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Yantsu

安三 · Yantsu

Wörtlich: „auf dreifache Weise sicher“

Auch bekannt als: Yansu, Ansan, Hansan

Eine kurze Kata des Kyokushin, deren Zeichen 安三 „auf dreifache Weise sicher" bedeuten. Außerhalb des Kyokushin übt sie in längerer Form, als Ansan, nur das Motobu-ha Shito-ryu.

Auf einen Blick

Kampfkünste
FormtypKata

Über die Kata

Jaap Kooman bezeichnet Yantsu als kurze, aber dennoch schwierige Kata: Sie ist eine Übung in Präzision und Gleichgewicht, und seiner Ansicht nach verrät die korrekte Ausführung viel über Technik und Können des Übenden. In seiner Aufstellung hat sie 21 nummerierte Schritte und zwei Kiai-Rufe, in den Schritten 13 und 18. Sie beginnt in der Parallelstellung heiko dachi mit einem beidseitigen haito-Schlag zum Kopf und einem doppelten geraden Fauststoß seiken morote tsuki. Es folgen Schläge mit dem Handrücken uraken und ein Stich mit vier Fingern yonhon nukite. Danach wechseln sich die Stellungen zenkutsu dachi, neko ashi dachi und musubi dachi ab. Zweimal wiederholt sich darin die Folge aus dem Handballenblock shotei nach unten, dem Handrückenblock koken nach oben und dem Handkantenschlag auf das Schlüsselbein shuto sakotsu uchi komi; ebenfalls zweimal kommt der Tritt mae geri in Verbindung mit dem Block haito uchi uke. Im Lehrplan eines Londoner Dojo (kyokushinkai.org.uk) gehört Yantsu zur Prüfung zum 4. Kyu zusammen mit Tsuki no Kata und Pinan Sono Ni Ura. In der offiziellen WUKF-Kataliste vom 7. April 2024 ist sie beim Kyokushin unter die sentei-Kata eingeordnet.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
KyokushinYantsu212
Shito-ryuAnsan——

Bedeutung des Namens

Der Name wird mit den Zeichen 安三 geschrieben, laut Jaap Kooman aus der älteren Form Yansu: 安 sicher, 三 drei, zusammen „auf dreifache Weise sicher". Kooman weist darauf hin, dass die drei Wege auch in der buddhistischen Lehre große Bedeutung haben. Im Kyokushin wird der Name meist als „Reinheit bewahren" übersetzt – an reinen Grundsätzen und Idealen festhalten und sie nicht aus Bequemlichkeit aufgeben. Emarteam.com und IKO Nederland schreiben den Namen einem chinesischen Militärattaché zu, der im neunzehnten Jahrhundert auf Okinawa tätig war.

Urheber und Geschichte

Sowohl die englische Wikipedia als auch Jaap Kooman führen sie als alte Kata unbekannter Herkunft, die die einen der Tradition des Naha-te, die anderen dem Tomari-te zuordnen; Wikipedia zählt sie im Kyokushin zu den südlichen Kata. Wann und von wem das Kyokushin sie übernahm, konnten wir nicht belegen. Wikipedia nennt nur die Vermutung, sie stamme aus dem Motobu-ha Shito-ryu. Kooman präzisiert das: Masutatsu Oyama soll sie als Ansan von Shogo Kuniba gelernt haben. Doch auch er stellt dies als Spekulation dar.

Unterschiede zwischen den Stilen

Außerhalb des Kyokushin wird sie laut der englischen Wikipedia heute nur noch vom Motobu-ha Shito-ryu geübt, das Teil des Verbands Nihon Karate-do Kuniba-kai ist. Dort hat sie eine etwas längere Form und heißt Hansan oder Ansan; auch Jaap Kooman schreibt über die längere Shito-ryu-Version. Die Kyokushin-Version bewegt sich seiner Beschreibung nach in drei Richtungen – einmal nach vorn und zweimal zur Seite. Eine Aufstellung der Shito-ryu-Form konnten wir nicht finden.

Wettkampfeinstufung

  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Kyokushin — Sentei (Auswahl) · gültig ab 26.4.2024 ↗

In Prüfungsordnungen

  • IKO-Ordnung (traditionelles Honbu): 6. Kyu – Gelber Gürtel
Weitere Quellen zum Thema (7)
  1. jaapkooman.nl/karate/kata/yantsu.html
  2. en.wikipedia.org/wiki/Kyokushin
  3. en.wikipedia.org/wiki/Ansan_(karate)
  4. emarteam.com/karate-kyokushin-kata-origins-meaning
  5. ikonederland.nl/kyokushin
  6. kyokushinkai.org.uk/syllabus
  7. wukf-karate.org/wp-content/uploads/2024/05/OFFICIAL-WUKF-KATA-LIST-07-AP…