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Pflege von Holzwaffen

Wie man Bokken, Bō, Jō und andere hölzerne Trainingswaffen pflegt: Öl, Wachs oder Lack, Schleifen, Lagerung und wann eine Waffe mit einem Riss auszusondern ist.

Warum Holz verwittert

Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf: Steigt die Feuchtigkeit, quillt es, sinkt sie, schrumpft es. Das Canadian Conservation Institute (CCI) gibt an, dass genau diese Veränderungen zu Rissen und Aufspaltungen führen. Bei einer Trainingswaffe verstärken Schweiß und Hautfett dies noch, die in die Fasern einziehen; diese quellen auf und ziehen sich beim Trocknen wieder zusammen, was laut dem japanischen Hersteller Tozando die Waffe sogar verformen kann. Direktes Sonnenlicht schädigt laut CCI die Oberfläche allmählich und unwiderruflich: helles Holz dunkelt nach, dunkles verblasst. Dazu kommen Kerben und Dellen von Treffern an der Kante.

Nach jedem Training

Wischen Sie die Waffe mit einem trockenen, weichen Tuch ab, um Schweiß und Staub zu entfernen. Ist die Oberfläche bereits mit Öl oder Lack behandelt, genügt ein feuchtes Tuch.

Öl, Wachs oder Lack: die Quellen widersprechen sich

Es gibt keinen Konsens. Tozando beschreibt vier Möglichkeiten. Trocknendes Öl (Leinöl, Tungöl, Walnussöl) zieht ins Holz ein und härtet in den Fasern aus, sodass kein Wasser mehr eindringen kann und das Holz seine natürliche Haptik behält; Nachteile sind lange Trocknungszeit, Vergilbung und leicht entflammbare Lappen. Es passt vor allem zu Jō und Waffen, die in der Hand rutschen. Lack schützt das Holz jahrelang, doch die Oberfläche wirkt wie Kunststoff; bei einem Bokken verbessert er laut Tozando den Griff. Mineralöl muss lebensmittelecht sein, trocknet nie aus, ist rutschig und muss oft erneuert werden. Wachs (Bienenwachs oder Paraffin) lässt sich leicht auftragen und ist günstig, schützt aber nur die Oberfläche und braucht häufiges Nachtragen; bei einem Bokken hilft seine Klebrigkeit dem Griff.

Die Anleitung eines Aikido-Dōjō (Aikido India) empfiehlt dagegen Teak-, Tung-, gekochtes Lein- oder Dänisches Öl und rät ausdrücklich von Wachs und Lack ab. Der Praktiker des japanischen Schwertkampfs Shanock empfiehlt nur gekochtes Leinöl, verdünnt 1:1 mit Lackbenzin, Zitruslösemittel oder Terpentin; Tungöl werde ihm zufolge zu hart, Lack und Polyurethan ergäben eine spröde Oberfläche, und rohes Leinöl trockne zu langsam. Der Hersteller Blizniak's Bokken führt sowohl Tung- als auch Leinöl auf und weist darauf hin, dass Tungöl das Holz weniger dunkel färbt und Leinöl bis zu mehreren Tagen zum Trocknen braucht. Das CCI erinnert bei Sammlungsobjekten daran, dass Holz nicht „gefüttert" werden muss, dass Leinöl das Holz mit der Zeit fast schwarz färbt und dass Restauratoren mikrokristallines Wachs höchstens einmal jährlich verwenden; diese Ratschläge zielen aber auf Museumsstücke, nicht auf eine Waffe unter Trainingsbelastung.

Wie man Öl aufträgt

Das Vorgehen wiederholt sich in den Quellen. Reinigen Sie die Waffe, geben Sie wenig Öl auf ein weiches Tuch und reiben Sie eine dünne Schicht entlang der Maserung über die gesamte Länge ein. Lassen Sie es mindestens 15 Minuten einziehen, trockene Stellen laut Shanock bis zu zweimal nachbehandeln, den Überschuss gründlich abwischen und die Waffe mindestens über Nacht, laut Shanock 24 Stunden, trocknen lassen. Dann mit einem sauberen Tuch polieren. Die Oberfläche soll glatt und nicht klebrig sein. Trainieren Sie nicht mit einer frisch geölten Waffe. Bei der ersten Behandlung schleift Shanock die Waffe glatt (zuletzt mit Körnung 250) und entfernt den werkseitigen Lack. Er empfiehlt, sie etwa einmal im Monat mit einer dünnen Schicht zu erneuern, Blizniak alle paar Monate oder wenn das Holz trocken aussieht.

Mit Leinöl getränkte Lappen sind entzündlich; ein Fachforum berichtet, dass mit gekochtem Leinöl getränkte Lappen sich selbst entzünden können, deshalb sollte man sie in einen verschlossenen Beutel geben und entsorgen.

Kerben, Splitter und Schleifen

Kerben von Treffern lassen sich laut Aikido India abschleifen. Shanock rät, die Waffe leicht nachzuschleifen, sobald die Oberfläche rau wirkt, und sie danach erneut dünn zu ölen.

Lagerung und Transport

Lagern Sie Waffen stehend, nicht liegend, an einem trockenen, kühlen und schattigen Ort. Lassen Sie sie nicht in der Sonne, bei Ofen, Heizung, Kamin oder über einem Warmluftauslass, im Auto oder im feuchten Gras liegen. Dachböden, Keller und Garagen rät das CCI wegen schwankender Temperatur und Feuchtigkeit ab. Extreme führen laut Blizniak zu Verzug, Rissen und Fäulnis. Versuchen Sie nicht, eine verzogene Waffe selbst zu richten; Aikido India überlässt das nur einem erfahrenen Fachmann.

Wann eine Waffe auszusondern ist

Hölzerne Trainingswaffen sind laut Aikido India im Grunde Verschleißmaterial: Sondern Sie sie beim ersten Anzeichen eines Risses oder Splitters aus, ebenso bei jeder anderen sichtbaren Beschädigung. Ein Bokken mit einem Riss gehört also nicht ins Training. Kontrollieren Sie regelmäßig auf Risse, Splitter und Späne.

Häufige Fehler

Training mit einer Waffe, deren Öl noch nicht getrocknet ist. Küchenöl statt trocknendem Öl. Eine im Auto oder bei der Heizung liegende Waffe. Garage oder Keller als Lager. Ein mit Leinöl getränkter Lappen, locker in den Müll geworfen. Der Versuch, eine verzogene Waffe zu Hause im Schraubstock zu richten.

Für welche Waffen das gilt

Diese Vorgehensweisen gelten für Trainingswaffen aus Hartholz: Bokken, Bō, Jō, Tonfa, die Stöcke Canne und Bâton, Tantō-Trainingswaffen und weitere hölzerne Nachbildungen, die im Training verwendet werden.

Waffen aus diesem Material

BokkenDusackJianTantō
Weitere Quellen zum Thema (7)
  1. Canadian Conservation Institute: Basic care – Furniture and objects made of wood
  2. Canadian Conservation Institute Notes 7/2: Care of Furniture Finishes
  3. Tozando: Caring for Wooden Weapons
  4. Aikido India: Care & Maintenance of your Bokken, Jo & Tanto
  5. Shanock: Oils and Bokken/Iaito Maintenance for Students of Japanese Swordsmanship
  6. Blizniak's Bokken: Essential Care and Maintenance Tips for Your Bokken and Jo Staff
  7. MartialTalk (fórum): The care of your fine wooden weapons