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Shin Kicking

Englischer Volkswettkampf der Cotswold Olimpicks. Gegner halten sich an den Schultern und versuchen, sich per Schienbeintritt zu Fall zu bringen, die Schienbeine darf man mit Stroh polstern.

Wichtige Daten

HerkunftslandVereinigtes Königreich
RegionEuropa
HauptfokusSchlagtechnik
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, informell
LinieVolkstümlich
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

KinderprogrammeKein Kindertraining
SeniorenfreundlichFür Senioren nicht geeignet
Körperliche Anforderung2/5
Verletzungsrisiko3/5
Übertrag auf Selbstverteidigung1/5
Konditioneller Nutzen2/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
WettkampfformatPunktkampf
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte PraktizierendeUnter 10 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteZentral
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenNicht verwendet

Über Shin Kicking

Schienbeintreten ist ein englischer Volkswettkampf, der bei den Cotswold Olimpicks auf dem Dover's Hill bei Chipping Campden ausgetragen wird. Die ersten Spiele veranstaltete der Überlieferung nach 1612 der Jurist Robert Dover. Die offizielle Website der Spiele gibt an, dass sich das Schienbeintreten aus dem Cotswold-Ringen entwickelte, bei dem die Gegner sich an den Schultern hielten und einander zu Fall zu bringen versuchten. Die Gegner beginnen mit den Händen auf den Schultern des anderen und gestreckten Armen. In dieser Haltung versuchen sie, den Gegner mit Tritten gegen die Schienbeine aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu Boden zu werfen. Es gewinnt, wer in drei Runden mehr Würfe erzielt. Die Teilnehmer dürfen die Schienbeine mit Stroh des Veranstalters polstern. Den Kampf leitet und bewertet ein Schiedsrichter namens Stickler. Die Spiele endeten laut der offiziellen Website im 19. Jahrhundert wegen der Einhegung von Land und wurden 1951 wiederbelebt. Heute veranstaltet sie der ehrenamtliche Verein Robert Dover's Games Society, und der Sieger erhält bei den Cotswold Olimpicks den Titel des Weltmeisters im Schienbeintreten.

Geschichte

Die offizielle Website der Cotswold Olimpicks gibt an, dass die ersten Spiele der Überlieferung nach 1612 stattfanden und vom Juristen Robert Dover veranstaltet wurden, einige Quellen nennen jedoch bereits 1601. Dover übernahm laut derselben Website fast sicher Pfingstfeiern, die vor Ort schon stattfanden. A. B. Grosart behauptete in der Einleitung zur Ausgabe von 1877, Dover habe die Spiele nicht gegründet, sondern erneuert und beträchtlich erweitert.

Weiterlesen

Die Gedichtsammlung Annalia Dubrensia, 1636 in London zu Ehren Dovers gedruckt, beschreibt Springen, Ringen, Laufen und Stangenwerfen. Schienbeintreten wird darin nicht erwähnt. Die offizielle Website der Spiele gibt an, das Treten habe sich aus dem Cotswold-Ringen entwickelt. Das Beinstellen, genannt underplay, wurde im Lauf der Jahre zum Treten, das den Wettkampf zu beherrschen begann. Laut der englischsprachigen Wikipedia wurden die Ringkämpfe nach 1660 zum Schienbeintreten, und die Teilnehmer trugen Stiefel mit dicht eingeschlagenen Nägeln. Um die fünfziger Jahre des 18. Jahrhunderts waren laut der offiziellen Website Stahlkappen an den Stiefeln üblich. An anderer Stelle ordnet die Website das Schienbeintreten schon den Spielen von 1612 zu, und Karen Lyon schreibt für die Folger Shakespeare Library (2008) ohne Quellenangabe, das Treten sei von Anfang an Teil der Spiele gewesen. Die zweite Periode der Spiele endete laut der offiziellen Website 1862, und zwar nicht wegen Trunkenheit und Ausschreitungen, wie behauptet wurde, sondern weil örtliche Interessen unter Führung von Kanonikus Bourne aus Weston Subedge das Land einhegen wollten. Discovering Britain, ein Projekt der Royal Geographical Society, und die englischsprachige Wikipedia nennen das Jahr 1852. Die Spiele wurden 1951 beim Festival of Britain wiederbelebt. Nach der Maul-und-Klauen-Seuche 1952 und der Krönung 1953 verloren sie an Schwung, und laut der offiziellen Website brachte sie zehn Jahre später eine Gruppe aus dem Komitee des Scuttlebrook Wake wieder in Gang. Discovering Britain legt die Wiederbelebung in das Jahr 1965, als die Robert Dover Games Society gegründet wurde.

