SCARS (Special Combat Aggressive Reactionary System)
Amerikanisches kommerzielles Nahkampfsystem von Jerry L. Peterson. In den neunziger Jahren nutzten es die Spezialkräfte der Marine, der Umfang dieser Nutzung ist umstritten.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für SCARS (Special Combat Aggressive Reactionary System)
Über SCARS (Special Combat Aggressive Reactionary System)
SCARS (Special Combat Aggressive Reactionary System) ist ein amerikanisches Nahkampfsystem, das Jerry L. Peterson geschaffen hat. Das Magazin Forbes (2001) beschreibt ihn als Vietnamveteranen der 173. Luftlandeeinheit der Armee, der nach seinem Dienst verschiedene Kampfkünste studierte, aus der Kriegserfahrung einen eigenen Stil entwickelte und Mitte der achtziger Jahre in San Diego ein Kung-Fu- und Karatestudio eröffnete. Laut Forbes beruht das System statt auf traditioneller Selbstverteidigung auf dem Präventivangriff. Es lehrt eine Serie von Angriffsmanövern und nutzt die vorhersehbaren unwillkürlichen Reaktionen des Gegners. Laut einer Reportage der Website Fighting Arts und laut Wikipedia verwendet es keine Blocks und besteht nur aus abschließenden Schlägen. Ein Brief des Kommandeurs einer Einheit der Naval Special Warfare von 1994, dessen Scan die SCARS-Website veröffentlicht, besagt, dass das System 1989 in die Gemeinschaft der Spezialkräfte der Marine eingeführt und in die erste Phase der BUD/S-Ausbildung aufgenommen wurde. Das Ausbildungshandbuch für Instruktoren des Naval Special Warfare Center stammt vom April 1994. Wikipedia gibt unter Verweis auf ein Dokument vom April 1998 an, der Kurs sei damals eingestellt worden, die SCARS-Website behauptet dagegen, das System sei bis 2002 ein offizielles Programm gewesen.
Geschichte
Forbes (2001) schreibt, dass Petersons Militärdienst belegt ist, die Zahl der Feinde, die er nach eigenen Worten getötet hat, sich aber nicht unabhängig überprüfen lässt. Das Studio in San Diego eröffnete er laut dem Magazin Mitte der achtziger Jahre. Die SCARS-Website schreibt über sich, dass das Kommando der Spezialkräfte der Marine in Coronado 1988 auf Peterson aufmerksam wurde, die Tests von November 1988 bis Februar 1989 liefen und die Marine um April 1989 einen Vertrag schloss.
Weiterlesen
Ein Brief des Kommandeurs der Naval Special Warfare Unit TWO von 1994, als Scan auf der SCARS-Website veröffentlicht, besagt, dass die Spezialkräfte der Marine kein standardisiertes Nahkampfsystem haben und dass SCARS 1989 in ihre Gemeinschaft eingeführt und in die erste Phase der BUD/S-Ausbildung aufgenommen wurde. Er bezeichnet Peterson als Entwickler des Systems von der Firma Joyas Corporation. Das Ausbildungshandbuch Trainee Guide for SCARS Level I Instructor mit der Nummer K-431-0096 stammt laut Titelseite vom April 1994. Im Februar 1995 nahm das Kommando der Naval Special Warfare Group ONE das Angebot der Firma J. L. SCARS, Inc. auf die Reproduktionsrechte am Handbuch und an der Ausbildungskassette an. Die englische Wikipedia gibt unter Verweis auf ein internes Dokument vom 17. April 1998 an, dass in den mehr als zwei Jahren davor keine Einheit den dreißigtägigen SCARS-Kurs durchlaufen habe und dass der Kurs eingestellt worden sei. Die SCARS-Website behauptet, das System sei von 1989 bis 2002 ein offizielles Programm gewesen.
Was es unterscheidet
Forbes (2001) schreibt, dass Peterson die klassischen Kampfkünste verachtet. Das Magazin zitiert W. Hock Hochheim, wonach sich nicht garantieren lasse, wie jemand auf eine Faust, ein Messer oder eine Pistole reagiere.
