Tessenjutsu
鉄扇術Japanischer Kampf mit dem eisernen Fächer tessen — eine Waffe, die der Samurai auch dort behalten durfte, wo kein Schwert erlaubt war.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Tessenjutsu
Tessenjutsu ist die japanische Kunst des Kampfes mit dem eisernen Kriegsfächer. Der Name der Waffe, tessen, bedeutet wörtlich eiserner Fächer und bezeichnet drei verschiedene Gegenstände. Der erste ist ein starrer Fächer, aus hartem Holz geschnitzt oder aus Eisen in geschlossener Fächerform geschmiedet; er ist widerstandsfähig, billiger in der Herstellung und im Kampf wirksamer als die Faltvariante. Der zweite ist ein Faltfächer mit eisernen Rippen, der zugleich als Rangabzeichen diente. Der dritte umfasst kleine Falt- und Starrversionen, die schlicht als Waffe zur Selbstverteidigung genutzt wurden. Der Sinn des ganzen Fachs ergibt sich aus einem praktischen Umstand: Der Samurai musste sein Schwert ablegen. Beim Besuch eines fremden Hauses ließ er die Katana, mitunter auch das Wakizashi, draußen beim Personal, ebenso bei der Begegnung mit einem Vorgesetzten, bei Hausarbeit oder in der Freizeit. Den Fächer aber durfte er im Obi-Gürtel stecken lassen, sodass er in Wirklichkeit nie wehrlos war. Der Tessen diente zum Abwehren, zum Zuschlagen und zum Weitergeben von Befehlen — hochrangige Befehlshaber gaben damit ihren Einheiten Signale. Tokugawa Ieyasu, der erste Shogun seines Hauses, soll ihn zeitgenössischen Berichten zufolge im Kampf eingesetzt und als vornehmen Gegenstand betrachtet haben, mit dem sich der Gegner überraschen lässt; der Schwertkämpfer Ganryu aus dem 16. Jahrhundert soll damit sogar schwer bewaffnete Gegner besiegt haben. Tessenjutsu lehrten nur vier klassische Schulen — Echigo-ryu, Miyake-Shingan-ryu, Uesugi-ryu und Yagyu-ryu —, von denen bis heute nur Miyake-Shingan-ryu und Yagyu-ryu in ursprünglicher Form und Linie erhalten sind.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
