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Traktat

De lo Schermo, overo Scienza d'Arme (Salvator Fabris, 1606)

Originaltitel: De lo Schermo, overo Scienza d'Arme

1606DKLehrbuch

Salvator Fabris' italienisch verfasster Traktat über das Fechten mit Rapier, Dolch und Mantel mit 191 Kupferstichen, 1606 in Kopenhagen auf Kosten König Christians IV. gedruckt.

De lo Schermo, overo Scienza d'Arme ist ein gedruckter Fechttraktat des Paduaner Meisters Salvator Fabris (1544–1618). Er erschien am 25. September 1606 in Kopenhagen auf Italienisch beim Drucker Henrik Waltkirch. Die Ausgabe finanzierte der dänische König Christian IV., dem sie auch gewidmet war und an dessen Hof Fabris von 1601 bis 1606 als oberster Fechtmeister wirkte. Das Werk besteht aus zwei Büchern zu je drei Teilen. Das erste widmet sich dem Rapier allein, dem Rapier mit Dolch und dem Rapier mit Mantel, das zweite wieder dem Rapier allein und dem Rapier mit Dolch und am Ende den Ringgriffen, dem Dolch und dem Mantel. Nach Wiktenauer handelt es sich um eine systematische Darlegung von Auslagen, Distanz, Gegenstellungen, Klingenbindungen, Paraden und Hieben. An den 191 Kupferstichen wirkten Nicolaus Andrea aus Flensburg (Titelblatt und Porträts), Jan van Halbeeck (Heraldik und die meisten Illustrationen) und Francesco Valesio mit. Wikipedia bezeichnet das Buch als das erste dänische Buch mit Kupferstichen. Vorlage des Drucks ist die dreibändige illustrierte Handschrift Scientia e Prattica dell'Arme aus dem Jahr 1601 (GI.kgl.Saml.1868.4040), die Fabris Herzog Johan Fredrik von Schleswig-Holstein-Gottorp widmete, als er in königliche Dienste ging. Unverkaufte Exemplare erschienen 1624 in Padua erneut unter dem Titel Della vera pratica et scienza d'armi. Nach Wiktenauer wurde der Traktat über hundert Jahre lang nachgedruckt, zuletzt 1713 in Leipzig, und mindestens viermal ins Deutsche sowie ins Französische und Lateinische übersetzt. Die englische Übersetzung von Tom Leoni erschien 2005.

Kampfkünste im Werk

HEMAZentral

Inhalt

Buch I schreitet vom Rapier allein (Seiten 1 bis 76) über das Rapier mit Dolch (76 bis 133) zum Rapier mit Mantel (134 bis 149) fort. Buch II kehrt wieder zum Rapier allein (151 bis 218) und zum Rapier mit Dolch (218 bis 242) zurück und schließt mit einem Abschnitt über Ringen und Griffe, über den Dolch einschließlich der Verteidigung mit bloßer Hand gegen ihn und über den Mantel (243 bis 256). Der ganze Druck hat 256 Seiten und 191 Kupferstiche. Die Darlegung beruht nach Wiktenauer auf Auslagen, Distanzeinschätzung, Gegenstellungen und Klingenbindungen, aus denen Fabris sowohl Paraden als auch Hiebe ableitet, und legt Wert auf kontrollierte Waffenführung.

Entstehung

Wiktenauer führt an, dass Fabris schon in den neunziger Jahren des 16. Jahrhunderts am Text arbeitete. Eine ältere Gestalt des Werks überliefert die dreibändige reich illustrierte Handschrift Scientia e Prattica dell'Arme aus dem Jahr 1601 mit der Signatur GI.kgl.Saml.1868.4040, die Fabris zum Abschied Herzog Johan Fredrik von Schleswig-Holstein-Gottorp schenkte, bevor er in die Dienste des dänischen Königs trat. Wiktenauer ordnet Fabris auch weitere Handschriften zu: La Scientia della Spada (KB.73.J.38) aus den Jahren 1600 bis 1609, eine Zeichnungssammlung Figures nues, positions d'escrime a l'epee (MS 17) aus den Jahren 1600 bis 1620 und eine deutsche handschriftliche Übersetzung Fechtkunst aus dem Italienischen (Dresd.C.94a) aus der Zeit um 1635.

Ausgaben und Übersetzungen

Die unverkauften Exemplare der Erstausgabe brachte der Paduaner Drucker Pietro Paolo Tozzi 1624 unter dem Titel Della vera pratica et scienza d'armi erneut auf den Markt und ersetzte die beschädigten Blätter durch neue. 1622 gab Jacob de Zeter in Frankfurt eine zweisprachige französisch-deutsche Ausgabe der ersten beiden Teile des zweiten Buches heraus, nach Wiktenauer die erste französische Übersetzung. Als erste Übersetzung überhaupt betrachtet Wiktenauer die deutsche Ausgabe von Isaac Elzevier aus Leiden von 1619 mit Holzschnitten statt Kupferstichen. Eine italienisch-deutsche Ausgabe mit Paralleltext in der Übersetzung von Johann Joachim Hynitzsch erschien in Leipzig, nach Wiktenauer 1677, und wurde 1713 nachgedruckt. Von den modernen Übersetzungen erschien die englische von Tom Leoni 2005, die spanische 2010 (übersetzt von Eugenio Garcia-Salmones) und 2022 die englische Übersetzung von A. F. Johnson, die Anfang des 20. Jahrhunderts angefertigt wurde.

Personen und Kampfkünste

  • Salvator FabrisAutor
  • Johann Joachim HynitzschÜbersetzer
  • Tom LeoniÜbersetzer
  • Nicolaus AndreaIllustrator
  • Jan van HalbeeckIllustrator
  • Francesco ValesioIllustrator
  • Christian IV of DenmarkAuftraggeber

Angaben

Form
Druck
Abbildungen
191

Ausgaben

  • 1606 · IT · De lo Schermo, overo Scienza d'Arme · Henrik Waltkirch · 256 S. · Erstausgabe
  • 1622 · FR · Jacob de Zeter · Übersetzung
  • 1624 · IT · Della vera pratica et scienza d'armi · Pietro-Paolo Tozzi
  • 2005 · EN · The Art of Dueling: Salvator Fabris' Rapier Fencing Treatise of 1606 · Chivalry Bookshelf · Übersetzung
  • 2010 · ES · La esgrima o la ciencia de las armas · Übersetzung
  • 2022 · EN · Fencing or the Science of Arms · HEMA Bookshelf · Übersetzung

Weitere Titel

  • Sienza e Pratica d'Arme (Alternativtitel, IT)
  • Della vera pratica et scienza d'armi (Alternativtitel, IT)
  • The Art of Dueling: Salvator Fabris' Rapier Fencing Treatise of 1606 (Übersetzter Titel, US)
  • Fencing or the Science of Arms (Übersetzter Titel, en)
  • La esgrima o la ciencia de las armas (Übersetzter Titel, ES)
Weitere Quellen zum Thema (3)
  1. wiktenauer.com/wiki/Lo_Schermo,_overo_Scienza_d'Arme_(Salvator_Fabris)
  2. wiktenauer.com/wiki/Salvator_Fabris
  3. en.wikipedia.org/wiki/Salvator_Fabris