqay. Die Kämpfe sind Sparrings, in denen manche Techniken verboten sind. Alle Stocktreffer, Schläge und Tritte müssen kontrolliert sein und nach leichter Berührung zurückgenommen werden. Am Körper ist leichter Kontakt erlaubt, am Gesicht und Kopf nur sehr leichter, und übermäßiger Kontakt führt immer zur Disqualifikation. Der Stock tura ist nach den Regeln in den Kategorien bis siebzehn und bis neunzehn Jahre dreißig Zoll lang, der Schild bargula misst zwölf bis dreizehn Zoll im Durchmesser. Die Teilnehmenden tragen Brustschutz und einen Helm aus weichem Leder. Ein Tritt ins Gesicht dre zählt vier Punkte, ein Tritt gegen die Brust dha zwei Punkte und ein Stocktreffer yaw einen Punkt, und wer drei Tritte dre erreicht, gewinnt. Verboten sind Schläge auf Augen und Leistengegend, Angriffe auf Seiten, Knie und Fußrücken, Schläge mit Ellbogen oder Stockgriff und ein Treffer gegen einen am Boden liegenden Gegner. Ein Kampf dauert je nach Kategorie fünf oder sieben Minuten mit möglicher Verlängerung, dann entscheidet der erste Punkt.

Heute

Das Ministerium für Jugendangelegenheiten und Sport erkannte die Sqay Federation of India laut der Anwaltskanzlei Fox Mandal im Jahr 2015 als regionalen Sportverband an. Mit Anordnung vom 5. September 2023 entzog es ihr die Anerkennung mit sofortiger Wirkung, weil es nach einer Beschwerde über eine gefälschte Registrierungsbescheinigung zu dem Schluss kam, dass sich der Verband fälschlich als ordnungsgemäß eingetragener Verein ausgegeben hatte. Bei den 37. Nationalen Spielen in Goa im Jahr 2023 war sqay laut der Zeitung The Times of India zum ersten Mal eine Medaillensportart, und die Agentur ANI berichtete über sein Debüt. Laut Waseem Beigh, einem Funktionär des Kaschmirer sqay-Verbands, den die Website The Citizen zitiert, fand der erste internationale Wettkampf 2008 statt, und in Srinagar wurde 2021 die 21. Landesmeisterschaft ausgetragen. Nazir Ahmad Mir gibt laut der Zeitung Rising Kashmir an, dass der Bundesstaat Maharashtra sqay nach seiner Vorführung übernommen habe und dass Thailand der erste Staat gewesen sei, der sqay übernommen habe.

Wissenswertes

Der International Council of Sqay hat laut seinen Regeln seit Januar 2008 auch snow sqay in seine Wettbewerbe aufgenommen, eine winterliche musikalische Disziplin auf dem Eis in Schlittschuhen oder auf dem Schnee in Schneeschuhen. Nazir Ahmad Mir begann laut der Zeitung Rising Kashmir 1990 Frauen zu trainieren, und seine ersten Schülerinnen waren seine beiden Schwestern. Hanaya Nisar aus Kokernag erhielt laut derselben Zeitung den Pradhan Mantri Rashtriya Bal Puraskar 2023 für Gold bei der 3. sqay-Weltmeisterschaft in Südkorea im Jahr 2018.

Häufige Fragen

Wer hat Sqay wiederbelebt?

Nazir Ahmad Mir, der Sqay nach eigenen Worten in der Zeitung Rising Kashmir am 7. Mai 1987 in Kaschmir als Sport wieder einführte und seine Regeln schrieb.

Womit wird im Sqay gekämpft?

Nach den offiziellen Regeln mit einem Tura-Stock aus Kunstfaser, der mit weichem Leder überzogen ist, und einem Lederschild Bargula, dazu mit Brustschutz und Helm.

Ist Sqay in Indien ein anerkannter Sport?

Das Sportministerium erkannte die Sqay Federation of India 2015 als regionalen Sportverband an, entzog ihr die Anerkennung aber laut der Anwaltskanzlei Fox Mandal am 5. September 2023. Bei den Nationalspielen 2023 in Goa war Sqay erstmals eine Medaillensportart.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

Krabi-KrabongSavate DéfenseGatkaKarra Samu und Kathi Samu (Telugu-Stock- und Schwertkampf)Banshay (Birmanischer Waffenkampf)Cabales Serrada Escrima