Kanga Sakugawa
佐久川寛賀
Okinawanischer Adliger und Kampfkunstmeister aus Shuri (um 1786–1867), genannt Tode Sakugawa, Verwalter auf Yaeyama und der Überlieferung nach Lehrer von Sokon Matsumura.
Auf einen Blick
JapanBiografie
Kanga Sakugawa war ein okinawanischer Adliger und Kampfkunstmeister aus Shuri, dem die okinawanische Überlieferung den Beinamen Tode Sakugawa gibt. Das Regierungsportal Okinawa Karate nennt als Geburtsjahr 1782 oder 1786 in Akata oder Torihori in Shuri und hält 1867 für das wahrscheinlichste Todesjahr. Das Denkmal im Sakiyama-Park in Shuri nennt die Daten 1786 bis 1867.
Er wurde in die Familie Teruya mit dem Rang eines chikudun pechin geboren und erhielt den Namen Sakugawa erst mit dem Lehen. Als Kind lernte er das okinawanische ti und in Peking, wohin er wiederholt mit ryukyuanischen Gesandtschaften reiste, die chinesische Kampfkunst. Die Namen seiner Lehrer nennt das Portal nicht, und eine persönliche Beziehung zu Kushanku hält Andreas Quast nur für eine Vermutung. 1835 wurde er Verwalter der Yaeyama-Inseln, wo er Rechtsprechung und Steuereintreibung leitete.
Laut dem Portal taucht die Bezeichnung tode in der ryukyuanischen Geschichte gerade in seiner Zeit auf. Zu seinen Schülern zählt das Portal Anko Asato und Sokon Matsumura. Das bojutsu kata Sakugawa no kon wird bis heute weitergegeben, Quast weist jedoch darauf hin, dass es keine Karate-Kata Sakugawa gibt.
Die Überlieferung von seinem Tod in Peking im Jahr 1837 ist eine Legende, denn 1838 ist er lebend auf Yaeyama belegt. Eine Legende ist auch die Geschichte vom Kampf mit Piraten. Ein Zitat mit belegter Herkunft haben wir nicht gefunden.
Frühe Jahre
Das Regierungsportal Okinawa Karate nennt als Geburtsjahr 1782 oder 1786 und als Ort Akada, das heutige Akata, oder Torihori in Shuri. Er wurde in die Familie Teruya geboren, also in den landlosen einfachen Adel mit dem Rang eines chikudun pechin, und erhielt den Namen Sakugawa erst mit dem Lehen. Olaf Steinbrecher meint, dass die von manchen Websites genannten Daten 1733 bis 1815 seinem Vater Kangi gehören, während dem Sohn Kanga die Daten 1786 bis 1867 vom Denkmal im Sakiyama-Park gehören. Andere Websites nennen noch die Jahre 1762 bis 1843.
Ausbildung und Lehrer
Das Regierungsportal nennt die Namen seiner Lehrer nicht und sagt nur, dass er als Kind das okinawanische ti und in Peking die chinesische Kampfkunst lernte. Laut Andreas Quast studierte er in China und reiste wiederholt im Gefolge ryukyuanischer Gesandtschaften dorthin. Eine persönliche Beziehung zu Kushanku ist laut Quast nur eine Vermutung, die auf der Ähnlichkeit der Stellungen im bojutsu kata Sakugawa und in den Kata Kusanku beruht. Die englische Wikipedia schreibt unter Verweis auf Mark Bishop, dass eher sein Vater Kangi beim Mönch Takahara und bei Kushanku lernte, der Text ist jedoch mehrdeutig.
Beitrag und Neuerungen
1835 wurde er Verwalter der Yaeyama-Inseln, leitete Rechtsprechung und Steuereintreibung und kehrte am 17. Mai 1838 zurück. Laut dem Portal taucht die Bezeichnung tode in der ryukyuanischen Geschichte gerade in seiner Zeit auf, davor nannte man die Kunst ti. Das Portal schreibt ihm auch die Einführung von Atemübungen und qinna-Grifftechniken zu, nennt jedoch keinen weiteren Beleg. Laut Quast gibt es keine Karate-Kata Sakugawa, erhalten ist nur das bojutsu kata Sakugawa no kon.
Legenden und belegte Fakten
Die Überlieferung von Sakugawas Tod in Peking im Jahr 1837 und Begräbnis auf einem Ausländerfriedhof ist laut dem Portal und Quast eine Legende, denn 1838 ist er lebend auf Yaeyama belegt. Eine Legende ist auch die Geschichte vom Kampf mit Piraten mit einem Stock während einer Seereise. Die englische Wikipedia erzählt ohne Quelle eine mündliche Überlieferung von einer Begegnung mit Kushanku an einem Fluss, bei der Sakugawa einen alten Chinesen anstieß und dieser ihn mit eisernem Griff packte. Eine Broschüre über Schläge und Stürze, angeblich an Matsumura weitergegeben, ist nur auf einem einzigen Blatt erhalten, und ihre Echtheit wurde um 1995 nur vorläufig anerkannt.
Vermächtnis
Das Regierungsportal nennt als seine Schüler Anko Asato, der über die Entstehung des Namens karate schrieb, und der Überlieferung nach Sokon Matsumura. Quast akzeptiert Matsumura als Schüler aufgrund der Forschung von Hiroshi Kinjo. Das Portal verleiht Sakugawa die Beinamen Begründer des okinawanischen Karate und Erneuerer des ryukyuanischen kobudo. Das Karate- und Kobudo-Denkmal im Sakiyama-Park in Shuri nennt ihn mit den Daten 1786 bis 1867.