Kyuzo Mifune
三船久蔵
Japanischer Judoka (1883–1965), Träger des 10. Dan und langjähriger Lehrer des Kodokan, bekannt für den Lufthurf kuki-nage und das Buch The Canon of Judo.
Auf einen Blick
JapanBiografie
Kyuzo Mifune (1883–1965) war ein japanischer Judoka, Träger des 10. Dan und einer der bedeutendsten Lehrer des Kodokan im 20. Jahrhundert. Er wurde am 21. April 1883 in Kuji in der Präfektur Iwate geboren. Im Jahr 1903 ging er nach Tokio, schrieb sich an der Keio-Universität ein, die er nicht abschloss, und trat in den Kodokan ein.
Laut der Enzyklopädie Kotobank erhielt er den 1. Dan 1904, den 5. Dan 1909, den 7. Dan 1923 und den 10. Dan im Jahr 1945. Ab 1910 lehrte er Judo an der Kaiserlichen Universität Tokio, 1923 wurde er Instruktor des Kodokan (shinan-yaku) und 1949 dessen ständiger Berater für den Unterricht. Berühmt war er für den Lufthurf kuki-nage und entwickelte auch die Würfe o-guruma und kyusha-guruma.
Im Jahr 1930 siegte er in einem Sonderkampf bei der ersten Gesamtjapanischen Judomeisterschaft und 1934 führte er Judo beim kaiserlichen Kampf (tenran-jiai) vor. Auf Englisch erschien sein Buch The Canon of Judo (1956). Im Jahr 1961 wurde er zur Persönlichkeit mit kulturellen Verdiensten ernannt. Er starb am 27. Januar 1965 in Tokio, und in seinem Geburtsort Kuji stehen ihm eine Gedenkhalle und eine Bronzestatue.
Frühe Jahre
Er wurde am 21. April 1883 in Kuji in der Präfektur Iwate geboren. Im Jahr 1903 zog er nach Tokio und begann an der Keio-Universität Wirtschaftswissenschaften (rizai) zu studieren, schloss das Studium aber nicht ab. Im selben Jahr trat er in den Kodokan ein. Die englische Wikipedia gibt an, er sei im Juli 1903 nach einem persönlichen Gespräch mit dem Begründer des Judo, Kano Jigoro, aufgenommen worden und Sakujiro Yokoyama habe ihn Kano empfohlen. In einer Quelle auf dem Niveau einer Enzyklopädie oder des Kodokan haben wir diese Einzelheiten nicht gefunden. Er war von zierlicher Statur, die Quellen nennen eine Körpergröße von etwa 159 cm.
Ausbildung und Lehrer
Sein Lehrer war Kano Jigoro. Laut Kotobank erhielt er den 1. Dan 1904, den 5. Dan 1909 und den 7. Dan 1923. Die englische Wikipedia setzt den 5. Dan auf das Jahr 1910 und nennt außerdem den 6. Dan 1917, den 8. Dan 1931 und den 9. Dan 1937. Den Unterschied beim 5. Dan haben wir nicht entschieden, und eine Kodokan-Quelle mit den Daten seiner Grade haben wir nicht gefunden. Den 10. Dan (judan) erhielt er am 25. Mai 1945. Robert Noha schreibt im Aikido Journal, er sei der vierte Judoka der Geschichte mit diesem Grad gewesen.
Beitrag und Neuerungen
Kotobank verbindet ihn mit der Technik kuki-nage, einem Lufthurf, der auch sumi-otoshi genannt wird, und mit der Entwicklung der Würfe o-guruma und kyusha-guruma. Ab 1910 leitete er den Judounterricht an der Kaiserlichen Universität Tokio. Im Jahr 1923 wurde er Instruktor des Kodokan (shinan-yaku) und 1949 ständiger Berater für den Unterricht. Bei der ersten Gesamtjapanischen Judomeisterschaft 1930 siegte er in einem Sonderkampf, und 1934 führte er Judo beim kaiserlichen Kampf (tenran-jiai) vor. Er schrieb die Bücher Judo kaikoroku und Judo ichiro, ihr Erscheinungsjahr haben wir nicht ermittelt. Auf Englisch erschien 1956 The Canon of Judo.
Legenden und belegte Fakten
Über Mifune wird erzählt, er habe nie einen Kampf verloren. Die englische Wikipedia gibt jedoch an, dass ihn 1903 in Sendai Matsugoro Okuda in einem Trainingskampf besiegte. Es war ein Training, kein Wettkampf, und die Behauptung der Unbesiegbarkeit im Wettkampf haben wir weder widerlegt noch bestätigt. Auch die Angaben zu seinem Gewicht weichen ab: Die Quellen nennen 55, 56 und 63 Kilogramm.
Vermächtnis
Er starb am 27. Januar 1965 in Tokio. Im Jahr 1961 wurde er zur Persönlichkeit mit kulturellen Verdiensten ernannt. Die Tourismusvereinigung der Präfektur Iwate nennt außerdem eine Medaille mit violettem Band von 1956 und den Orden der Aufgehenden Sonne 3. Klasse von 1964, wobei die Jahre der Auszeichnungen in den Quellen leicht voneinander abweichen. In seinem Geburtsort Kuji steht die Mifune-Gedenkhalle (Mifune Judan Memorial Hall) und nach Robert Noha seit 1971 auch seine Bronzestatue. Noha zählt zu seinen Schülern und Trainingspartnern Minoru Mochizuki, den Begründer des Yoseikan budo, und Anton Geesink.
Lehrer, Schüler und Familie
Assoziierte Kampfkünste
Zitate
Der wahre Zweck des Judo ist nicht allein, den Sieg zu erringen, sondern die im Judo enthaltene Wahrheit zu verkörpern.
The real purpose of judo is not to win victory only, but is to personify the truth contained in judo.
Zugeschrieben
Das eigentliche Wesen des Judo besteht darin, sich auf den Willen des Himmels zu verlassen.
The very essence of judo is to depend on heaven's will.
Zugeschrieben