ImpakuImpaku

Surujin no Kata

Auch bekannt als: Suruchin no Kata

Eine Kata mit der Waffe Surujin, einem Seil oder einer Kette mit Gewicht. Matayoshi Kobudo führt sie als Suruchin no Kata, ebenso der Verband Oshukai in seinem Kobudo-Lehrplan.

Auf einen Blick

Kampfkünste
Waffen
FormtypKata

Über die Kata

Surujin no Kata ist eine Kata mit der Waffe Surujin, die Matayoshi Kobudo in seinem Lehrplan unter dem Namen Suruchin no Kata führt. Unter demselben Namen führt sie auch der Verband Oshukai, der sich zum Shorin-ryu-Stil bekennt, im Abschnitt zum okinawischen Kobudo. Ob es sich in beiden Schulen um dieselbe Form handelt, konnten wir anhand der verfügbaren Quellen nicht klären. Der Surujin bestand laut der englischen Wikipedia ursprünglich aus einem zwei bis drei Meter langen Seil mit einem Gewicht an jedem Ende; um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstand eine Variante aus einer leichten Kette, die an einem Ende ein Gewicht und am anderen eine Metallspitze trägt. Mit dem Gewicht wirft man nach dem Gegner oder fängt damit dessen Waffe ein; durch Zug bringt man den Gegner aus dem Gleichgewicht oder fesselt ihn ähnlich wie im Hojojutsu. Das Dojo Bushukan hält eine Länge von einem Hiro, also einer Armspannweite, etwa der Körpergröße des Übenden, für am praktischsten; ältere Texte nennen ihm zufolge fünf, sechs oder auch neun Shaku. Bushukan stellt den Surujin an das Ende der Waffenausbildung und übt ihn erst mit Meistern im Rang Shihan. Die offizielle Kobudo-Kata-Liste der WUKF enthält keine Kata mit dem Surujin. Die Anzahl der Bewegungen, der Kiai-Rufe und die Form des Embusen konnten wir in den Quellen nicht finden.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
Okinawanisches KobudoSuruchin No Kata——
Matayoshi KobudoSuruchin no Kata——

Bedeutung des Namens

Der Name der Kata setzt sich aus dem Waffennamen und dem japanischen Zusatz no kata zusammen. Die englische Wikipedia nennt beide Formen, surujin und suruchin. Laut der Seite des Uechi-ryu-Dojos und des Ryukyu-Kobudo in Urayasu (ryukyukobudo.net) stammt die Silbe suru vom okinawischen Namen der Shuro-Palme (棕櫚), aus deren Fasern das Seil geflochten wurde. Dieselbe Quelle beschreibt die älteste Form als zwei faustgroße, durch ein solches Seil verbundene Steine und ergänzt, dass man sie wie das Nunchaku verborgen tragen konnte und dass es ursprünglich wohl ein Jagdwerkzeug war.

Urheber und Geschichte

Matayoshi Shinko lernte laut der englischen Wikipedia den Umgang mit dem Suruchin in China, zusammen mit dem Sansetsukon, dem Tinbei und dem Nunti. Sein Eintrag besagt, dass er von 1911 bis 1915 in der Mandschurei lebte, wo er chinesische Kampfkünste studierte, und danach nach Shanghai reiste; Milos Stanic (milos.io) verortet die Ausbildung im Suruchin gerade in Shanghai. Seine Lebensdaten weichen ab: Der Artikel zum Matayoshi Kobudo nennt 1888–1947, sein Eintrag als Todesjahr 1945. Das System übernahm sein Sohn Matayoshi Shinpo (1921–1997), der laut Wikipedia den Suruchin übte und zum Andenken an seinen Vater das Dojo Kodokan gründete – laut seinem Eintrag in den sechziger Jahren, laut dem Artikel zum Stil in den siebziger Jahren. 1972 entstand der Verband Zen Okinawa Kobudo Renmei. Wir nehmen an, dass die Kata über diese Linie in das Matayoshi Kobudo gelangte, einen direkten Beleg für ihren Urheber konnten wir in den Quellen jedoch nicht finden.

Weitere Quellen zum Thema (11)
  1. en.wikipedia.org/wiki/Matayoshi_Kobudo
  2. en.wikipedia.org/wiki/Surujin
  3. en.wikipedia.org/wiki/Zen_Okinawan_Kobudo_Renmei
  4. en.wikipedia.org/wiki/Shinko_Matayoshi
  5. en.wikipedia.org/wiki/Shinpo_Matayoshi
  6. oshukai.com/kobudo/technique-kata
  7. ryukyukobudo.net/ryukyu_kobudo/kobudo_weapons
  8. bushukan.cloudfree.jp/kobuki/surujin
  9. milos.io/matayoshi-kobudo-tradition
  10. webhiden.jp/guide/matayoshikobudo
  11. jundokan-federation.com/doc/wukf_kobudo_kata_list-en.pdf