Chito-ryu Karate
千唐流空手道Ein japanischer Karatestil von 1946. Sein Gründer war Arzt und passte die Stände so an, dass sie die Knie auf Dauer nicht belasten. Kernkata ist Seisan.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Chito-ryu Karate
Über Chito-ryu Karate
Chito-ryu ist ein Karatestil, den Tsuyoshi Chitose, mit okinawanischem Geburtsnamen Chinen Gua, 1946 in Kumamoto gründete. Der Name setzt sich aus den Zeichen für tausend und für die Tang-Dynastie zusammen und verweist auf den chinesischen Ursprung des okinawanischen Karate. Chitose wurde 1898 auf Okinawa geboren, übte bei Aragaki Seisho, Hanashiro Chomo, Kyan Chotoku und Motobu Choki, zog nach Japan und half in Tokio Gichin Funakoshi beim Unterricht. Die Besonderheit des Stils ist, dass sein Gründer Arzt war. Chitose studierte Medizin und ging die Technik vom Bau des Körpers her an. Er kam zu dem Schluss, dass die tiefen Stände und vollen Kniedrehungen, wie sie im Karate üblich geübt wurden, das Gelenk auf Dauer schädigen — er selbst hatte Knieprobleme — und erhöhte und verkürzte deshalb die Stände und passte die Winkel so an, dass die Last am Gelenk vorbeigeht. Das ist der Hauptunterschied zwischen Chito-ryu und den übrigen japanischen Stilen, und der Grund dafür ist praktisch, nicht ästhetisch. Die zentrale Kata ist Seisan, zu der der Übende auf jeder Stufe zurückkehrt; daneben wird sowohl das okinawanische als auch das japanische Repertoire geübt. Zu den Prüfungen gehört Shime, eine Kontrolle der Körperspannung, bei der der Prüfer Stand und Atmung mit Druck und Schlag überprüft. Nach Chitoses Tod 1984 leitet sein Sohn die Schule. Der internationale Chito-ryu-Verband ist in Kanada, Australien und den Vereinigten Staaten am stärksten, also außerhalb Japans.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
