Shoshin Nagamine
Okinawanischer Karatemeister (1907–1997), Polizist und Gründer des Stils Matsubayashi-ryu, Autor des Buches The Essence of Okinawan Karate-do.
Auf einen Blick
JapanBiografie
Shoshin Nagamine war ein okinawanischer Karatemeister, Gründer des Stils Matsubayashi-ryu, Polizist und Kommunalpolitiker. Er wurde am 15. Juli 1907 im Dorf Tomari in Naha geboren und starb am 2. November 1997 in Naha im Alter von 90 Jahren.
Als Schüler einer Handelsschule erkrankte er und behandelte sich laut eigener Biografie mit Diät und Karatetraining. Er lernte bei Kotatsu Iha, ab März 1928 bei Taro Shimabukuro aus Shuri und bei Ankichi Arakaki, während des Polizeidienstes in Kadena bei Chotoku Kyan, und 1936 beriet ihn in Tokio Choki Motobu im Kumite. 1928 wurde er zur Armee eingezogen und kämpfte in China, im Dezember 1931 trat er in die okinawanische Polizei ein. Im Mai 1940 erhielt er vom Dai Nippon Butokukai auf Empfehlung von Chojun Miyagi den Titel Renshi.
1940 schuf er die Grundkata Fukyugata Ichi. Matsubayashi-ryu gründete er 1947, benannt zu Ehren von Sokon Matsumura und Kosaku Matsumora, und im Januar 1953 eröffnete er in Naha das Dojo Matsubayashi-ryu Karate Kodokan. Von 1953 bis 1957 war er Mitglied des Stadtrats von Naha und von 1961 bis 1969 laut der japanischen Wikipedia Vorsitzender der Okinawa Karate-do Federation. Sein Buch über das okinawanische Karate erschien im Februar 1975 auf Japanisch und Englisch als The Essence of Okinawan Karate-do.
Ab 1963 verband er Karate mit Zen und wurde Schüler des Zen-Priesters Sogen Sakiyama. 1977 gründete er den Weltverband Matsubayashi-ryu. Nach seinem Tod leitete den Stil sein Sohn Takayoshi Nagamine.
Frühe Jahre
Shoshin Nagamine wurde am 15. Juli 1907 im Dorf Tomari in Naha als Sohn von Shoho und Gozei geboren. Im März 1923 trat er in die städtische Handelsschule in Naha ein. Laut eigener Biografie erkrankte er 1926 an einer Magenstörung, die Medikamente nicht heilten, und behandelte sich mit Diät und Karatetraining im Garten seines Nachbarn Chojin Kuba. Jeden Abend trainierte er dann an der Schule in Tomari bei dem älteren Meister Kotatsu Iha. Man nannte ihn Chippai Matsu, die zähe Kiefer.
1928 wurde er zur Infanterie eingezogen, in Kämpfe in China geschickt und kehrte nach der ehrenhaften Entlassung laut Biografie im Juli des folgenden Jahres nach Okinawa zurück. Im Dezember 1931 trat er in die okinawanische Polizei ein und diente bis August 1936 auf der Station Kadena.
Ausbildung und Lehrer
Ab März 1928 war er Schüler von Taro Shimabukuro aus Shuri, zu dem er täglich acht Kilometer ging, und trainierte auch bei Ankichi Arakaki. Während des Dienstes in Kadena von Dezember 1931 bis August 1936 trainierte er bei Chotoku Kyan, den er als seinen zweiten Lehrer bezeichnete. Ab April 1936 verbrachte er sechs Monate in Tokio, wo ihn Choki Motobu im Kumite beriet.
Ab 1938 übte er Kendo und erhielt 1941 den 3. Dan. Im Mai 1940 verlieh ihm der Dai Nippon Butokukai in Kyoto auf Empfehlung von Chojun Miyagi den Titel Renshi. 1963 las er Das Buch der fünf Ringe von Miyamoto Musashi und wurde Schüler des Zen-Priesters Sogen Sakiyama aus dem Tempel Enkakuji.
Beitrag und Neuerungen
1940 schuf er die Grundkata Fukyugata Ichi, die die okinawanische Karatekommission genehmigte, die zweite, Fukyugata Ni, schuf Chojun Miyagi. Die japanische Wikipedia nennt das Jahr 1941. Matsubayashi-ryu gründete er 1947 und eröffnete im Juli 1947 ein provisorisches Dojo in Makishi. Den Namen, Kiefernwald, wählte er laut der offiziellen Website zu Ehren von Sokon Matsumura und Kosaku Matsumora, die Kyan und Motobu unterrichteten. Im Januar 1953 eröffnete er in Naha das Dojo Matsubayashi-ryu Karate Kodokan.
Im Dezember 1953 wurde er in den Stadtrat von Naha gewählt, dem er bis 1957 angehörte. Laut der japanischen Wikipedia war er von 1961 bis 1969 Vorsitzender der Okinawa Karate-do Federation, und 1977 gründete er den Weltverband Matsubayashi-ryu. Im Februar 1975 erschien sein Buch über das okinawanische Karate auf Japanisch und Englisch als The Essence of Okinawan Karate-do, 1986 ein Buch über okinawanische Karatemeister und Sumo und 2000 auf Englisch Tales of Okinawa's Great Masters.
Philosophie und Prinzipien
Laut eigener Biografie hielt er die Verbindung von Zen und Karate für den einzigen Weg zum Verständnis des wahren Weges des Karate. Seine vier täglichen Trainingsstunden enthielten immer fünfzehn Minuten sitzender Zazen-Meditation.
Legenden und belegte Fakten
Die englische Wikipedia nennt als seinen Lehrer im Text des Artikels Zenryo Shimabukuro und in der Übersicht Taro Shimabukuro, die eigene Biografie von Nagamine nennt Taro Shimabukuro aus Shuri. Das Jahr der englischen Ausgabe von The Essence of Okinawan Karate-do gibt Wikipedia mit 1976 an, Nagamine in seiner Biografie mit Februar 1975.
Die Quellen unterscheiden sich auch im Jahr der Entstehung der Kata Fukyugata Ichi (1940 und 1941) und der Verleihung des Ordens der Aufgehenden Sonne (1982 und 1988). Das Jahr der Rückkehr aus der Armee gibt die eigene Biografie mit 1929 an, den Eintritt in die Polizei mit Dezember 1931.
Vermächtnis
1977 erhielt er den Preis der Zeitung Okinawa Times und den Präfekturpreis für Sport und im April 1988 laut eigener Biografie den Orden der Aufgehenden Sonne fünfter Klasse, die japanische Wikipedia nennt das Jahr 1982. 1997 wurde er laut der japanischen Wikipedia zu den ersten Trägern des Titels eines immateriellen Kulturguts der Präfektur Okinawa im Bereich Karate ernannt. Der Verlag Tuttle gibt an, dass er den 10. Dan und den Titel Hanshi innehatte.
Er starb am 2. November 1997 in einem Krankenhaus in Naha im Alter von neunzig Jahren. Die Leitung von Matsubayashi-ryu übernahm sein Sohn Takayoshi Nagamine, der 2012 starb.
Lehrer, Schüler und Familie
Assoziierte Kampfkünste
Kata und Formen
Organisationen
- Matsubayashi-ryu KodokanGründer · 1953
Zitate
Die Verbindung von Zen und Karate ist der einzige Weg, den wahren Weg des Karate zu meistern.
The togetherness of Zen and Karate is the one and only way to master the real way of Karate.
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