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Handschrift

Wiener Fechtbuch (Cod.11093)

Originaltitel: Wiener Fechtbuch

1440–1449DeutschlandLehrbuch

Anonyme Pergamenthandschrift aus den vierziger Jahren des 15. Jahrhunderts, heute in Wien, mit illustrierten Stücken zu Speer, Kurzschwert, Dolch, Stangenwaffen, Ringen und Fechten zu Pferd.

Das Wiener Fechtbuch (Cod. 11093) ist eine anonyme deutsche Fecht- und Ringhandschrift, die heute die Österreichische Nationalbibliothek in Wien unter der Signatur Cod. 11093 aufbewahrt. Ihre Entstehung wird in die vierziger Jahre des 15. Jahrhunderts gesetzt. Nach Hans-Peter Hils entstand sie wohl in Südwestdeutschland, zur Datierung wie zur Lokalisierung führen ihn Kleidung und Bewaffnung der abgebildeten Figuren. Den Autor und den Illustrator konnten wir nicht belegen. Die Handschrift besteht aus 46 kleinformatigen Pergamentblättern im Format 105 × 135 mm in neuzeitlichem Einband. Sie ist überwiegend bildlich: Jede Seite füllt eine Illustration. Die Stücke reichen vom Speer über das Kurzschwert, dem fast zwei Drittel der Blätter gehören, zu Dolch und Stangenwaffen und enden mit Ringen und Fechten zu Pferd. Wohin die Handschrift unter den übrigen deutschen Fechtbüchern gehört, darüber sind sich die Forscher nicht einig. Rainer Leng ordnet sie in seinem Verzeichnis deutscher illustrierter Handschriften von 2008 der Gruppe Gladiatoria zu. Hils lehnt diese Einordnung ab: Trotz einiger Übereinstimmungen erinnert ihn die Handschrift in Inhalt und Bildgestaltung eher an den Traktat Hans Talhoffers von 1448. Aus der Fachliteratur beziehen sich auf die Handschrift die Arbeit von Hans-Peter Hils über die Kunst des langen Schwertes von Johann Liechtenauer von 1985 und die Studie von Rainer Welle von 1993 über das Ringen als adlige Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts. Ein Digitalisat der Handschrift stellt die Österreichische Nationalbibliothek bereit, Mikrofilmscans liegen auch auf Wikimedia Commons. Gedruckte Ausgaben oder Abschriften haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Kampfkünste im Werk

HEMAZentralRingen (mittelalterlich)Zentral

Inhalt

Die Handschrift gliedert sich nach Waffe oder Disziplin in sechs Teile. Eröffnet wird sie vom Speer auf den Blättern 1r–3v. Es folgt der mit Abstand umfangreichste Abschnitt über das Kurzschwert auf den Blättern 4r–32v, der 29 von 46 Blättern einnimmt. Dem Dolch gehören die Blätter 33r–37r, den Stangenwaffen die Blätter 37v–39v. Das Ringen ist auf den Blättern 40r–44v festgehalten, und die Schlussblätter 45r–46v zeigen das Fechten zu Pferd. Jede Seite trägt eine Illustration, den Stoff vermittelt die Handschrift also hauptsächlich im Bild. Die Gesamtzahl der Abbildungen haben wir in den Quellen nicht ausdrücklich angegeben gefunden. Die Blätter sind aus Pergament, 105 × 135 mm groß, und in neuzeitlichem Einband gebunden.

Urheberschaft

Autor und Illustrator der Handschrift sind nicht bekannt, über ihre Herkunft wird nur aus den Abbildungen geschlossen. Hans-Peter Hils verortet sie nach Kleidung und Bewaffnung der Figuren in Südwestdeutschland. Die Datierung in die vierziger Jahre des 15. Jahrhunderts haben wir in den Quellen nicht durch eine konkrete Studie belegt gefunden. Die Forscher sind sich uneinig, welchen Handschriften Cod. 11093 am nächsten steht. Rainer Leng ordnet sie in seinem Verzeichnis deutscher illustrierter Handschriften des Mittelalters von 2008 der Gruppe Gladiatoria zu. Hils lehnt diese Einordnung ab. Er räumt einige Ähnlichkeiten ein, insgesamt erinnert ihn die Handschrift in Inhalt und Bildgestaltung jedoch eher an den Traktat Hans Talhoffers von 1448.

Angaben

Form
Handschrift
Aufbewahrungsort
Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Signatur
Cod. Vindobonensis 11093
Blätter
46
Material
Pergament
Digitalisat der Bibliothek
digital.onb.ac.at/rep/access/open/10BE3944

Weitere Titel

  • Cod. Vindob. B. 11093 (Alternativtitel, AT)
Weitere Quellen zum Thema (1)
  1. wiktenauer.com/wiki/Cod.11093