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Juego del Garrote

Venezolanische Stockkampfkunst aus dem Bundesstaat Lara, verbunden mit dem Fest Tamunangue und der Tradition der garroteros.

Wichtige Daten

RegionSüdamerika
HauptfokusWaffen
KontaktstufeVollkontakt

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, informell
LinieVolkstümlich
Entstehungszeit19. Jahrhundert

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeAm Rande
TritteNicht verwendet
WürfeBedeutend
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeAm Rande
WaffenZentral

Kataloge & Datenbanken für Juego del Garrote

👥 Persönlichkeiten & Meister1 Einträge

Über Juego del Garrote

Juego del garrote ist eine venezolanische Stockkampfkunst, die vor allem mit dem Bundesstaat Lara verbunden ist, wo sie als garrote larense bekannt ist; geübt wird sie aber auch in den Bundesstaaten Coro, Guárico und Miranda. Als erkennbare Praxis entstand sie im frühen neunzehnten Jahrhundert in der Umgebung von Barquisimeto, als der Kampf mit Stock und Machete zu einer verbreiteten und gesellschaftlich anerkannten Art wurde, Streitigkeiten zu klären – persönliche wie politische. Die Waffe war ein gewöhnlicher Spazierstock mit geflochtenem Griff, wie ihn venezolanische Männer vom frühen neunzehnten Jahrhundert bis etwa zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts trugen. Das Umfeld, in dem garrote gepflegt wurde, war männlich und der Freizeit gewidmet: Man trank, spielte um Geld und zeigte Furchtlosigkeit. Es handelte sich jedoch nicht um zügellose Schlägereien. Die Dorfältesten wahrten ein ungeschriebenes Maß, das verhinderte, dass aus einem Streit eine Blutfehde wurde, und das zugleich erlaubte, kämpferisches Können zu zeigen. Die als garroteros bezeichneten Übenden arbeiteten neben dem Stock auch mit Machete, Rapier, Militärsäbel, Messer, Speer und Peitsche, und die Ausbildung umfasste auch unbewaffnete Techniken, Entwaffnungen, Ringen, Fußfeger und Beinstellen. In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts dokumentierten Folkloristen garrote im Rahmen des Festes Sones de Negros in Barquisimeto, Carora und den umliegenden Städten. Nach dem Zweiten Weltkrieg benannte die demokratische Regierung das örtliche Fest des heiligen Antonius in Tamunangue um und stellte es als Mischung indianischer, afrikanischer und europäischer Kultur im Dienst der nationalen Einheit dar. Der wichtigste Beleg der Tradition bleibt das Buch Juego de garrote larense von Eduardo Sanoja aus dem Jahr 1984.

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