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Pflege von Messing und Bronze

Wann Messing- und Bronzebeschläge von Waffen die Patina behalten und wann poliert wird, womit man reinigt, wie man Bronzekrankheit und Entzinkung erkennt und das Metall mit Wachs schützt.

Warum Messing und Bronze dunkel und grün werden

Die erste Korrosionsstufe von Messing und Bronze ist ein dunkler Belag, die Patina. Ernster ist grüne oder blaugrüne Korrosion, unter der sich noch eine rote Schicht verbergen kann. Konservatoren weisen darauf hin, dass wachsartige grüne Flecken dort entstehen, wo das Metall Leder oder eine andere Quelle organischer Säuren berührt, und dass schwefelhaltige Stoffe aus Gummi die Dunkelfärbung beschleunigen. Waffen sind voller solcher Berührungspunkte: Lederumwicklungen, Scheiden und Holzteile liegen direkt an den Beschlägen an.

Die Bronzekrankheit zeigt sich in hellgrünen, pulvrigen Flecken. Sie wird durch Chloridsalze verursacht und betrifft vor allem archäologische Objekte, die in der Erde lagen; laut Konservatoren ist sie besonders oberhalb von 55 % Luftfeuchtigkeit aktiv. Messing kann von Entzinkung betroffen sein, bei der Zink aus der Legierung verloren geht und sich die Oberfläche lachsrosa wie reines Kupfer, später rötlich bis bräunlich, verfärbt und porös und schwach wird. Ursache sind Chloride aus Schweiß oder Meerwasser sowie säure- und ammoniakhaltige Reinigungsmittel.

Patina oder Glanz: wann nicht reinigen

Der National Park Service beschreibt Patina als dünne, chemisch entstandene und recht stabile Schicht, braun, grau oder schwarz, oft absichtlich bei der Herstellung erzeugt und manchmal mit Wachs betont, und rät, sie nicht zu entfernen. Das Canadian Conservation Institute (CCI) empfiehlt, Objekte mit stabiler Patina aus historischer Nutzung, absichtlich patinierte Objekte, Objekte mit originalem farbigem Lack und ausdrücklich ostasiatische Bronzen, bei denen Patina hoch geschätzt wird, nicht zu polieren. Lassen Sie dunkleren Belag in Vertiefungen der Verzierung, weil er dem Muster Kontrast gibt. Reinigen Sie im Zweifel das Objekt nur und polieren Sie es nicht.

Regelmäßige Pflege

Fassen Sie Beschläge nicht mit blanker Hand an, Fingerabdrücke enthalten Salze, die laut Konservatoren Spuren hinterlassen, die nur durch Polieren zu entfernen sind. Verwenden Sie saubere, gewaschene Baumwollhandschuhe oder Nitrilhandschuhe. Entfernen Sie Staub mit einer weichen Bürste, etwa einer Zahnbürste oder einer Borstenbürste, und verwenden Sie keine Staubwedel, weil ein festgehaltenes Schmutzkorn das Metall verkratzt.

Das Canadian Conservation Institute (CCI) entfernt Fett mit einer Mischung aus gleichen Teilen Methanol und Wasser auf Wattestäbchen, eventuell mit etwas mildem Reinigungsmittel; die amerikanische Quelle nennt einige Tropfen Reinigungsmittel in destilliertem Wasser. Tauchen Sie Objekte nicht in ein Wasserbad und befeuchten Sie keine Stellen, an denen der Beschlag mit Eisen oder Stahl verbunden ist, etwa ein Parierstück direkt auf der Klinge. Decken Sie Nichtmetallteile wie Griff oder Scheide mit klarer Polyethylenfolie ab. Kratzen Sie graue, weiße oder grüne Reste alter Politur aus Vertiefungen mit einem hölzernen Zahnstocher, angefeuchtet mit derselben Mischung. Testen Sie jedes Verfahren zuerst an einer unauffälligen Stelle.

Polieren, wenn es angebracht ist

Wenn Sie ein Objekt polieren möchten und weder Patina noch ursprüngliche Oberfläche dagegensprechen, verwenden Konservatoren gefälltes Calciumcarbonat als feinstes Schleifmittel. Die Quellen unterscheiden sich bei der Flüssigkeit: Die kanadische mischt es mit Wasser zu einer Paste, die amerikanische mit denaturiertem Alkohol zu einer cremeartigen Konsistenz. Tragen Sie es sparsam mit weichem Flanell oder Watte in kreisenden Bewegungen auf und wechseln Sie das Tuch häufig, damit sich der abgelöste Belag nicht wieder auf der Oberfläche absetzt. Die amerikanische Quelle warnt, dass gewöhnliche gemahlene oder geschlämmte Kreide das gefällte Mittel nicht ersetzt.

