Tinku (andiner Ritualkampf)
tinkuQuechua für „Begegnung". Ritualkampf aus Norte Potosí in Bolivien, bei dem vergossenes Blut ein Opfer an Pachamama für gute Ernte ist. Im Mai.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Tinku (andiner Ritualkampf)
Tinku ist ein Quechua-Wort für Begegnung oder Zusammenstoß und bezeichnet einen Ritualkampf aus Norte Potosí in Bolivien. Es ist weder Sport noch Schule, sondern ein Ritus: Benachbarte Gemeinschaften kommen zusammen und schlagen sich, und das vergossene Blut gilt als Opfer an Pachamama, die Mutter Erde, das Ernte und Fruchtbarkeit bringen soll. Wer bei einem Tinku stirbt, ist nach traditioneller Deutung ein Opfer, das die Felder fruchtbar macht. Große Tinkus finden im Departement Potosí in den ersten Maiwochen statt und dauern zwei bis drei Tage; der letzte Tag ist meist der härteste, und die Polizei muss in der Regel eingreifen und die kämpfende Menge trennen. Die brutalste Form ist im Ort Macha bezeugt. Gekämpft wird mit bloßen Händen, aber keineswegs nur damit. Ein in der Faust gehaltener Stein verstärkt den Schlag, dazu kommen Schleuder und Peitsche; in Macha wickeln sich die Teilnehmer Stoffstreifen mit eingesetzten Glasscherben um die Fäuste. Die Begegnung ist kein Duell zweier Auserwählter, sondern eine Massenschlägerei zwischen Gemeinschaften, die damit zugleich aufgestaute Streitigkeiten abtragen. Neben dem Ritus gibt es auch einen Tanz. Der festliche Tinku ahmt den Kampf nur nach: Die Tänzer bewegen sich in der Hocke, in der Hüfte gebeugt, und treten und stampfen im Trommelrhythmus. In dieser Gestalt ist Tinku in ganz Bolivien bekannt.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
