Langes Messer
Auch bekannt als: Messer, Großes Messer
Eine einschneidige Hiebwaffe aus Süddeutschland und den Alpen mit Griff in Messerbauweise und Nagel an der Parierstange, belegt seit etwa 1430.
Auf einen Blick
Über die Waffe
Messer tauchten in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts in Süddeutschland, der Schweiz oder Nordösterreich auf; die älteste bekannte Abbildung stammt aus der Zeit um 1430. Sie entwickelten sich aus kleinen zivilen Messern niedrigen gesellschaftlichen Ranges, Bauernwehr und Hauswehr genannt. Bekannte Herstellungszentren waren Passau und Solingen, von wo aus sich die Waffen über Flusshandelswege und Hanseschifffahrtsrouten verbreiteten. Die Klinge ist einschneidig und sitzt in einem Griff in Messerbauweise: Eine flache Angel ist zwischen zwei Holzschalen eingespannt, gedübelt oder vernietet. An der rechten Seite der Parierstange ragt senkrecht zur Klingenfläche der nagelartige Nagel hervor, der die Fingerknöchel schützt. Erhaltene Stücke haben eine Gesamtlänge von rund 76 cm mit einer Klinge von 62 cm und wiegen etwa 0,9 bis 1,1 kg. Die Grenze zwischen dem kleineren Bauernwehr, dem Messer und dem zweihändigen Kriegsmesser legt kein bekannter zeitgenössischer Text fest und bleibt Ermessenssache. Den Kampf mit dem Messer beschreiben die Fechtbücher von Johannes Lecküchner, Hans Talhoffer und Paulus Kal.
Teile der Waffe
- Parierelement — Nagel
Pflege
Historische Quellen
- Talhoffer Fechtbücher (Hans Talhoffer, 1448–1467)
- Kunst des Messerfechtens (Cgm 582) — Hans Lecküchner, 1482