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Traktat

Ragione di adoprar sicuramente l'arme (Giacomo di Grassi, 1570)

Originaltitel: Ragione di adoprar sicuramente l'arme

1570ItalienLehrbuch

Giacomo di Grassis venezianischer Druck von 1570, der das Fechten auf allgemeine Prinzipien und direkte Stoßangriffe stützt, erschien 1594 auf Englisch.

Ragione di adoprar sicuramente l'arme si da offesa, come da difesa ist eine gedruckte Fechtlehre von Giacomo di Grassi, einem gebürtigen Modeneser, der in Treviso eine Fechtschule führte und auf Reisen durch Italien die Arbeit anderer Meister beobachtete. Sie erschien 1570 auf Italienisch in Venedig beim Drucker Giordano Ziletti und seinen Teilhabern. Nach einer Epistel an die Edlen folgt eine Einleitung über Urteilskraft, Kraft und Grundprinzipien sowie über den Unterschied zwischen wahrer und falscher Kunst. Die Waffen ordnet di Grassi nach Länge in kurze (einhändige Schwerter), mittlere (zweihändige Schwerter und Speere) und lange (Piken). Die Darstellung beginnt mit dem einhändigen Rapier, geht über Rapier mit Dolch, Mantel, Buckler, eckigem und rundem Schild und über zwei Rapiere und endet mit dem zweihändigen Schwert, Stangenwaffen und der Pike. Der Text behandelt Abpraller, Paraden, Ausweichbewegungen, Schritte und Sprünge und stellt den Ausfall über alle anderen Angriffe. Den Schluss bildet eine Abhandlung über Täuschung und das Training des Körpers. Die englische Übersetzung erschien 1594 in London unter dem Titel Di Grassi his True Arte of Defence. Laut Wiktenauer fertigte sie ein mit den Initialen I. G. unterzeichnender Übersetzer an und Thomas Churchyard besorgte die Ausgabe, während Wikipedia die Übersetzung unmittelbar Churchyard zuschreibt. Laut Wikipedia zählt sie zu den drei bedeutendsten Fechttexten des elisabethanischen Englands und belegt den Übergang von schwereren Waffen zu den leichteren und längeren Klingen des Rapiers.

Kampfkünste im Werk

HEMAZentral

Inhalt

Der volle Titel des Drucks fasst seinen Aufbau zusammen: Ragione di adoprar sicuramente l'Arme si da Offesa, come da Difesa, Con un Trattato dell'inganno, & con un modo di essitarsi da se stesso, per acquistare forza, giudicio, & prestezza. Er verspricht also eine Darlegung über sicheren Umgang mit der Waffe in Angriff und Verteidigung, eine Abhandlung über Täuschung und eine Anleitung, allein zu üben, damit der Fechter Kraft, Urteilskraft und Schnelligkeit gewinnt. Kern der Darlegung ist das einhändige Rapier mit drei Wachen, hoher, breiter und niedriger, und mit Ausfällen. Es folgen Verbindungen des Rapiers mit einer zweiten Waffe oder einem Schutz: Dolch, Mantel, Buckler, eckiger und runder Schild und ein zweites Rapier. Eigene Abschnitte gelten dem zweihändigen Schwert und den Stangenwaffen samt Pike.

Ausgaben und Übersetzungen

Die Erstausgabe erschien 1570 in Venedig in der Druckerei von Giordano Ziletti und seinen Teilhabern. Wiktenauer nennt dafür das Datum 8. März 1570, in den Quellen haben wir aber nicht gefunden, ob es sich um das Datum des Drucks oder der Widmung handelt. Die englische Fassung Di Grassi his True Arte of Defence erschien 1594 in London, gedruckt für I. I. beim Drucker I. Iaggard an der Temple Bar am Zeichen der Hand und des Sterns. Wer sie übersetzt hat, darüber gehen die Quellen auseinander. Wiktenauer nennt einen mit den Initialen I. G. unterzeichnenden Gentleman und schreibt Thomas Churchyard die Rolle dessen zu, der die Übersetzung in Auftrag gab und die Ausgabe besorgte. Wikipedia nennt Churchyard unmittelbar als Übersetzer. Wiktenauer verweist außerdem auf eine moderne tschechische Übersetzung, deren Autor wir nicht belegen konnten.

Personen und Kampfkünste

Angaben

Form
Druck

Ausgaben

  • 1570 · IT · Ragione di adoprar sicuramente l'Arme · Giordano Ziletti & compagni · Erstausgabe
  • 1594 · EN · Di Grassi his True Arte of Defence · I. Iaggard · Übersetzung

Weitere Titel

  • Ragione di adoprar sicuramente l'Arme si da Offesa, come da Difesa (Alternativtitel, IT)
  • Di Grassi his True Arte of Defence (Übersetzter Titel, GB)
Weitere Quellen zum Thema (2)
  1. wiktenauer.com/wiki/Giacomo_di_Grassi
  2. en.wikipedia.org/wiki/Giacomo_di_Grassi