Taiaha
Zweihändige Maori-Waffe aus Holz oder Walbein, 1,5-1,8 m lang, mit einem Kopf mit Zunge (arero) zum Stechen und einer flachen Klinge (rau) für Schläge.
Auf einen Blick
NeuseelandÜber die Waffe
Die Taiaha ist eine traditionelle Waffe der Maori Neuseelands für den Nahkampf. Ein Kämpfer führte damit kurze scharfe Schläge und Stichangriffe aus und verließ sich dabei auf flinke Fußarbeit. Sie wird aus Holz oder Walbein gefertigt und misst 1,5 bis 1,8 m. Sie hat drei Hauptteile: den Kopf upoko mit einer Zunge arero, die zum Stechen und Parieren dient, den runden Schaft ate oder tinana, an dem sie gehalten wird, und eine flache Schlagklinge rau. Mit der Taiaha und anderen Maori-Waffen arbeitet die Kampfkunst mau rākau, die Wert auf Timing, Gleichgewicht und Koordination legt; die Beherrschung der Waffe erfordert der Quelle zufolge Stunden, Tage, Monate und Jahre ständiger Übung. Als traditionelle Waffen nach der Ankunft der Europäer von Musketen verdrängt wurden, ging das Wissen zurück. Die kulturelle Wiederbelebung der Maori in den 1980er Jahren weckte das Interesse neu, und es entstanden Schulen namens para whakawai, etwa auf der Insel Mokoia im Rotorua-See oder am Hoani Waititi Marae in Auckland, gegründet von Pita Sharples; zu den führenden Kennern zählte auch Mita Mohi. Die Taiaha spielt eine zentrale Rolle im wero, der Herausforderung bei der zeremoniellen Begrüßung pōwhiri: Ein Krieger zeigt den Umgang mit der Waffe und legt zum Schluss den taki nieder, ein Symbol des Friedens. Sie erscheint bei kapa-haka-Wettbewerben, im Film Whale Rider (2002), im neuseeländischen Staatswappen und auf Militärabzeichen.
Teile der Waffe
- Kopf — upoko
- Spitze — arero
- Griff — ate / tinana
- Klinge — rau