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Seishan

十三 · Seishan

Wörtlich: „dreizehn“

Auch bekannt als: Seisan, Jusan

Die Wado-ryu-Form der okinawanischen Kata Seisan, übernommen von Funakoshi. Die ersten sechzehn Bewegungen werden still und mit gleichmäßiger Kraft geübt, der Rest schnell.

Auf einen Blick

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Persönlichkeiten
FormtypKata

Über die Kata

Laut der englischen Wikipedia erklärte Hironori Otsuka in seinem Buch von 1977 nur neun offizielle Wado-ryu-Kata, und Seishan ist eine davon. Der Leitfaden England Karate-Do Wado-Kai (EKW) betrachtet sie laut Shingo Ohgami als direktes Erbe von Gichin Funakoshis Seishan. Dieser benannte sie laut Wikipedia im Shotokan in Hangetsu um; karatekata.de sieht zwischen beiden Formen außer in der Ausführung kaum einen Unterschied, im Wado-ryu werden mehr Passagen langsamer geübt. Otsukas Auslegung, die der EKW-Leitfaden aus der englischen Übersetzung seines Buches von 1971 übernimmt, teilt die Kata in zwei Teile. Die ersten sechzehn Bewegungen sind grundlegend und dienen der Körperbeherrschung: Sie werden still geübt, mit über den ganzen Körper verteilter Kraft. Ab der siebzehnten Bewegung soll jede Technik schnell sein, und der Hauptstand tate seishan dachi wechselt; hinzu kommen shiko dachi, der Seitschritt chidori ashi, der Tritt yoko geri und der Tritt mikazuki geri in die eigene Handfläche. Der EKW-Leitfaden zählt 35 Bewegungen mit einem einzigen Kiai, bei gyaku zuki in der 33. Bewegung. Otsuka nahm Seishan zusammen mit Yoshiaki Ajari 1965 in den ersten Teil der Filmaufzeichnung des Wado-ryu auf. Auf der WUKF-Liste von 2024 ist Seishan beim Wado-ryu eine tokui-Kata.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
Shito-ryuSeishan——
Wado-ryuSeishan351

Bedeutung des Namens

Die Zeichen 十三 bedeuten dreizehn. Die englische Wikipedia weist darauf hin, dass Deutungen wie dreizehn Hände, Fäuste oder Schritte keine historische Grundlage haben; der Artikel über Wado-ryu übersetzt den Namen trotzdem als „13 Hände“ und verbindet ihn mit einem chinesischen Kämpfer, der um 1700 bei Shuri lebte. Fightingarts.com bezeichnet diese Theorie über einen Meister namens Seishan als unbelegten Mythos. Shingo Ohgami (im EKW-Leitfaden) vergleicht die Aussprache der Zahl 13 in chinesischen Dialekten und nennt das fujianesische „sei-san“ als nächstliegend; die Form Seishan hält er für dessen okinawanische Aussprache. Laut der von Ohgami zitierten Forschung von Akio Kinjo ist die Dreizehn eine starke Zahl im fujianesischen Weißkranich-Boxen.

Urheber und Geschichte

Den ältesten Beleg der Kata nennen sowohl der EKW-Leitfaden als auch fightingarts.com: Seisho Aragaki führte sie 1867 zur Begrüßung der letzten chinesischen sapposhi-Gesandtschaft vor. Laut fightingarts.com fand Hiroshi Kinjo keinen Beleg dafür, dass Seisan in den Shuri-Linien von Sokon Matsumura und Anko Itosu weitergegeben wurde. Ohgami fügt hinzu, dass Funakoshi bei Azato Anko und Itosu Anko lernte, aber kein Dokument belegt, dass Itosu Seishan lehrte; die Form, die Funakoshi zeigte, könnte Itosu aus Matsumuras Version angepasst haben, oder Funakoshi selbst. Bei der großen Butokukai-Vorführung in Kyoto im Jahr 1940 meldete das Wado-ryu die Kata als Seishan an, das Shotokan als Hangetsu, das Goju-ryu als Seisan und das Shito-ryu unter beiden Namen, Seishan und Seisan.

Unterschiede zwischen den Stilen

Ohgami teilt die Kata-Formen in vier Typen ein. Der Naha-te-Typ (Goju-ryu, Shito-ryu) hält beim Faustschlag die andere Hand in soto uke, beginnt rechts und endet mit mawashi uke; das Ryuei-ryu ist nah, beginnt aber links. Der Uechi-Typ wird vor allem offenhändig geübt. Der Matsumura-Typ endet mit shotei nach unten, dazu gehört auch das Seisan des Isshin-ryu. Das Wado-Seishan ordnet er dem Funakoshi-Typ zu: linkes soto uke und rechter gerader Schlag mit zurückgezogener linker Hand; bei beidhändigen Bewegungen macht die vordere Hand gedan barai, die hintere soto uke, sonst nirgends zu finden, zum Schluss zwei Handflächenblöcke. Die englische Wikipedia ergänzt, das Shito-ryu habe eine eigene, dem Sanchin nahe Version.

Bunkai – Anwendungen

Laut EKW deutet Otsuka age uraken und otoshi uraken als Verteidigung gegen zwei Gegner: mit dem Handrücken von unten gegen die Nase des vorderen Gegners schlagen, in shimata dachi drehen und mit derselben Faust das tretende Bein des Gegners dahinter niederschlagen. Der doppelte shotei am Ende ist laut ihm eine Verteidigung gegen einen Tritt: Der Übende weicht durch Heranziehen des linken Beins und Hüftdrehung nach rechts aus und stoppt den tretenden Fuß mit den Handballen. Das doppelte ipponken der achten Bewegung zielt auf den Unterbauch.

Wettkampfeinstufung

  • Sportkarate (WKF) — Offizielle Kata-Liste · gültig ab 1.1.2026 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Wado-ryu — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗

Häufige Fehler

Laut EKW warnt Otsuka davor, beim Schritt das Gewicht erst aufs hintere Bein zu verlagern: Der Fuß soll einen Bogen beschreiben, vom Körper getragen. Beim Block keine Kraft in die Schultern, den Ellbogen nicht heben, den Oberkörper nicht drehen — sonst berührt der Ellbogen den Körper.

Wichtiger Tipp

Otsuka rät, mit Kraft im Unterbauch zu beginnen, dann den ganzen Körper einzusetzen: Jede Seishan-Bewegung nutzt den ganzen Körper, nie nur Arme oder Beine.

Verwandte Katas

Weitere Quellen zum Thema (6)
  1. en.wikipedia.org/wiki/Wadō-ryū
  2. en.wikipedia.org/wiki/Seisan
  3. ekw.spaceports.com/Training Files/The EKW Guide to Seishan and Chinto Kata …
  4. karatekata.de/karatekata_wadoryu-en.htm
  5. fightingarts.com/roots-of-shotokan-funakoshis-original-15-kata-part-3-sei…
  6. wukf-karate.org/wp-content/uploads/2024/05/OFFICIAL-WUKF-KATA-LIST-07-AP…