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Handschrift

De Arte Gladiatoria Dimicandi (MS Vitt.Em.1324)

Originaltitel: De Arte Gladiatoria Dimicandi

1482–1487ItalienLehrbuch

Illustrierte italienische Fechthandschrift von Filippo Vadi aus Pisa, 1482–1487, Guidobaldo da Montefeltro gewidmet: Schwert, Axt, Stangenwaffen, Dolch und Ringen.

De Arte Gladiatoria Dimicandi ist eine illustrierte Fechthandschrift, die nach Wiktenauer wahrscheinlich zwischen 1482 und 1487 entstand. Verfasst hat sie Philippo di Vadi (Filippo Vadi) aus Pisa, gewidmet ist sie Herzog Guidobaldo da Montefeltro in Urbino. Heute liegt sie in der Biblioteca Nazionale Centrale di Roma unter der Signatur MS Vitt.Em.1324. Sie umfasst 42 Papierfolien im Format 235 × 150 mm in Ledereinband und ist in mittelalterlichem Italienisch geschrieben. Auf ein Vorwort folgt eine Einleitung in sechzehn Kapiteln sowie Abschnitte über den Kampf mit Schwert, Axt, Schwert in Rüstung, Stangenwaffen und Dolch und über das Ringen. Auf jeder Seite stehen zwei Illustrationen mit dem Text darüber. Laut der englischen Wikipedia deuten die Illustrationen und Techniken auf den Einfluss von Fiore dei Liberi hin, Vadi unterscheidet sich von ihm jedoch in der Fußarbeit und in einigen eigenen Techniken. Bis 1502 befand sich die Handschrift in der herzoglichen Bibliothek in Urbino, wo sie das Verzeichnis von Ludovico Odasio erfasst, und ging bei der Eroberung der Stadt durch Cesare Borgia verloren. 1838 kaufte sie der Händler J. T. Payne, danach gehörte sie Sir Thomas Phillipps, Thomas FitzRoy Fenwick und den Händlern Phillip und Lionel Robinson, von denen sie 1967 das italienische Bildungsministerium für die Bibliothek in Rom erwarb. Moderne Ausgaben und Übersetzungen besorgten Gregory Mele und Luca Porzio (2002), Marco Rubboli und Luca Cesari (2005), Guy Windsor (2013 und 2018) und Ian Davis (2021).

Kampfkünste im Werk

HEMAZentralFechten des Fiore dei Liberi (Fior di Battaglia)Prominent

Inhalt

Die Handschrift eröffnet ein Vorwort auf den Folien IIv–3v. Auf den Folien 3v–14v folgt eine in sechzehn Kapitel gegliederte Einleitung. Der praktische Teil beginnt mit dem Schwert (fol. 15r–23v), dann kommen die Axt (fol. 24r–25r) und das Schwert in voller Rüstung (fol. 26r–27v). Den Stangenwaffen gehören zwei getrennte Stellen, die Folien 28r–28v und 38r–38v. Am umfangreichsten ist der Abschnitt über den Dolch, verteilt auf die Folien 29r–37v und 39r–42v, und Wiktenauer ordnet auch das Ringen dem Folio 29r zu. Jede Seite besteht aus zwei Abbildungen mit begleitendem Text darüber. Die Gesamtzahl der Illustrationen haben wir in den Quellen nicht gefunden. Die Hauptwaffe ist laut der englischen Wikipedia das Langschwert.

Entstehung

Wiktenauer setzt die Entstehung der Handschrift wahrscheinlich in die Jahre 1482–1487 und nennt eine Widmung an Herzog Guidobaldo da Montefeltro. Der Autor Philippo di Vadi wurde laut derselben Quelle 1425 in Pisa geboren und starb vielleicht 1501 in Urbino. Seit den Achtzigerjahren des 15. Jahrhunderts bis 1502 befand sich die Handschrift in der herzoglichen Bibliothek in Urbino, und Ludovico Odasio trug sie in deren Verzeichnis ein. Bei der Eroberung Urbinos durch Cesare Borgia 1502 ging sie verloren. Sie tauchte 1838 wieder auf, als der Händler J. T. Payne sie kaufte. In den Jahren 1838–1872 gehörte sie Sir Thomas Phillipps, in dessen Sammlung sie die Nummern 11725 und 13545 trug, in den Jahren 1885–1938 Thomas FitzRoy Fenwick und in den Jahren 1946–1967 den Händlern Phillip und Lionel Robinson. 1967 erwarb sie das italienische Bildungsministerium und übergab sie der Biblioteca Nazionale Centrale di Roma.

Ausgaben und Übersetzungen

Die älteste der modernen Ausgaben, die Wiktenauer nennt, ist die englische Übersetzung Arte Gladiatoria Dimicandi: 15th Century Swordsmanship of Master Filippo Vadi, die 2002 Gregory Mele und Luca Porzio erstellten. Die italienische Ausgabe L'arte Cavalleresca del Combattimento veröffentlichten 2005 Marco Rubboli und Luca Cesari. Guy Windsor publizierte 2013 das Buch Veni Vadi Vici mit Transkription, Übersetzung und Kommentar und knüpfte 2018 mit dem Titel The Art of Sword Fighting in Earnest daran an. Die jüngste der genannten Ausgaben ist Wielding the Light of Mars von Ian Davis aus dem Jahr 2021. Die Verlage der ersten beiden Ausgaben konnten wir nicht belegen. Digitale Aufnahmen der Handschrift stellt die Biblioteca Nazionale Centrale di Roma in ihrer digitalen Sammlung bereit.

Personen und Kampfkünste

Angaben

Form
Handschrift
Aufbewahrungsort
Biblioteca Nazionale Centrale di Roma
Signatur
MS Vitt.Em.1324
Blätter
42
Material
Papier

Ausgaben

  • 2002 · EN · Arte Gladiatoria Dimicandi: 15th Century Swordsmanship of Master Filippo Vadi · Übersetzung
  • 2005 · IT · L'arte Cavalleresca del Combattimento
  • 2013 · EN · Veni Vadi Vici · Übersetzung
  • 2018 · EN · The Art of Sword Fighting in Earnest · Übersetzung
  • 2021 · EN · Wielding the Light of Mars · Übersetzung

Weitere Titel

  • On the Art of Fencing with Swords (Übersetzter Titel, GB)
Weitere Quellen zum Thema (3)
  1. wiktenauer.com/wiki/De_Arte_Gladiatoria_Dimicandi_(MS_Vitt.Em.1324)
  2. en.wikipedia.org/wiki/Filippo_Vadi
  3. wiktenauer.com/wiki/Philippo_di_Vadi