Jitte
十手 · jitte
Wörtlich: zehn Hände
Eine stumpfe Waffe mit seitlichem Haken (Kagi), die in der Edo-Zeit die Polizei trug und die zugleich als Abzeichen amtlicher Macht diente.
Auf einen Blick
JapanÜber die Waffe
Das Jitte (十手, wörtlich „zehn Hände") ist eine stumpfe Waffe, die die Polizei in der Edo-Zeit (1603–1868) benutzte. Der Aufstieg ungeschliffener Waffen hing mit dem Verbot zusammen, ein Schwert in den Palast des Shōgun zu bringen, das mit dem Tod bestraft wurde; das Jitte bewährte sich und wurde zum Statussymbol der Palastwache. Es besteht aus einer Stange aus Schmiedeeisen, Messing oder Silber oder aus Eichen- oder Kastanienholz und einem seitlichen Haken (Kagi). Ein Drittel der Länge nimmt der Griff ein, der Rest den Stangenkörper, der Haken sitzt an ihrer Grenze. Üblich ausgegebene Stücke maßen etwa 35–48 cm, Sonderanfertigungen von 9 bis 54 cm, und für große Razzien verlängerte Versionen von 60–115 cm. Der Haken konnte einfach oder mehrfach sein, bis zu vierrichtig. Das Jitte diente als kurzer Knüppel für Schläge auf große Muskelgruppen und zum Hebeln von Gelenken. Mit dem Haken ließ sich Kleidung oder Körperteile wie Nase oder Mund fassen oder auf Gelenke drücken. Die verbreitete Vorstellung, der Haken diene zum Fangen eines Schwerts, ist laut englischen Quellen falsch: Dafür sitzt der Haken zu nahe an der Hand. Der Waffe widmet sich die eigenständige Kunst Jittejutsu. In Edo erhielten Beamte des Stadtmagistrats, Yoriki und Dōshin, das Jitte als Werkzeug zur Festnahme. Es trugen es Polizisten aller Ränge, von hohen Samurai-Beamten bis zu niederen Wachleuten, und das Jitte ersetzte ihnen das Abzeichen: Es bewies, dass sie in amtlicher Funktion handelten.
Teile der Waffe
- Haken — kagi