Motobu Choki
本部朝基
Okinawanischer Karatemeister (1870–1944), bekannt für seinen Schwerpunkt auf dem Kumite und seinen Sieg über einen Boxer in Kyoto, Autor des ersten Buchs über Kumite von 1926.
Auf einen Blick
JapanBiografie
Choki Motobu war ein okinawanischer Karatemeister, bekannt für seinen Schwerpunkt auf Kumite und Kampf, dessen Erbe heute die Schule Motobu-ryu fortführt. Er wurde am 5. April 1870 im Dorf Akahira in Shuri als dritter Sohn von Motobu Choshin aus dem Haus Motobu Udun geboren, einer Nebenlinie der königlichen Familie von Ryukyu. Er starb am 15. April 1944 in Shuri im Alter von 74 Jahren.
Mit zwölf Jahren begann er mit seinem Bruder Choyu bei Itosu Anko zu trainieren, bei dem er sieben bis acht Jahre blieb. Heimlich lernte er auch bei Sokon Matsumura und Sakuma Pechin und ab etwa neunzehn Jahren bei Kosaku Matsumora in Tomari, wo er den freien Ringkampf Kakidi übte. In einem Interview von 1936 nannte er außerdem Kunigami Pechin und Kunishi aus Kumoji als Lehrer.
Um 1921 zog er nach Osaka und eröffnete dort laut Motobu-ryu 1922 ein Dojo. Im November 1922 besiegte er in Kyoto einen ausländischen Boxer, nach den Forschungen von Charles Goodin wahrscheinlich den Esten Jaan Kentel, Motobu selbst datierte den Kampf auf 1923. Im Mai 1926 veröffentlichte er das Buch Okinawa Kenpo Karate-jutsu Kumite-hen mit zwölf Kumite-Übungen und 1932 Watashi no Karate-jutsu. 1929 wurde er Cheflehrer für Karate an der Toyo-Universität, und um 1930 leitete er in Tokio das Dojo Daidokan.
Mitte 1942 kehrte er nach Okinawa zurück. Sein Sohn Chosei Motobu übernahm die Familientradition und ist seit 2003 Oberhaupt von Motobu-ryu. Zu den Schülern und Gästen des Daidokan gehörten laut Wikipedia Tatsuo Yamada, Shigeru Nakamura und Yasuhiro Konishi.
Frühe Jahre
Choki Motobu wurde am 5. April 1870 im Dorf Akahira in Shuri als dritter Sohn von Motobu Choshin und dessen Frau Ushi geboren. Die Familie gehörte zu Motobu Udun, einer Nebenlinie der königlichen Familie von Ryukyu, die nach den Forschungen von Charles Goodin vom sechsten Sohn von König Sho Shitsu abstammt. In der Kindheit hieß er Masanraa, und wegen seiner Behändigkeit bekam er den Spitznamen Motobu no Saaru, der Affe von Motobu.
Die Familienkunst Motobu Udundi stand laut Wikipedia dem ältesten Sohn zu, und Choki hatte als dritter Sohn keinen Anspruch darauf. Das Familienregister führt ihn als dritten Sohn von Motobu Choshin.
Ausbildung und Lehrer
Mit zwölf Jahren begann er mit seinem älteren Bruder Choyu bei Itosu Anko zu trainieren, der sie im Familiensitz unterrichtete. Laut Wikipedia blieb er sieben bis acht Jahre bei ihm und lernte Naihanchi und Channan, den Vorläufer der Pinan-Kata. Heimlich lernte er bei Sokon Matsumura und bei Sakuma Pechin, den er in seinem Buch von 1932 Sakuma den Weisen nannte. Ab etwa neunzehn Jahren übte er bei Kosaku Matsumora in Tomari den Ringkampf Irikumi und Kakidi.
In einem Interview für die Zeitung Ryukyu Shimpo vom November 1936 nannte er auch Kunigami Pechin und Kunishi aus Kumoji als Lehrer und sagte, er habe sich Matsumora und Sakuma am nächsten gefühlt. Ein enger Freund bei der Erforschung des Kumite war Kentsu Yabu. Laut Motobu-ryu kämpfte er in den Vergnügungsvierteln von Naha in Kakedameshi-Kämpfen, die Angabe von Hunderten Kämpfen ohne Niederlage ist jedoch nicht unabhängig belegt.
