Sochin
壯鎭 · Sochin
Wörtlich: „Ruhige Kraft“
Auch bekannt als: Hakko
Eine Kata von Aragaki Seisho, die Funakoshi Yoshitaka in den Shotokan brachte. Sie beruht auf dem tiefen Stand fudo dachi, in dem sich langsame Passagen mit explosiven abwechseln.
Auf einen Blick
Über die Kata
Sochin gelangte aus dem Shito-ryu in den Shotokan. Laut der englischen Wikipedia wurde sie im okinawanischen Naha-te von Aragaki Seisho (1840–1918) unterrichtet; in den Shotokan brachte sie Funakoshi Yoshitaka, der Sohn von Funakoshi Gichin, und laut historyoffighting.com formte er die heutige Shotokan-Fassung Ende der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Sein Vater versuchte, sie in Hakko, „acht Stürme", umzubenennen, doch der Name setzte sich nicht durch. Die Shotokan-Fassung trägt den tiefen Stand fudo dachi, „unbeweglich" oder „verwurzelt", der nach dieser Kata auch sochin dachi genannt wird. Langsame, bedächtige Bewegungen wechseln sich mit explosiven Passagen ab, und Wikipedia betont den Rhythmus. Laut themartialway.com.au ist muso gamae, die Verbindung von oberem und unterem Abwehrblock, die markanteste Technik; außerdem finden sich in der Kata kizami mae geri, yoko nukite, naiwan hineri uke und jodan mikazuki geri. Die Zahl der Bewegungen unterscheidet sich je nach Zählweise: karatevancouver.ca nennt 36, die revidierte JKA-Fassung hat laut themartialway.com.au 41 Zählungen mit zwei Kiai (bei der 30. und der 41.), Band 10 der Buchreihe Best Karate zählt 40. Auf der WUKF-Liste vom April 2024 ist Sochin eine tokui-Kata für Shotokan, Shorin-ryu, Budokan und Shisui-ryu.
Die Kata in den Stilen
| Stil | Name im Stil | Bewegungen | Kiai |
|---|---|---|---|
| Shotokan | Sochin | 41 | 2 |
| Shorin-ryu | Sochin | — | — |
Bedeutung des Namens
Der Name wird mit den Zeichen 壯鎭 geschrieben. Die englische Wikipedia übersetzt ihn als „ruhige Kraft" oder „den Frieden schützen". Karatevancouver.ca zerlegt ihn in so (mächtig, kraftvoll, großartig) und chin (unterwerfen, beruhigen), woraus auch die Deutungen „große Unterwerfung" oder „energische Ruhe" stammen. Historyoffighting.com fügt „starke Ruhe" und „unbeweglich" hinzu; laut GKR (gkrkarate.com) beziehen sich diese Übersetzungen auf den verwurzelten Stand fudo dachi.
Urheber und Geschichte
Aragaki Seisho wurde laut der englischen Wikipedia in Kumemura oder auf der Insel Sesoko geboren und starb in Naze; zu den Katas, die Wikipedia ihm zuschreibt, gehört auch Sochin. Laut GKR erlernte wahrscheinlich Mabuni Kenwa, der Begründer des Shito-ryu, die Kata von ihm. Historyoffighting.com berichtet eine Legende, wonach sie von Aragaki an Higaonna Kanryo überging und erst von diesem an Mabuni; dieser unterrichtete später eine Zeit lang Funakoshi Yoshitaka, und so gelangten Sochin, Nijushiho und Unsu in den Shotokan. Die Quellen sind sich uneinig, wo die Kata einzuordnen ist. Die englische Wikipedia verbindet sie mit dem Naha-te und rechnet sie zugleich zum Karate aus Shuri; GKR spricht von einer Herkunft aus Naze, meint aber, die heutigen Stile hätten die Kata aus der Shuri-Linie übernommen. Einen älteren Ursprung im chinesischen Kung-Fu-Stil des Drachen erwähnt Wikipedia nur als Möglichkeit.
Unterschiede zwischen den Stilen
Im Shotokan wird die Kata überwiegend im Stand fudo dachi geübt. Die Shito-ryu-Version wechselt laut der englischen Wikipedia zwischen mehreren Ständen, unter anderem nekoashi dachi und zenkutsu dachi; die WUKF-Liste vom April 2024 führt sie beim Shito-ryu getrennt unter dem Namen Sochin (Aragaki ha). Im Go-Kan-Ryu, das aus der Shotokan-Linie hervorgeht, ist Sochin laut GKR die einzige Kata, in der der lange fudo dachi den zenkutsu dachi ersetzt. Karatevancouver.ca schreibt, Sochin werde heute nur im Shito-ryu und im Shotokan geübt; die WUKF-Liste führt sie jedoch auch beim Shorin-ryu, beim Budokan und beim Shisui-ryu.
Bunkai – Anwendungen
GKR deutet die Techniken von Sochin eher als Hebel und Griffe denn als wörtliche Abwehrblöcke. Den gleichzeitigen oberen Abwehrblock und den Hammerfaustschlag tetsui in die Leiste, in der Kata als jo-ge sen-no-sen bezeichnet, hält es für eine unwahrscheinliche Anwendung. Die kreisförmige Bewegung in taisho uke und manji uke deutet es als Unterhebeln oder Überdrücken des gegnerischen Griffs; manji uke soll laut derselben Quelle den Gegner fassen und heranziehen. Die linke Hand, die sich nach dem zweiten Tritt schließt und nach vorn streckt, liest es als Greifen und Heranziehen des Gegners, alternativ als Abstandskontrolle.
Wettkampfeinstufung
Wichtiger Tipp
Im fudo dachi soll der Übende sich in der Erde verwurzelt fühlen: Das hintere Bein bleibt gebeugt, und die Hüften sind um etwa 45 Grad gedreht.
Techniken in der Kata
Verwandte Katas
- Varianten: Aragaki Sochin
Weitere Quellen zum Thema (7)
- en.wikipedia.org/wiki/Sōchin
- en.wikipedia.org/wiki/Arakaki_Seishō
- karatevancouver.ca/kata/sochin
- historyoffighting.com/the-blog/the-history-of-sochin
- themartialway.com.au/sochin
- gkrkarate.com/about-gkr/black-belt-3rd-dan/sochin-history
- wukf-karate.org/wp-content/uploads/2024/05/OFFICIAL-WUKF-KATA-LIST-07-AP…