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Imi Lichtenfeld

Imi Lichtenfeld (1910–1998), gebürtig aus Budapest, schuf Krav Maga für die israelischen Streitkräfte und passte es ab 1964 für Zivilisten an.

Auf einen Blick

Geburtsdatum26.5.1910
Sterbedatum9.1.1998
HerkunftslandIsraelIsrael
BerufSoldat
Auch bekannt alsImrich Lichtenfeld, Imi Sde-Or

Biografie

Imi Lichtenfeld, mit Geburtsnamen Imrich, wurde am 26. Mai 1910 in Budapest in eine jüdische Familie geboren und wuchs in Bratislava auf. Er ist der Begründer des Krav Maga, das er zunächst in den israelischen Streitkräften lehrte und ab 1964 auch für Zivilisten anpasste. Einige Quellen, darunter die IKMF, nennen Bratislava als Geburtsort.

Sein Vater Samuel war Polizeiinspektor in Bratislava, früher Zirkusakrobat und Kraftmensch, und besaß die Turnhalle Hercules. Imi trat im Ringen, Boxen und Turnen an. Laut dem israelischen Verband K.A.M.I. gewann er 1928 die slowakische Jugendmeisterschaft im Ringen und 1929 den slowakischen Titel im Boxen und den internationalen Titel im Sportturnen, Slovak Spectator spricht von tschechoslowakischen Titeln. In den dreißiger Jahren gründete er laut den Quellen mit Freunden aus dem Betar eine Gruppe, die das jüdische Viertel vor gewalttätigen Angriffen verteidigte.

Am 18. Mai 1940 fuhr er auf dem Schiff Pentcho, das im Oktober 1940 in der Ägäis Schiffbruch erlitt, von Bratislava die Donau hinab. Etwa ein Jahr diente er dann in einer tschechoslowakischen Einheit unter britischem Kommando, laut Wikipedia im 11. tschechoslowakischen Infanteriebataillon. Nach Palästina gelangte er laut K.A.M.I. 1942, andere Quellen nennen das Jahr 1944. Yitzhak Sadeh berief ihn in die Haganah, wo er körperliche Ausbildung, Schwimmen und Messerabwehr lehrte. Nach der Gründung des Staates Israel 1948 wurde er Chefausbilder für körperliche Ausbildung und Krav Maga in der israelischen Armee.

1964 verließ er die Armee und eröffnete in Netanya ein privates Trainingszentrum. Den ersten schwarzen Gürtel im Krav Maga verlieh er am 1. Mai 1971 an Eli Avikzar. 1978 gründete er mit seinen Schülern den Verband für Krav Maga, das genaue Datum 22. Oktober nennt Wikipedia. Die internationale Föderation IKMF gibt an, seit 1996 zu bestehen, Wikipedia legt ihre Gründung ins Jahr 1995. Er starb am 9. Januar 1998 in Netanya im Alter von 87 Jahren.

Frühe Jahre

Imi, mit Geburtsnamen Imrich, wurde am 26. Mai 1910 in Budapest als Sohn von Samuel und Janka Lichtenfeld geboren. Der Vater stammte laut Slovak Spectator aus Mliečno, heute ein Teil von Šamorín, die Mutter aus Bátorove Kosihy. Die Familie zog nach Bratislava, wo Imi aufwuchs. Der Vater war Polizeiinspektor, früher Zirkusakrobat und Kraftmensch, und besaß die Turnhalle Hercules, wo er auch Selbstverteidigung unterrichtete.

1935 reiste er mit einem Team jüdischer Ringer zur Makkabiade nach Palästina, wegen einer beim Training gebrochenen Rippe trat er laut Wikipedia und dem Blog von Patrick Comerford aber nicht an. Am 18. Mai 1940 verließ er Bratislava auf dem Flussschiff Pentcho mit etwa fünfhundert überwiegend Betar-Passagieren. Das Schiff erlitt im Oktober 1940 in der Ägäis Schiffbruch. Imi machte sich laut einem genealogischen Eintrag mit vier weiteren in einem Ruderboot auf den Weg, um auf Kreta Hilfe zu holen, und nach fünf Tagen rettete sie ein britisches Kriegsschiff, die Version von David Kahn nennt drei Tage und ein britisches Flugzeug.

Ausbildung und Lehrer

Imi trainierte Ringen, Boxen und Turnen, und laut K.A.M.I. brachte ihn sein Vater zum Sport. 1928 gewann er die slowakische Jugendmeisterschaft im Ringen und 1929 den slowakischen Titel im Boxen und den internationalen Titel im Sportturnen. Slovak Spectator schreibt von einem tschechoslowakischen Juniorentitel von 1928 und einem Titel bei den Erwachsenen von 1929. Comerford nennt ihn als Mitglied der slowakischen Ringer-Nationalmannschaft, eine andere Quelle bestätigt das nicht. Die Namen seiner Trainer haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Nach dem Untergang der Pentcho diente er etwa ein Jahr in einer tschechoslowakischen Einheit unter britischem Kommando in Ägypten, Libyen und Syrien und erhielt dann die Erlaubnis, nach Palästina einzureisen. Laut K.A.M.I. kam er dort 1942 an, und Yitzhak Sadeh, der Kommandant der Palmach, berief ihn in die Haganah.