Meiden Sie handelsübliche Messingpoliermittel. Sie enthalten oft harte Partikel, die die weiche Legierung verkratzen, Ammoniak, das Kupfer löst, oder Säuren, die Entzinkung auslösen, und manche hinterlassen einen Anlaufschutzfilm, der eine weitere Behandlung erschwert.

Wachs oder Lack

Konservatoren schützen sauberes Metall mit einem mikrokristallinen Pastenwachs ohne synthetische Zusätze. Das kanadische Verfahren verdünnt es mit derselben Menge Testbenzin, trägt es dünn mit Pinsel oder Tuch auf, erwärmt Objekte ohne Holz und Elfenbein mit einem Fön, damit das Wachs in Vertiefungen fließt, saugt den Überschuss mit Papier ab und poliert es nach dem Aushärten mit einem fusselfreien Tuch. Die amerikanische Quelle poliert das Wachs mit Seide oder einem Nylonstrumpf und gibt an, dass es mindestens ein bis zwei Jahre schützt; erneuern Sie es, sobald wieder Belag auftritt. Wachs lässt sich jederzeit mit Testbenzin entfernen.

Lack empfehlen Konservatoren für den Alltagsgebrauch nicht: Er verändert das Aussehen, lässt sich schwer in dünner, gleichmäßiger Schicht auftragen und schwer entfernen. Er passt dort, wo das Objekt ursprünglich lackiert war. Fachgerecht aufgetragenes Harz schützt laut der amerikanischen Quelle bis zu zwanzig Jahre, doch das ist Arbeit für einen Konservator.

Lagerung

Für Kupferlegierungen nennen Konservatoren 30 % relative Luftfeuchtigkeit und weniger als Ideal und 40 bis 55 % als akzeptablen Bereich. Bei von Bronzekrankheit befallenen Objekten unterscheiden sich die Quellen: Eine empfiehlt, die Luftfeuchtigkeit unter 35 % zu halten, die andere unter 42 %. Lassen Sie Beschläge nicht in direktem Kontakt mit unbehandeltem Holz, säurehaltiger Pappe, Gummi und frisch lackierten Flächen; trennen Sie ein Holzregal mit einer Sperrfolie ab.

Kontrolle und wann zum Fachmann

Suchen Sie bei der Prüfung nach hellgrünen, pulvrigen Flecken, Pulver oder Schuppen um das Objekt, Rissbildung der Oberfläche, rosafarbenen Flecken auf Messing, Sprüngen, alten Reparaturen und lockeren oder fehlenden Teilen. Bronzekrankheit, starke Entzinkung und beeinträchtigte Festigkeit der Beschläge vertrauen Sie einem Konservator an.

Häufige Fehler

Am häufigsten schaden das Polieren historischer Patina zu Glanz, handelsübliche Poliermittel mit Ammoniak oder Säure, Eintauchen in Wasser, Politurreste in Vertiefungen und feucht in Kontakt mit Leder oder Gummi gelassene Beschläge.

Für welche Waffen das gilt

Das Vorgehen gilt für japanische Parierstücke tsuba, Beschläge fuchi und kashira, menuki und habaki, für Messing- und Bronzeparierstücke und Knäufe europäischer Schwerter und Säbel, Scheidenbeschläge, chinesische Schwerter jian und dao mit Messingbeschlägen und für bronzene Spitzen und Klingen.

Waffen aus diesem Material

DaoDashnaGunsenJitteKhopeshStreitkolbenTarge
Weitere Quellen zum Thema (6)
  1. Canadian Conservation Institute: The Cleaning, Polishing and Protective Waxing of Brass and Copper (CCI Notes 9/3)
  2. National Park Service: Caring for Silver and Copper Alloy Objects (Conserve O Gram 10/2)
  3. Canadian Conservation Institute: Recognizing metals and their corrosion products
  4. Canadian Conservation Institute: Preventing and Treating the Dezincification of Brass (CCI Notes 9/13)
  5. Canadian Conservation Institute: Caring for metal objects
  6. Canadian Conservation Institute: Storage of Metals (CCI Notes 9/2)