Choi Yong-sool
최용술
Koreanischer Meister, der als Begründer des Hapkido gilt und nach 1945 in Daegu eine Kunst lehrte, die offenbar vom Daito-ryu aiki-jujutsu abgeleitet war.
Auf einen Blick
SüdkoreaBiografie
Choi Yong-sool gilt als Begründer des Hapkido. Laut der englischen Wikipedia wurde er am 9. November 1904 im Landkreis Yeongdong geboren, die Enzyklopädie der koreanischen Kultur nennt das Jahr 1899. Er starb am 15. Juni 1986.
Nach eigener Erzählung brachte ihn 1912 ein japanischer Kaufmann nach Japan und ließ ihn dort zurück. Etwa zwei Jahre lebte er dann in einem buddhistischen Tempel, laut Wikipedia in Kyoto, und in Japan benutzte er den Namen Yoshida Asao. Er behauptete, dreißig Jahre lang Daito-ryu aiki-jujutsu bei Takeda Sokaku in Akita gelernt zu haben. Takedas Schülerverzeichnis eimeiroku kennt aber nur einen Eintrag vom 1. November 1941 und ein zehntägiges Training vom 6. bis 15. August 1942 in Otaru. Ein Teil der Forscher vermutet, dass sein Hauptlehrer Yoshida Kotaro war.
Nach der Befreiung Koreas 1945 kehrte er zurück und ließ sich in Daegu nieder. Sein erster Schüler wurde Seo Bok-seob, laut Wikipedia 1948, laut der Zeitung Segye Ilbo schon 1946, und brachte Würfe und Griffe aus dem Judo in den Unterricht ein. 1951 eröffneten die beiden das Daehan Hapki Yu Kwon Sool Dojang. Choi nannte seine Kunst zunächst yawara oder hapki yusul, der Name Hapkido setzte sich in den späten fünfziger Jahren durch. 1963 wählte er den Namen kido und gründete den Verband Daehan Kidohoe.
Zu seinen Schülern gehörten Ji Han-jae und Kim Moo-hong. Laut Wikipedia verlieh er seinem Nachfolger Chinil Chang am 5. April 1985 den 10. Dan. Nach Chois Tod beanspruchte Ji Han-jae das Verdienst für die Entstehung des Hapkido und der Tritttechniken, was Seo Bok-seob und andere Lehrer bezweifeln.
Frühe Jahre
Choi Yong-sool stammte aus dem Landkreis Yeongdong in der Provinz Nord-Chungcheong. Die englische Wikipedia nennt als Geburtsdatum den 9. November 1904 und erklärt die Abweichung vom Jahr 1899, das die Enzyklopädie der koreanischen Kultur und die Website der Schule Kido Kwan nennen, mit einer verspäteten Registrierung und der koreanischen Alterszählung. Seine Mutter starb nach seiner Erzählung, als er etwa zwei Jahre alt war, und nach dem Tod des Vaters zog ihn eine Tante auf.
Im Jahr 1912 nahm ihn nach seinen eigenen Worten der japanische Süßwarenhändler Morimoto mit und ließ ihn im Hafen von Moji zurück. Etwa zwei Jahre lebte er dann in einem buddhistischen Tempel, dessen Abt Watanabe Kintaro war. Wikipedia nennt Kyoto, die Website von Kido Kwan nennt Yahata. In Japan benutzte er den Namen Yoshida Asao. Diese Angaben stammen hauptsächlich aus seinem Interview von 1982, einen unabhängigen Beleg haben wir nicht gefunden.
Ausbildung und Lehrer
Choi behauptete, dreißig Jahre lang bei Takeda Sokaku in dessen Haus und Dojo in Akita gelernt zu haben. Die Enzyklopädie der koreanischen Kultur nennt Takeda als seinen Lehrer, mit dem Vorbehalt, dass dies so bekannt sei. Takedas Schülerverzeichnis eimeiroku verzeichnet laut einem Interview mit Yoon Dae-hyun, dem Vorsitzenden des Koreanischen Aikido-Verbands, den 37-jährigen Choi am 1. November 1941 in Otaru und danach ein zehntägiges Training vom 6. bis 15. August 1942 im Haus von Watanabe Kintaro ebenda. Die Seite mit seinem Namen veröffentlichte auch Kondo Katsuyuki, der Leiter der Hauptlinie des Daito-ryu.