Was es unterscheidet

Die offizielle Website der Spiele gibt an, das Cotswold-Ringen habe wie das Ringen aus Cornwall und Cumberland darin bestanden, dass die Gegner einander an den Schultern packten und versuchten, einander zu Fall zu bringen oder zu werfen. Eine weitere Kampfdisziplin der Spiele war laut der Website backswords, der Kampf mit langem Holzschwert und Dolch, der endete, wenn der Gegner am Kopf zu bluten begann. Die englischsprachige Wikipedia nennt als weitere Namen des Schienbeintretens shin diggings und purring. Sie schreibt, in den Textilstädten Lancashires seien im späten 19. Jahrhundert bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts Streitigkeiten durch einen Kampf namens clog fighting oder purring ausgetragen worden und das Schienbeintreten sei auch bei den Bergleuten in Cornwall beliebt gewesen. Green (Martial Arts of the World, 2001) nennt dagegen mit dem Wort purring das Trampeln auf dem Gegner mit Schuhen mit Spitzen im frühen Boxen.

Technik

Nach den offiziellen Regeln beginnt der Kampf, indem die Gegner die Hände mit gestreckten Armen auf die Schultern legen. In dieser Haltung versuchen sie, den Gegner mit Schienbeintritten aus dem Gleichgewicht zu bringen und zu Boden zu werfen. Getreten werden darf nur ans Schienbein, ein höherer oder tieferer Tritt bedeutet Disqualifikation. Wirft ein Teilnehmer den Gegner, ohne das Bein zu heben und dessen Schienbein zu treffen, geht der Wurf an den Gegner. Die BBC schrieb 2026, der stickler müsse darauf achten, dass die Schienbeine getroffen werden, bevor ein Sturz zählt. Gareth Way, der 2026 zum zweiten Mal antrat, sagte der Presse, Schieben und Ringen mit dem Gegner machten mindestens die Hälfte des Schienbeintretens aus. Die englischsprachige Wikipedia gibt an, meist werde mit der Innenseite des Fußes und der Spitze getreten, und der Unterlegene rufe traditionell Sufficient, wenn er genug habe.

Training

Karen Lyons Artikel für die Folger Shakespeare Library (2008) nennt, die Teilnehmer hätten ihre Schienbeine mit Hämmern abgehärtet. Die offizielle Website erwähnt, dass die Schienbeine um die fünfziger Jahre des 18. Jahrhunderts in verschiedene Tränke eingelegt wurden. Heute registrieren sich Teilnehmer laut Regeln direkt vor Ort am Spieltag.

