Gensei-ryu
玄制流Okinawa-Karate von Seiken Shukumine aus den Jahren 1949–1953, aufgebaut auf unerwarteter Bewegung in drei Dimensionen und auf eigenen kata wie Sansai.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Gensei-ryu
Über Gensei-ryu
Gensei-ryu ist ein Karate-Stil, den Seiken Shukumine (1925–2001) aus Okinawa schuf. Er lernte bei Sadoyama Anko und dann bei Kishimoto Soko, einem Schüler von Takemura Bushi. Der europäische Verband verortet die Wurzeln des Stils im Shuri-te, einige Quellen nennen Tomari-te. Shukumine führte sein System 1949 in Ito erstmals öffentlich vor. Das Jahr 1950 wird als Beginn des Stils angegeben und der Name Genseiryu ist seit 1953 belegt. Der Leitgedanke ist der Sieg durch unerwartetes Handeln. Der Stil beruht auf fünf Bewegungsprinzipien, darunter die kreisende Bewegung der Körperachse, die Wellenbewegung auf und ab, das bewusste Fallen und Wendungen in eine unerwartete Richtung. Der Verband stellt ihn damit einem statischeren Verständnis von Karate gegenüber. Neben den alten Formen Naifanchi, Bassai und Kusanku, die Shukumine unter dem Namen Koryu einordnete, übt der Stil seine eigenen kata Ten-i, Chi-i, Jin-i und Sansai, von denen Sansai die bekannteste ist. Shukumine beschrieb sie 1964 im Buch Shin Karatedo Kyohan. Danach schuf Shukumine die Kunst des Taido, dessen erste öffentliche Vorführung der Weltverband des Taido auf 1965 datiert. Gensei-ryu setzte sich unter verschiedenen Leitern und in mehreren Organisationen fort. Nach Europa gelangte es 1984 über Schweden, und 1988 entstand der europäische Verband.
Geschichte
Gensei-ryu wurde von Seiken Shukumine (1925–2001) gegründet, der laut dem europäischen Verband am 9. Dezember 1925 in Nago auf Okinawa geboren wurde, eine andere Quelle nennt den 25. Dezember. Mit Karate begann er mit acht Jahren bei Sadoyama Anko, bei dem er etwa vier Jahre trainierte. Mit etwa vierzehn Jahren nahm ihn Kishimoto Soko auf, ein Schüler von Takemura Bushi, der nur wenige Schüler annahm, und Shukumine musste ihn wiederholt um die Aufnahme bitten. Der europäische Verband verortet die Wurzeln des Stils im Shuri-te, einige Quellen nennen Tomari-te, und der Unterschied zwischen beiden war nach seiner Darstellung minimal. Sein System führte Shukumine erstmals 1949 in Ito in der Präfektur Shizuoka öffentlich vor. Das Jahr 1950 wird als Beginn des Stils angegeben, der Name Genseiryu ist seit 1953 belegt, als er auf dem Stützpunkt Tachikawa zu unterrichten begann. 1964 veröffentlichte er das Buch Shin Karatedo Kyohan mit den kata und Techniken des Stils. Danach widmete er sich seiner eigenen Kunst, dem Taido, dessen erste öffentliche Vorführung der Weltverband des Taido auf 1965 datiert, andere Quellen nennen 1962 oder 1963.
Was es unterscheidet
Der indische Verband nennt als unterscheidendes Merkmal des Stils die unerwartete Bewegung in drei Dimensionen, also Drehung, Wellenbewegung auf und ab, Fall und Verdrehung, und stellt sie einem statischeren Verständnis von Karate gegenüber. Aus dem Shuri-te, von dem der Stil nach dem europäischen Verband stammt, besitzt er die alten Formen Naifanchi, Bassai und Kusanku, die Shukumine unter dem Namen Koryu einordnete. Die eigenen kata Ten-i, Chi-i, Jin-i und Sansai haben andere Stile nicht. Vom Taido, das aus dem Gensei-ryu hervorging, unterscheidet er sich im Grad. Taido betont nach dem Weltverband dynamische Bewegung des ganzen Körpers und Ausweichen durch Neigen, nicht statische Schläge und Tritte, während Gensei-ryu Karate mit kata bleibt. Einen direkten Vergleich mit Shorin-ryu, Goju-ryu, Shito-ryu oder Shotokan haben wir weder beim Verband noch in der Fachliteratur gefunden.
