Shorei-ryu
Ein Einordnungsbegriff, keine eigene Schule. Funakoshi bezeichnete damit die kraftbetonte, langsamere Strömung des Karate gegenüber dem Shorin-ryu.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Shorei-ryu
Über Shorei-ryu
Shorei-ryu ist keine eigenständige Schule mit belegter ununterbrochener Linie, sondern ein Einordnungsbegriff. Eingeführt hat ihn Gichin Funakoshi, der das okinawanische Karate in zwei Strömungen teilte: Shorin-ryu und Shorei-ryu. Shorin beschrieb er als leichter, schneller und beweglicher, passend für einen zierlicheren Körperbau, Shorei dagegen als schwerer und kraftbetonter, mit langsamerem Tempo, tiefer Atmung und Muskelspannung. Dem Shorei-ryu ordnete er die Kata zu, die mit innerer Spannung und festem Stand arbeiten, also Sanchin, Seisan und Hangetsu, dem Shorin dagegen die Kata mit langer Bewegungslinie. Praktisch entspricht diese Teilung dem Unterschied zwischen Naha-te, der mit Kanryo Higaonna verbundenen Tradition der Stadt Naha, aus der Goju-ryu hervorging, und Shuri-te sowie Tomari-te, aus denen Shotokan und Shorin-ryu entstanden. Funakoshi selbst räumte ein, dass die Grenze nicht scharf ist, und spätere Forscher zeigten, dass die Zuordnung einzelner Kata in den Quellen auseinandergeht. Die Herleitung des Namens vom Tempel Shorei-ji wird in der Literatur wiederholt, ist aber schriftlich nicht belegt. Im 20. Jahrhundert wählten einige Organisationen außerhalb Okinawas den Namen Shorei-ryu für ihre Schule, am deutlichsten Robert Trias in den Vereinigten Staaten, der 1946 in Arizona einen der ersten amerikanischen Karateklubs eröffnete. Diese Schulen schöpfen aus okinawanischen Quellen, sind aber nicht die unmittelbare Fortsetzung einer einzigen historischen Linie. Die Angabe zu Kanryo Higaonna als Gründer ist daher als Verweis auf Naha-te zu lesen, nicht als Gründung eines eigenen Stils.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