Technik
Forbes (2001) schreibt, dass Petersons Programm eine Serie von Angriffsmanövern lehrt und die vorhersehbaren unwillkürlichen Reaktionen des Gegners nutzt. In seinem Vokabular heißt der Verteidiger fighter und die Selbstverteidigung hostile control. Peterson sagte dem Magazin, er lehre keine punchy-kicky. Herb Borkland gibt in einer Reportage für die Website Fighting Arts an, dass SCARS überhaupt keine Blocks verwendet und nur aus abschließenden Schlägen besteht. Den Kern des Systems bildet laut ihm der Begriff Autokinematik. Die englische Wikipedia ergänzt unter Verweis auf Borkland, dass Schläge auf verletzliche Nerven die Blocks ersetzen, das Ziel ein Rückenmarksreflex ist und die Hauptelemente Geometrie, Physiologie und Physik ohne spirituelle Komponente sind.
Training
Laut Forbes (2001) lässt das Training die Teilnehmer oft mit Prellungen zurück. Eine Übung besteht darin, mit einem Revolver Kaliber .38 auf einen anderen Menschen zu schießen, mit echtem Pulver und Schaumstoffpfropfen statt Geschossen. Peterson verlangte laut dem Magazin 1.800 Dollar für ein dreitägiges Seminar und 50.000 Dollar für eine eintägige Einzelstunde und verkaufte Videosets für bis zu 1.130 Dollar. Borkland beschreibt für Fighting Arts ein vierzigstündiges Camp für 5.000 Dollar und Reisekosten sowie Ausbildungskassetten von 1993.
Heute
Navy Times (2016) schreibt, dass die Spezialkräfte der Marine 2011 die Nahkampfausbildung an die Firma Linxx Global Solutions mit einer Akademie für gemischte Kampfkünste in Virginia Beach vergaben. Davor nutzten sie laut dem Artikel das 1989 übernommene System Close Quarters Defense von Duane Dieter. SCARS erwähnt der Artikel nicht. Die Diplomarbeit von Lorah an der Naval Postgraduate School (2010) gibt an, dass die SEAL-Einheiten kein standardisiertes Nahkampfprogramm haben und der Ausbildungsstil vom angeheuerten Instruktor abhängt. Die SCARS-Website gibt über sich an, dass das System weiterhin ein offizieller Kurs ist, weil es die Kursnummer K-431-0096 des Verteidigungsministeriums hat, und bietet Seminare, Online-Training und Programme für die Polizei an.
Wissenswertes
Die englische Wikipedia gibt an, dass die SCARS-Videos 1993 als teuerste Sammlung von Selbstverteidigungsvideos erschienen und in den ersten neun Monaten eine Million Dollar einspielten. Im Jahr 1999 wurde laut ihr eine SCARS-Fernsehsendung geschrieben und besetzt, die letztlich nicht entstand. Die Auflösung der Abkürzung variiert. Das Handbuch von 1994 und Forbes schreiben System im Singular, der Brief des Einheitskommandeurs von 1994 Systems.
Häufige Fragen
Wer hat SCARS geschaffen?
Das System schuf Jerry L. Peterson, laut Forbes (2001) ein Vietnamveteran, der Mitte der achtziger Jahre in San Diego ein Studio eröffnete. Ein Brief des Kommandeurs einer Einheit der Spezialkräfte der Marine von 1994 bezeichnet ihn als Entwickler des Systems.
Trainieren SEAL-Einheiten bis heute SCARS?
Unabhängige Quellen belegen das nicht. Navy Times (2016) schreibt, dass die Spezialkräfte der Marine seit 2011 den Nahkampf im Stil der gemischten Kampfkünste trainieren, und erwähnt SCARS nicht. Die SCARS-Website behauptet, das System sei bis 2002 ein offizielles Programm gewesen.
Verwendet SCARS Blocks?
Laut dem Bericht von Herb Borkland für die Website Fighting Arts nicht. Das System besteht laut ihm nur aus abschließenden Schlägen, und Forbes (2001) beschreibt es als ein auf dem Präventivangriff aufgebautes System.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.