Scott Shaw, der Autor einer Geschichte des Hapkido, gibt an, dass Einwanderungsunterlagen Choi bis zu Takedas Tod im April 1943 als Takedas Angestellten führen. Kisshomaru Ueshiba sagte 1988, er wisse nicht, was der Koreaner studiert habe, glaube aber an Daito-ryu. Ein Teil der Forscher hält Yoshida Kotaro für seinen Hauptlehrer. Wir folgern, dass ein kurzer Kontakt mit Daito-ryu belegt ist, Dauer und Form des Trainings konnten wir nicht belegen.
Beitrag und Neuerungen
Nach der Rückkehr nach Korea ließ er sich in Daegu nieder, wo er laut Wikipedia Reiskuchen verkaufte und Schweine hielt. Seo Bok-seob wurde nach einem Streit um Getreide in einer Brauerei sein erster Schüler, laut Wikipedia 1948, laut der Zeitung Segye Ilbo 1946. Im Jahr 1951 eröffneten sie das Daehan Hapki Yu Kwon Sool Dojang, das Segye Ilbo als das erste Hapkido-Dojo in Korea bezeichnet. Seo brachte Griffe an Ärmeln und Schultern sowie Würfe aus dem Judo in das System ein.
Choi verwendete zunächst die allgemeinen Bezeichnungen yawara oder hapki yusul, die wohl vom Daito-ryu aiki-jujutsu abgeleitet waren. Laut der Enzyklopädie der koreanischen Kultur begannen die Schüler in den späten fünfziger Jahren unter dem Einfluss des japanischen Aikido den Namen Hapkido zu verwenden und eröffneten ab 1961 unter diesem Namen Dojo. Im Jahr 1963 wählte Choi einen eigenen Namen, kido, und gründete den Verband Daehan Kidohoe, der sich aber nicht durchsetzte.
Legenden und belegte Fakten
Choi behauptete 1982, Takeda habe ihn adoptiert. Scott Shaw hält das für einen Mythos, vielleicht aus einer fehlerhaften Übersetzung, und Choi für einen Angestellten Takedas. Die Behauptung von dreißig Jahren Training wird von den erhaltenen Daito-ryu-Unterlagen nicht gestützt, die nur die kurze Zeit der Jahre 1941 und 1942 kennen. Laut Yoon Dae-hyun stimmt es auch nicht, dass Choi Morihei Ueshiba unterrichtet oder zu Takeda gebracht habe.
Die Tritte, für die das heutige Hapkido bekannt ist, hat Choi laut Shaw nicht gelehrt, sie wurden von Ji Han-jae und anderen hinzugefügt. Die Urheberschaft des Namens Hapkido ist umstritten: Ji Han-jae behauptet, er habe ihn erfunden, Seo Bok-seob gab an, dass sie den Namen mit Choi 1959 gekürzt hätten. Einen uralten koreanischen Ursprung des Hapkido hat Choi laut Shaw nie behauptet, er wurde ihm erst von späteren Schülern zugeschrieben.
Vermächtnis
Laut Segye Ilbo gründeten seine Schüler 1958 eigene Schulen: Ji Han-jae das Seonmugwan in Andong, Kim Moo-hong das Sinmugwan in Daegu und Mun Jong-won eine Schule in Busan, und in den Jahren 1959 bis 1960 zog das Hapkido nach Seoul um. Die heutigen Hapkido-Organisationen in Korea entstanden in den Jahren 1971, 1975 und 2004, und Daehan Kidohoe veranstaltet bis heute eine landesweite Meisterschaft.
Laut Wikipedia übernahm Chinil Chang am 15. Januar 1985 den Titel des Doju, und Choi verlieh ihm am 5. April 1985 den 10. Dan. Choi starb am 15. Juni 1986. Nach seinem Tod erklärte Ji Han-jae, er habe das Hapkido begründet, weil Choi nur yawara-Techniken gelehrt habe, was Seo Bok-seob und Han Bong-soo bezweifeln. Hapkido wird deshalb heute in vielen Organisationen mit unterschiedlichen Linien unterrichtet.
Lehrer, Schüler und Familie
Assoziierte Kampfkünste
Organisationen
- Daehan Hapki Yu Kwon Sool DojangMitgründer · 1951