Beitrag und Neuerungen

Schon 1944 lehrte er in der Haganah körperliche Ausbildung, Schwimmen, Messerabwehr und den Nahkampf mit dem Stock. Die IKMF und Krav Maga Global nennen unter den Einheiten, die er trainierte, die Haganah, Palmach und Palyam. Nach der Gründung Israels 1948 wurde er Chefausbilder für körperliche Ausbildung und Krav Maga in der Armee. Er entwickelte Verteidigungen gegen Messer und Schusswaffen, ergänzte Griffe aus dem Jiu-Jitsu und vereinfachte laut K.A.M.I. die Übungen so, dass ein Soldat sie nach kurzem Training beherrschen konnte. In der Armee unterrichtete er bis 1964, also etwa sechzehn Jahre, die IKMF nennt zwanzig Jahre.

1964 eröffnete er in Netanya ein privates Zentrum für Krav Maga, Jiu-Jitsu und Gymnastik und passte das System für Zivilisten an. Den ersten schwarzen Gürtel verlieh er am 1. Mai 1971 an Eli Avikzar, der seit November 1964 bei ihm trainierte, und in den Jahren 1973 bis 1980 an eine weitere Gruppe von Schülern. 1978 gründete er mit seinen Schülern einen Verband zur Verbreitung des Krav Maga. Eyal Yanilov lernte seit 1974 bei ihm und schrieb ab 1984 mit ihm ein umfassendes Handbuch.

Philosophie und Prinzipien

Der israelische Verband K.A.M.I., den sein erster schwarzer Gürtel Eli Avikzar gegründet hat, nennt als Imis Leitsätze den kürzesten und schnellsten Weg zum Ziel und die Vermeidung von Verletzungen. Beide Formulierungen gibt die Institution seines Schülers weiter, ein Buch oder ein Datum, an dem Imi sie sagte, haben wir nicht gefunden. Wir folgern, dass mit ihnen auch seine Betonung der Einfachheit zusammenhängt: Die Übungen sollte ein Soldat nach kurzem Training beherrschen, nicht nach Jahren des Trainings.

Legenden und belegte Fakten

Oft wird geschrieben, Imi habe in Bratislava gegen die Nazis gekämpft und Krav Maga sei zum Kampf gegen sie entstanden. Eine Quelle auf der Ebene offizieller Institutionen belegt das nicht. Belegt ist, dass er in den dreißiger Jahren mit Freunden aus dem Betar eine Gruppe gründete, die das jüdische Viertel verteidigte, laut Comerford 1938 mit David Unreich. Welche Techniken er dabei einsetzte, nennen die Quellen nicht, wir vermuten daher, dass die Straßenerfahrung nur eine der Wurzeln des Systems war.

Die Entstehung des Krav Maga wird unterschiedlich angesetzt: in die dreißiger Jahre, in den Unterricht in der Haganah ab 1944 oder in die Armee nach 1948. Belegt ist der Unterricht in der Haganah ab 1944. Die Quellen unterscheiden sich auch beim Jahr der Ankunft in Palästina (1942 und 1944) und beim Geburtsort (Budapest und Bratislava). Slovak Spectator schreibt, in den Zirkus sei Imi eingetreten, ein genealogischer Eintrag schreibt das dem Vater zu.

Vermächtnis

Nach 1974 übernahm Eli Avikzar das Zentrum in Netanya und gründete 1989 mit Imis Segen den Verband K.A.M.I. Die internationale Föderation IKMF entstand nach Streitigkeiten zwischen den leitenden Ausbildern des ursprünglichen Verbands, Imi billigte ihre Lehrpläne, und sie gibt an, seit 1996 zu bestehen. Eyal Yanilov war bis 2010 Chefausbilder der IKMF, dann gründete er Krav Maga Global. Krav Maga wird heute somit in einer Reihe von Organisationen gelehrt, die sich auf Imi berufen.

Im Juni 2018 wurde an der Židovská ulica 1 in Bratislava eine Gedenktafel enthüllt, die sein Schüler Yaron Lichtenstein angeregt hatte, und in Bratislava steht auch seine Statue von Šimon Chyla. Imi starb am 9. Januar 1998 in Netanya und ist laut Wikipedia auf dem Friedhof Shikun Vatikim begraben.

Assoziierte Kampfkünste

Ziviles Krav MagaGründer→

Die zivile Form der israelischen Selbstverteidigung, die Imi Lichtenfeld nach dem Militär für gewöhnliche Menschen anpasste. Eigener Verband seit 1978.

Krav MagaGründer→

Israelisches Selbstverteidigungssystem, ausgerichtet auf schnelle, einfache Reaktionen in echter Gefahr statt auf Wettkämpfe.

Organisationen

Zitate

Der kürzeste und schnellste Weg.

The shortest and the fastest way.

Zugeschrieben

Tu, was du kannst, aber lass dich nicht verletzen.

Do what you can, but don't get hurt.

Zugeschrieben