Beitrag und Neuerungen
Um 1921 zog er nach Osaka und eröffnete dort laut Motobu-ryu 1922 ein Dojo und unterrichtete auch auf einer Polizeiwache und an der Lehrerschule Mikage. Im November 1922 besiegte er laut der Zeitschrift King in Kyoto einen ausländischen Boxer und wurde landesweit bekannt. Die Forschung von Charles Goodin identifiziert den Gegner als den estnischen Kraftmenschen Jaan Kentel.
Im Mai 1926 veröffentlichte er das Buch Okinawa Kenpo Karate-jutsu Kumite-hen, die älteste Aufzeichnung des Kumite, mit zwölf Übungen, die Motobu-ryu bis heute lehrt. 1932 erschien das Buch Watashi no Karate-jutsu mit Fotografien der gesamten Naihanchi-Folge und einer Kritik an Veränderungen in den Kata. 1929 wurde er Cheflehrer des Karate-Clubs der Toyo-Universität, und um 1930 leitete er in Tokio das Daidokan, laut Motobu-ryu das älteste benannte Dojo nur für Karate in Japan. Am 25. Oktober 1936 nahm er am Treffen der Karatemeister in Naha teil, von dessen Datum sich der heutige Tag des Karate herleitet.
Philosophie und Prinzipien
In einem Interview für Ryukyu Shimpo vom November 1936 sagte er, die Hand, die einen Angriff annimmt, müsse sich sofort in einen Angriff verwandeln, und den Grundsatz, zuerst zu blocken und dann zu schlagen, hielt er nicht für echtes Bujutsu. Er kritisierte Kumite, das die Kata einfach unverändert übernimmt, weil es nach seiner Ansicht im wirklichen Kampf nichts bringt. Als Grundlage des Karate betrachtete er laut Wikipedia den Stand und die Arbeit von Beinen und Hüften in Naihanchi.
Legenden und belegte Fakten
Das Gerücht, er sei der uneheliche Sohn einer Kurtisane gewesen, widerlegt laut einem Artikel auf der Website Fightingarts das Familienregister, das ihn als dritten Sohn von Motobu Choshin führt. Die verbreitete Behauptung, er habe nur die Kata Naihanchi gekannt, entspricht auch nicht den Angaben von Wikipedia, wonach er auch Seisan, Passai, Wanshu und Jitte lehrte. Das Gerücht vom Analphabetentum verbreiteten laut Wikipedia seine Rivalen, und erhaltene Schriftproben widerlegen es.
Die Zeitschrift King schrieb den Kampf mit dem Boxer 1925 zwar Motobu zu, die Illustrationen zeigten aber Gichin Funakoshi als Sieger. Die Okinawa Times meldete 1978, Choki habe die Familienkunst Udundi nach einem Kampf im Jahr 1924 von seinem Bruder erhalten, derselbe Artikel schreibt aber, dass niemand aus der Familie Udundi geerbt habe. Den Streit haben wir nicht entschieden.
Vermächtnis
Er starb am 15. April 1944 in Shuri im Alter von 74 Jahren, und sein Grab befindet sich in Kaizuka bei Osaka. Sein Sohn Chosei Motobu lernte die Familienkunst Udundi bei Seikichi Uehara und ist seit 2003 offiziell Oberhaupt der Schule. Motobu-ryu, offiziell Nihon Denryu Heiho Motobu Kenpo, lehrt weiterhin das Kumite aus dem Buch von 1926.
Zu den Schülern und Gästen des Daidokan gehörten laut Wikipedia Tatsuo Yamada, Shigeru Nakamura, Yasuhiro Konishi und der Boxer Piston Horiguchi. Das Familiengrab von Motobu Udun in Ginowan erklärte die Stadt 2021 zur historischen Stätte.
Lehrer, Schüler und Familie
Assoziierte Kampfkünste
Zitate
Die Hand, die annimmt, muss sich sofort in einen Angriff verwandeln.
The hand that receives must instantly turn into an attack.
Die Besonderheit des Karate besteht darin, sich weich zu bewegen und, sobald sich eine Lücke zeigt, sofort zuzuschlagen.
Karate's specialty is to move softly, then, when an opening appears, strike instantly.