Technik
Der Leitgedanke des Stils ist der Sieg durch unerwartetes Handeln. Der indische Verband zitiert Shukumines Satz, das Geheimnis des Sieges sei, etwas völlig Unerwartetes zu tun. Der Stil stützt sich auf fünf Bewegungsprinzipien Sen, Un, Hen, Nen und Ten: kreisende Bewegung der Körperachse, Wellenbewegung auf und ab, bewusstes Fallen, verdrehte Handtechniken und Techniken nach einer Drehung in eine unerwartete Richtung. Shukumine schuf selbst die kata Ten-i, Chi-i, Jin-i und Sansai. Sansai entstand Anfang der fünfziger Jahre und ist die bekannteste kata des Stils. Das Buch Shin Karatedo Kyohan von 1964 beschreibt neben ihnen auch alte Formen unter den Namen Koryu Naifanchi, Koryu Bassai und Koryu Kusanku. Der Name 玄制流 wird als Suche nach der tiefen Wahrheit und ihrem Ausdruck durch die Form gedeutet: gen bedeutet geheimnisvoll oder tief, sei Ordnung oder System und ryu Schule.
Training
Über das Training im Gensei-ryu schreiben vor allem Schulen und das Community-Wiki Genseipedia, die Verbände nicht. Laut der niederländischen Website des Stils zeichnet es sich durch tiefe, niedrige Stellungen, Auf-und-ab-Bewegungen des Körpers und die Übung shiho aus, bei der eine Technikkombination in vier Richtungen wiederholt wird. Shukumines Buch Shin Karatedo Kyohan von 1964 beschreibt laut einer japanischen Schule etwa 44 kata. Den Aufbau einer üblichen Lektion fanden wir in den Quellen nicht.
Graduierungen und Fortschritt
Eine einheitliche Gradordnung des Gensei-ryu haben wir nicht gefunden, jede Organisation hat ihre eigene. Laut Genseipedia teilt die Genseiryu Karate-do International Federation die kata in drei Gruppen. Man beginnt mit den kihon kata Taikyoku und Heian Shodan bis Godan, es folgen tanren kata, darunter Naihanchi, Wankan, Bassai, Sansai, Rohai und Chinto, und die dritte Gruppe bilden kobudo kata mit bo und nunchaku. Prüfungsordnungen und Mindestzeiten zwischen den Graden konnten wir nicht belegen.
Heute
Als Shukumine zum Taido überging, setzten Gruppen des Gensei-ryu unter verschiedenen Leitern ihre Arbeit fort, darunter das Genseiryu Butokukai von Tosa Kunihiko und Furuya Yoshimitsu. Wer als Shukumines Nachfolger gilt, unterscheidet sich von Schule zu Schule. Nach dem indischen Verband trat der Stil in einen Präfekturverband unter der Japan Karate Federation (JKF) ein. Nach Europa brachte den Stil 1984 Jari Hiltunen, der in Schweden das Dojo Gensei Kan gründete. 1988 entstand die European Genseiryu Karatedo Federation und 1993 die Scandinavian Gensei Ryu Karatedo Federation.
Wissenswertes
1950 nahm Shukumine an einer Karate-Vorführung teil, die der Fernsehsender Nippon Television veranstaltete. Ito, wo er den Stil erstmals öffentlich vorführte, ist nach einer niederländischen Website des Stils bis heute Sitz einer Vereinigung seiner früheren Schüler. Einen Teil des Namens Gensei-ryu übernahm auch die Gruppe Genwakai, die Nango Tsugumasa und Tadaya Iwaya gegründet haben und die nach eigener Geschichte zahlreiche seiner kata übernommen hat.
Häufige Fragen
Wer gründete Gensei-ryu und wann?
Gensei-ryu wurde vom Karateka aus Okinawa Seiken Shukumine (1925–2001) gegründet. Das System führte er 1949 erstmals öffentlich vor, das Jahr 1950 gilt als Beginn des Stils, und der Name Genseiryu ist seit 1953 belegt.
Was bedeutet der Name Gensei-ryu?
Der Name 玄制流 wird als die Suche nach der tiefen Wahrheit und ihrem Ausdruck durch die Form gedeutet. Gen bedeutet geheimnisvoll oder tief, sei Ordnung oder System und ryu Schule.
Wie hängen Gensei-ryu und taido zusammen?
Taido ist eine eigenständige Kunst, die Shukumine nach Gensei-ryu schuf. Der Weltverband des taido datiert seine erste öffentliche Vorführung auf das Jahr 1965, andere Quellen nennen 1962 oder 1963.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.