42er-Wettkampfform
四十二式太极拳 · Sishi'er shi taijiquan
Wörtlich: „Taijiquan mit zweiundvierzig Bewegungen“
Auch bekannt als: 太极拳竞赛套路, 综合太极拳, 42 Movements Taijiquan, 42-posture tai chi, Taijiquan Competition Form
Eine Wettkampfform des Taijiquan von 1989: 42 Bewegungen in vier Abschnitten auf Basis des Yang-Stils, ergänzt um Bewegungen der Stile Chen, Wu und Sun.
Auf einen Blick
Über die Kata
Die Form mit 42 Bewegungen wurde 1989 vom Wushu-Forschungsinstitut beim chinesischen Staatlichen Sportkomitee geschaffen. Laut einem Artikel auf dem chinesischen Portal cntjq.net wurde sie für Wushu-Wettkämpfe bei den Asienspielen und bei der ersten Weltmeisterschaft benötigt, bei denen die Teilnehmer dieselbe vorgeschriebene Form vorführen sollten. Zur gleichen Zeit entstanden auch Wettkampfformen für Changquan, Nanquan und Waffen. Die Bewegungen sind in vier Abschnitte gegliedert. Grundlage bleibt der Yang-Stil, aus dem Eröffnung und Schluss stammen; dazwischen wechseln sich Bewegungen anderer Taijiquan-Linien ab. Die englische Wikipedia nennt vier Stile – Chen, Yang, Wu und Sun –, die chinesische Wikipedia fügt noch den Stil Wu (Hao) hinzu. Ungewöhnlich ist die Symmetrie: Die Form beginnt mit dem Ergreifen des Vogelschwanzes rechts und endet mit derselben Figur links, was laut cntjq.net in traditionellen Formen sonst nicht üblich ist. Laut demselben Artikel stellt die Form Anforderungen an Kraft und Beweglichkeit der Beine und eignet sich eher für jene, die bereits Grundlagen im Taijiquan haben. Die englische Wikipedia fügt hinzu, dass sie sich auch außerhalb von Wettkämpfen als Gesundheitsübung verbreitet hat. Das IWUF-Wettkampfreglement führt sie unter den Pflichtformen.
Die Kata in den Stilen
| Stil | Name im Stil | Bewegungen | Kiai |
|---|---|---|---|
| Tai Chi | 42er-Wettkampfform | 42 | — |
Urheber und Geschichte
Die englische Wikipedia schildert die Vorgeschichte: 1976 erhielten Men Huifeng und Li Deyin vom chinesischen Staatlichen Sportkomitee den Auftrag, eine kombinierte Form aus den Positionen der vier Hauptstile zusammenzustellen, woraus die Form mit 48 Bewegungen entstand. Diese kürzten sie 1989 auf 42 Bewegungen, damit sie in die Wettkampfzeit passte und bewertbar war; ein Jahr später erschien Wushu erstmals bei den Asienspielen. Auf die Verbindung zur 48er-Form weist auch Zhang Haiqing auf cntjq.net hin, wonach sich für die Form der Name kombiniertes Taijiquan einbürgerte. Die chinesische Wikipedia nennt die Autoren nicht und schreibt von einer Gruppe von Schülern verschiedener Schulen, die nicht zu den Gründerlinien gehörten; die Form sollte demnach den Charakter der einzelnen Schulen und Familien verwischen.
Unterschiede zwischen den Stilen
Zhang Haiqing (cntjq.net) geht die Form Schritt für Schritt durch. Öffnen und Schließen der Hände, Einfache Peitsche rechts und Wendung mit Handflächenstoß haben laut ihm den Charakter des Sun-Stils, bei dem das hintere Bein nach jedem Schritt vorwärts nachzieht. Faustschlag unter deckender Hand, Das Wilde Pferd teilt seine Mähne und Handfläche heben auf einem Bein stammen aus dem Chen-Stil, Tiger auf einem Bein geschlagen, Schräger Flug und Rückzug mit durchdringender Handfläche aus dem Wu-Stil. Der Sitzstand mit Greifen und Schlag bezieht laut ihm die Kraft aus dem Xingyiquan, und der Stoß im Reiterstand mit dem großen Zurückziehen stammt aus der Partnerübung Tuishou. Er beklagt, dass selbst Wettkampfmedaillengewinner von diesen Stilen höchstens Yang und Chen nennen können.
Die schwierigste Stelle
Am anspruchsvollsten ist laut cntjq.net der vierte Abschnitt: Großes Zurückziehen mit Drehung, Sitzstand mit Greifen und Schlag, Durchdringende Handfläche in den niedrigen Stand und Schritt vorwärts zu den Sieben Sternen folgen aufeinander und enthalten zwei tiefe Kniebeugen, den Sitzstand xiebu und den niedrigen Stand xiashi. Ohne systematisches Training schaffen sie laut dem Artikel nur wenige gut, weil sie Beinkraft und Beweglichkeit von Gelenken und Bändern erfordern. Zhang Haiqing hält den Faustschlag unter deckender Hand für die schwierigste Einzelbewegung, besonders für wen ohne Grundlage im Chen-Stil.
Im Wettkampf
Das IWUF-Wettkampfreglement von 2024 führt die Form in Artikel 11 unter den Pflichtformen des Taijiquan, zusammen mit den Wettkampfformen der Stile Chen, Yang, Wu, Wu (Hao) und Sun, und gibt ihr fünf bis sechs Minuten; bei Über- oder Unterschreitung des Limits um bis zu fünf Sekunden werden 0,1 Punkt abgezogen, bis zu zehn Sekunden 0,2 Punkt und so weiter. Bei der 4. Weltmeisterschaft im Taijiquan 2024 in Singapur wurde sie im Meisterwettbewerb in den Kategorien 14 bis 17 Jahre und ab 18 Jahren sowie zusätzlich im Schauwettbewerb geübt.
Wettkampfeinstufung
- IWUF (Internationaler Wushu-Verband) – Tai Chi — Pflichtroutine ↗
Häufige Fehler
Angehaltener Atem beim Öffnen und Schließen der Hände (kaihe shou): beim Öffnen sollte eingeatmet, beim Schließen ausgeatmet werden. Beim Drücken im Reiterstand (mabu kao) Verlagerung des Gewichts in einen Ausfallschritt oder vollen Reiterstand, obwohl es auf dem rechten Bein bleiben soll. Beim Großen Zurückziehen mit Drehung (zhuanshen dalü) wird der rechte Ellbogen bis zur linken Brustseite gedrückt, wodurch der Übende das Gleichgewicht verliert.
Wichtiger Tipp
Beim Faustschlag unter deckender Hand (yanshou gongchui), der schwierigsten Stelle der Form, spannen sich Rumpf und Glieder zuerst auf; erst dann schießt die Faust im Reiterstand mit Schraubdrehung heraus, Kraft aus der Hüfte.
Techniken in der Kata
Verwandte Katas
- Abgeleitet von: 48er-Form