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Handschrift

Oplodidaskalia sive Armorvm Tractandorvm Meditatio Alberti Dvreri (MS 26-232)

Originaltitel: Oplodidaskalia sive Armorvm Tractandorvm Meditatio Alberti Dvreri

1512DeutschlandLehrbuch

Handschrift aus Dürers Nürnberger Werkstatt von etwa 1512 über Ringen, Schwert, Dolch, Messer und den Kampf zu Pferd, heute in der Wiener Albertina.

Oplodidaskalia sive Armorum Tractandorum Meditatio Alberti Dureri, in der englischen Übersetzung von Wiktenauer Weapon Training, or Albrecht Dürer's Meditation on the Handling of Weapons, ist eine Fecht- und Ringerhandschrift, die um 1512 in der Nürnberger Werkstatt Albrecht Dürers entstand. Wiktenauer bringt ihre Entstehung mit dem Besuch Kaiser Maximilians I. in Nürnberg im Jahr 1512 in Verbindung. Heute wird sie in der Wiener Albertina unter der Signatur MS 26-232 aufbewahrt. Die Handschrift umfasst 127 Blätter im Format 220 × 310 mm. Auf den Seiten stehen zwei bis drei Illustrationen, rechts daneben Text in frühneuzeitlichem Oberdeutsch. Der illustrierte Hauptteil behandelt Ringen, Schwert, Dolch und Messer. Es folgen Abschriften älterer Texte: ein Fragment von Lecküchners Glosse zum Messer, Lignitzer, Ringecks Glosse zu Liechtenauers Zettel für das kurze Schwert, eine anonyme Lehre vom Dolch und Lews Glosse zum Kampf zu Pferd. Der Text ist laut Wiktenauer nicht Dürers eigenes Werk, sondern eine Abschrift älterer Traktate der Augsburger Tradition. Die Illustrationen entstanden in Dürers Werkstatt, und Dürer selbst schrieb als Schreiber einen Teil der Blätter, weitere schrieben Willibald Pirckheimer und ein unbekannter Schreiber. Vorlage war der Codex Wallerstein (Cod.I.6.4º.2), dessen Teile A und B die Werkstatt übernahm. Der verlorene Codex 1246 vom Beginn des 17. Jahrhunderts war eine Abschrift dieser Handschrift und des Egenolffschen Nachdrucks von Andreas Paurenfeyndt. Die Illustrationen zu Ringen, Langem Schwert, Dolch und Messer zählt Wiktenauer zu den besten unter den Fechtbüchern.

Kampfkünste im Werk

Deutsche FechtschuleZentralRingen (mittelalterlich)ZentralHEMA

Inhalt

Wiktenauer unterscheidet in der Handschrift vier Teile unterschiedlichen Alters. Der jüngste, Teil A mit der Einleitung, stammt aus der Zeit um 1600. Teil B wurde in Dürers Werkstatt illustriert und später um leere Blätter ergänzt. Die Teile C und D sind die ältesten, aus der Zeit um 1500, und könnten ursprünglich Bestandteil anderer Handschriften gewesen sein. Das Ringen nimmt die Blätter 14r–53r ein, das Schwert die Blätter 60r–66r, der Dolch die Blätter 66v–67v und das Messer die Blätter 73r–92r, dazwischen liegen Gruppen leerer Blätter. Auf den Blättern 96r–100v steht ein Fragment von Lecküchners Glosse zum Messer, auf Blatt 100v ein Vers von Martin Huntsfeld über den Kampf zu Pferd, Liechtenauers Zettel für das kurze Schwert und ein Fragment des Ringens von Otto Jud. Blatt 101 trägt Lignitzers Text, die Blätter 105r–112v Ringecks Glosse zum kurzen Schwert in vertauschter Reihenfolge, die Blätter 112v–116v eine anonyme Lehre vom Dolch und die Blätter 116v–124r Lews Glosse zum Kampf zu Pferd. Den Abschluss bildet ein Epitaph auf den Blättern 125r–127r.

Entstehung

Die Handschrift entstand um 1512 in der Nürnberger Werkstatt Albrecht Dürers. Laut Wiktenauer hängen Dürers Arbeiten über den Kampf mit dem Besuch Kaiser Maximilians I. in Nürnberg im Jahr 1512 und mit dem Bemühen um seine Gunst zusammen. Die Werkstatt stützte sich auf Handschriften der sogenannten Augsburger Gruppe und nutzte als Vorlage die Teile A und B des Codex Wallerstein (Cod.I.6.4º.2) aus den siebziger Jahren des 15. Jahrhunderts. Im Jahr 1823 entdeckte der Theologe Vincenz Weintridt die Handschrift in der Steiermark (Wiktenauer schreibt den Namen auch Weindridt), und 1833 wurde sie Kaiser Franz I. übergeben. Seitdem befindet sie sich in der Albertina in Wien. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand nach ihr und nach Egenolffs Nachdruck von Andreas Paurenfeyndt eine Abschrift, geführt als Codex 1246, die nicht erhalten ist.

Urheberschaft

Der lateinische Titel schreibt die Handschrift Dürer zu, Wiktenauer führt sie jedoch als ein in seiner Werkstatt entstandenes Werk. Der Text ist nicht Dürers eigenes Werk, sondern eine Abschrift älterer Traktate der Augsburger Tradition. Dürer selbst ist als Schreiber der Blätter 13r–29r und 33r–42r belegt. Die Blätter 30r–32r schrieb sein Jugendfreund und intellektueller Berater Willibald Pirckheimer, die Blätter 43r–52r ein unbekannter Schreiber. Dass Dürer alle Illustrationen persönlich gezeichnet hätte, behauptet Wiktenauer nicht. Die Datierung ist nicht einheitlich. Wiktenauer nennt das Jahr um 1512, legt die Illustration von Teil B aber in die Zeit um 1510 und spricht beim Codex Wallerstein von der Entstehung von Dürers Handschrift um 1500. Am häufigsten wird das Jahr 1512 genannt.

Personen und Kampfkünste

Angaben

Form
Handschrift
Aufbewahrungsort
Albertina, Wien
Signatur
MS 26-232
Blätter
127

Ausgaben

  • EN · Wiktenauer · Übersetzung

Weitere Titel

  • Weapon Training, or Albrecht Dürer's Meditation on the Handling of Weapons (Übersetzter Titel, en)
  • Ὀπλοδιδασκαλία sive Armorvm Tractandorvm Meditatio Alberti Dvreri (Alternativtitel, grc)
Weitere Quellen zum Thema (3)
  1. wiktenauer.com/wiki/Oplodidaskalia_sive_Armorvm_Tractandorvm_Meditatio_…
  2. wiktenauer.com/wiki/Albrecht_Dürer
  3. wiktenauer.com/wiki/Codex_Wallerstein_(Cod.I.6.4º.2)