Juego de Mani
Ein kubanischer Kampftanz afrikanischen Ursprungs von den Zuckerplantagen. Heute halten ihn vor allem Folkloregruppen am Leben, nicht Kampfsportvereine.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Juego de Mani
Über Juego de Mani
Juego de maní ist ein kubanischer Kampftanz, den versklavte Afrikaner auf den Zuckerplantagen schufen. Er hat keinen Gründer und kein belegtes Entstehungsjahr. Der Name meint keine Erdnüsse: maní bedeutet in einer der afrikanischen Sprachen Kriegsspiel oder Kriegstanz, und die genaue Sprache lässt sich nicht bestimmen. Auch über den Ursprung ist die Forschung geteilt – die eine Seite verortet ihn in Westafrika, die andere im Kongo. Belegt ist die Verbreitung in den Provinzen Matanzas und Las Villas im 19. Jahrhundert. Versklavte spielten maní in der knappen freien Zeit; Plantagenbesitzer wetteten auf den Ausgang, und es sind Fälle überliefert, in denen sie Sklaven zur eigenen Unterhaltung zum Kampf zwangen. Neben maní sind die Namen baile de maní, bambosa und juego de maní con grasa gebräuchlich. Die ursprüngliche Form stellte einen einzelnen Tänzer in die Mitte des Kreises, der Schlägen von allen Seiten auswich; erst später wurde daraus ein Zweikampf. Das Repertoire umfasst tiefe Tritte, Fußfeger, Faustschläge, Kopfstöße, Ellbogen, Unterarme, Knie und Handflächenschläge, dazu Räder und Überschläge als Ausweichen sowie Waffen in Gestalt von Stock oder Machete. Der Rhythmus stammt aus der afrokubanischen Religion Palo Monte. In den 1930er Jahren wurde Frauen die Teilnahme untersagt, und maní verlor allmählich seinen Kampfcharakter. Heute pflegen es Folkloreorganisationen wie das Conjunto Folklórico Nacional.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
