Maniwa Nen-ryu
馬庭念流Japanische Schule von 1591, die ein einziges Dorf über Generationen bewahrt; sie übte lange vor dem Kendo in Schutzausrüstung.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Maniwa Nen-ryu
Über Maniwa Nen-ryu
Maniwa Nen-ryu ist eine der ältesten erhaltenen japanischen Schlachtfeldtraditionen. Gegründet wurde sie 1591 von Higuchi Matashichiro Sadatsugu im Dorf Maniwa in der Provinz Kozuke, im Gebiet der heutigen Präfektur Gunma. Sie knüpft an das ältere Nen-ryu an, das sich auf den Mönch Nen Ami Jion zurückführt; die Verwechslung beider Schulen ist ein häufiger Fehler, denn Nen Ami Jion wirkte zwei Jahrhunderte früher und hat mit der Gründung der Maniwa-Linie keinen unmittelbaren Zusammenhang. Das Besondere an der Schule ist die Art ihres Überlebens: Weitergegeben wurde sie nicht von einer Fürstengefolgschaft oder einem städtischen Dojo, sondern von einer Dorfgemeinschaft, die sie über Generationen an einem Ort hält. Der Lehrplan umfasst das lange Schwert, die Naginata, den Speer und das sogenannte Yadomejutsu, das Abwehren fliegender Pfeile. Das Training ist auch für die Fechtgeschichte bedeutsam: In Maniwa übte man früh in Schutzausrüstung, mit gesteppten Handschuhen und Kopfschutz und mit dem weichen Bambusschwert Fukuro shinai, was ein gefahrloses freies Gefecht ermöglichte. Diese Praxis gehört zu der Linie, aus der später Rüstung und Bambusschwert des modernen Kendo hervorgingen. Die Schule wird bis heute von der Familie Higuchi geführt, inzwischen in der fünfundzwanzigsten Generation, und ihre jährliche öffentliche Vorführung zählt zu den ältesten ihrer Art in Japan.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
