Entrüsthau
Entrüsthau
Auch bekannt als: Entrüsthaw
Ein Schlag mit der stumpfen Seite der Klinge des Messers auf Ohren und Hals aus Lecküchners Traktat, geführt nach einem Ausschritt zur Seite.
Auf einen Blick
Über
Der Entrüsthau ist eine Technik der einhändigen Messerfechtkunst, des langen Messers, aus dem Traktat des Johannes Lecküchner, überliefert in Handschrift Cgm 582. Der Kämpfer hält das Messer tief, mit der flachen Seite zum Körper; beim Angriff weicht er seitlich aus, dreht die Klinge spitzabwärts und schlägt mit der stumpfen Seite der Klinge auf das obere Ziel des Gegners. Anders als direkte Schläge mit der Schneide zielt der Entrüsthau mit der stumpfen Seite der Klinge auf die sogenannten Zinnen, offene Ziele wie Ohren und Hals. Er bricht die Deckung aus der Position Luginsland und wehrt von oben geführte Schläge ab. Die Technik ist Lecküchners Messersystem eigen, Teil der deutschen Tradition des historischen Fechtens, und gerade die Arbeit mit der stumpfen Schneide unterscheidet sie von gewöhnlichen Langschwerthieben. Wiktenauer führt sie unter der Schreibweise Entrüsthaw. Was der Name wörtlich bedeutet, konnten wir nicht belegen.
Historische Quellen
- Kunst des Messerfechtens (Cgm 582) — Hans Lecküchner, 1482