Handschrift
Kunst des Messerfechtens (Cgm 582)
Originaltitel: Kunst des Messerfechtens
1482DeutschlandLehrbuch
Illustrierte Handschrift von Hans Lecküchner aus dem Jahr 1482 über das Messerfechten, aufbewahrt in der Bayerischen Staatsbibliothek in München unter der Signatur Cgm 582.
Kunst des Messerfechtens (Cgm 582) ist eine deutsche Fechthandschrift, die Hans (Johannes) Lecküchner am 19. Januar 1482 vollendete. Sie wird in der Bayerischen Staatsbibliothek in München unter der Signatur Cgm 582 aufbewahrt und ist laut Wiktenauer wahrscheinlich ein Autograph. Lecküchner stammte aus Nürnberg, studierte in Leipzig, wo er 1457 den Bakkalaureus erwarb, und wirkte ab 1480 als Priester in Herzogenaurach. Er starb am 31. Dezember 1482, also im Jahr der Vollendung der Handschrift. Der Text behandelt das Fechten mit dem Messer. Sein Kern ist ein Merkvers (Zettel) über sechs verdeckte Hiebe, vier Stände und siebzehn Hauptstücke, darunter Zornhau, Wecker, Entrüsthau, Zwinger, Geferhau und Winckler, samt den Gegenmaßnahmen dazu. Laut der englischen Wikipedia begleiten den Text 415 Zeichnungen von Kämpfern, und die Handschrift umfasst 216 Folia. Der Merkvers stimmt stellenweise fast mit dem Liechtenauers überein, und die Auslegung zitiert oder paraphrasiert die Glosse Lew. Lecküchners Lehre vom Messer ist außerdem in der Heidelberger Handschrift Cod.Pal.germ. 430 überliefert, die keine Illustrationen enthält. Das Kolophon der Münchner Handschrift erwähnt einen früheren Entwurf. Die Münchner Handschrift diente als Vorlage für kürzere Fassungen in späteren Handschriften: M.I.29 aus dem Jahr 1491 sowie die Handschriften von Gregor Erhart (1533), Paulus Hector Mair (in den vierziger Jahren des 16. Jahrhunderts) und Lienhart Sollinger (1556). Ins Englische übersetzte sie 2015 Jeffrey L. Forgeng.
Kampfkünste im Werk
Urheberschaft
Die Handschrift Cgm 582 ist laut Wiktenauer wahrscheinlich Lecküchners Autograph. Umstritten bleibt ihr Verhältnis zur Heidelberger Handschrift Cod.Pal.germ. 430 mit demselben Thema. Die englische Wikipedia datiert die Heidelberger Handschrift auf 1478 und hält sie für den Entwurf, aus dem die Münchner Fassung hervorging. Wiktenauer hingegen legt ihre Vollendung in die Jahre 1478–1482 und bezieht den im Kolophon der Münchner Handschrift erwähnten früheren Entwurf eher auf eine verlorene dritte Handschrift. Beide Fassungen sind demnach gleichrangige Autoritäten, unterscheiden sich in wesentlichen Punkten, und manche Unterschiede lassen sich als Korrekturen deuten. Die Münchner Handschrift betrachten wir daher nicht als bloße Bearbeitung der Heidelberger. Die Widmung an den Pfalzgrafen bei Rhein Philipp den Aufrichtigen von Wittelsbach nennt Wiktenauer bei der Heidelberger Handschrift, bei der Münchner konnten wir sie nicht belegen.
Ausgaben und Übersetzungen
Die englische Übersetzung der Münchner Handschrift gab Jeffrey L. Forgeng 2015 bei Boydell and Brewer unter dem Titel The Art of Swordsmanship by Hans Lecküchner heraus. Wiktenauer hat eine englische Arbeitsübersetzung von Cgm 582 veröffentlicht und nennt als ihre Autoren Żabiński, Mitchell und Fritz. Das Entstehungsjahr haben wir in den Quellen nicht gefunden. Lecküchners Lehre gelangte auch in den Druck: Christian Egenolff druckte 1531 kurze Lehren vom Messer ab, die „Meister Hans Lebkommer“ zugeschrieben werden, einer Variante von Lecküchners Namen. Weitere moderne Ausgaben oder Übersetzungen konnten wir nicht belegen.
Personen und Kampfkünste
- Hans LecküchnerAutor
- Jeffrey L. ForgengÜbersetzer
Angaben
- Form
- Handschrift
- Aufbewahrungsort
- Bayerische Staatsbibliothek, München
- Signatur
- Cgm 582
- Abbildungen
- 415
- Digitalisat der Bibliothek
- digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00002184
Ausgaben
- 2015 · EN · The Art of Swordsmanship by Hans Lecküchner · Boydell and Brewer · Erstausgabe
Weitere Titel
- The Art of Swordsmanship by Hans Lecküchner (Übersetzter Titel, US)