Salvator Fabris
Fechtmeister aus Padua, Lehrer des dänischen Königs Christian IV. und Autor der 1606 in Kopenhagen erschienenen Abhandlung Lo Schermo, overo Scienza d'Arme.
Auf einen Blick
ItalienBiografie
Salvator Fabris wurde um 1544 in Padua geboren und starb dort am 11. November 1618 im Alter von 74 Jahren an einem „bösartigen Fieber" nach etwa zehn Tagen Krankheit. Bekannt ist er als Fechtlehrer des dänischen Königs Christian IV. und Autor der Abhandlung Lo Schermo, overo Scienza d'Arme.
In den neunziger Jahren des 16. Jahrhunderts diente er Erzbischof Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf. Von 1601 bis 1606 unterrichtete er König Christian IV. im Fechten. Bei wem er selbst das Fechten lernte, konnten wir nicht belegen.
Die Abhandlung veröffentlichte er 1606 in Kopenhagen auf Kosten des Königs. Sie enthält 191 Kupferstiche von Jan van Haelbeck und Francesco Valeggio und ist das erste dänische Buch mit Kupferstichillustrationen. Sie behandelt den Kampf mit dem Schwert allein, Schwert mit Dolch und Schwert mit Mantel sowie die Verteidigung mit bloßer Hand gegen einen Dolch; das zweite Buch widmet sich ununterbrochenen Angriffstechniken, was unter den italienischen Abhandlungen des 17. Jahrhunderts ungewöhnlich war. Die Abhandlung wurde bis 1713 nachgedruckt und ins Deutsche und Englische übersetzt (englische Übersetzung 2005).
Nach 1606 kehrte er nach Italien zurück und lehrte an der Universität Padua. Er trug den Titel Oberster Ritter des Ordens der Sieben Herzen. Die Behauptung, er habe an der Choreografie der Duelle in Shakespeares Hamlet mitgewirkt, ist unbelegt, und auch seine Gleichsetzung mit „Salvator Fabritz", der 1594 in eine schwedische Attentatsverschwörung verwickelt war, ist unwahrscheinlich.