Wettkampf

Die Teilnehmer müssen lange Hosen oder Trainingshosen tragen und dürfen die Schienbeine mit Stroh polstern, das der Veranstalter stellt. Als Schuhwerk sind Turnschuhe, Schuhe oder Stiefel mit weicher Spitze erlaubt. Eine metallverstärkte Spitze ist ausdrücklich verboten und wird mit sofortigem Ausschluss und Sperre für weitere Teilnahme bestraft. Den Kampf eröffnet, beendet und beurteilt ein Schiedsrichter namens stickler, der über Regelgerechtigkeit und Ergebnis entscheidet. Es gewinnt, wer in drei Runden mehr Würfe erzielt. Meist melden sich bis zu sechzehn Teilnehmer an, die sich am Tag der Spiele direkt auf Dover's Hill registrieren. Die Paare werden ausgelost, und der Sieger des Finales wird bei den Cotswold Olimpicks Weltmeister im Schienbeintreten. Sieger des Jahres 2026 wurde laut BBC Andrew Bailey, der ohne Stroh antrat. Gekrönt wurde er vom dreifachen Champion Mike Newby, dem neu ernannten stickler.

Heute

Die Spiele finden auf Dover's Hill bei Weston Subedge und Chipping Campden statt. Die Ausgabe 2026 war am Freitag, dem 29. Mai, und die offizielle Website bezeichnete sie als 414. Jahrestag. Laut der Nachrichtenagentur PA kamen über 2.500 Zuschauer. Veranstaltet werden sie vom Verein Robert Dover's Games Society, dessen Vorsitzender Tom Threadgill ist. Organisiert werden sie nur von Freiwilligen, und die Durchführung kostet laut der Website etwa 25.000 Pfund jährlich, die durch Eintrittsgelder und Spenden gedeckt werden. Außer dem Schienbeintreten gehören zum Programm der Wettbewerb Champion of the Hill (Standweitsprung, spurning the barre, Hammerwurf und Kugelstoßen), Mannschaftsspiele, Tauziehen und Geländeläufe. Die Ausgabe 2017 wurde laut dem damaligen Vorsitzenden des Vereins, Graham Greenall, wegen Mangels an Freiwilligen, Geld und Teilnehmern abgesagt. 2018 wurden die Spiele wieder aufgenommen.

Wissenswertes

Die offizielle Website der Spiele gibt an, dass der englische Ausdruck a stickler for the rules wohl auf den Schiedsrichter beim Schienbeintreten zurückgeht. Der stickler hielt zwischen den Gegnern einen Stab und eröffnete den Kampf, indem er ihn wegzog. Laut derselben Website wurden für die ersten Spiele 1612 10 000 Pfund ausgegeben, nach heutigem Geld etwa 1,2 Millionen Pfund. Die British Olympic Association führte die Dover-Spiele in ihrer erfolgreichen Bewerbung um die Olympischen Spiele 2012 als erste Anzeichen britischer olympischer Anfänge an. Im Jahr 2012, zum 400. Jahrestag, wandte sich das Olympische Komitee wegen eines Werbevideos über die Londoner Spiele an die Veranstalter.

Häufige Fragen

Wie gewinnt man beim Schienbeintreten?

Nach den offiziellen Regeln gewinnt, wer in drei Runden mehr Würfe erzielt. Ein Wurf zählt nur, wenn der Teilnehmer den Fuß gehoben und das Schienbein des Gegners getroffen hat, sonst wird er dem Gegner angerechnet. Ein Tritt außerhalb des Schienbeins bedeutet Disqualifikation.

Seit wann gibt es bei den Cotswold Olimpicks Schienbeintreten?

Das ist nicht genau belegt. Laut der offiziellen Website der Spiele entwickelte sich das Schienbeintreten mit den Jahren aus dem Cotswold-Ringen, anderswo datiert sie es aber schon auf 1612. Die Gedichtsammlung von 1636 über die Spiele erwähnt es nicht, und die englischsprachige Wikipedia setzt den Wandel vom Ringen zum Schienbeintreten nach 1660 an.

Wer veranstaltet die Weltmeisterschaft im Schienbeintreten?

Der ehrenamtliche Verein Robert Dover's Games Society, der die gesamten Spiele der Cotswold Olimpicks am Dover's Hill bei Chipping Campden ausrichtet. Der Sieger des Wettbewerbs erhält bei den Cotswold Olimpicks den Titel Weltmeister im Schienbeintreten.

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