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Perisai Diri

Indonesisches Silat, am 2. Juli 1955 in Surabaya gegründet. Nach Draeger beruht es auf geraden Schlägen und Fersentritten.

Wichtige Daten

GründerRaden Mas Soebandiman Dirdjoatmodjo
HerkunftslandIndonesien
Gründungsjahr1955
RegionAsien
HauptfokusGemischt
GürtelsystemGürtel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieModerne Synthese
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
Rolle der WaffenWaffen optional
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Gürtel)
WettkampfformatPunktkampf
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende100 000–1 Mio.

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteBedeutend
WürfeBedeutend
BodenkampfAm Rande
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenBedeutend

Über Perisai Diri

Perisai Diri, kurz PD, ist ein indonesischer Stil des Pencak Silat. Laut Depdikbud 1985 wurde die Keluarga Silat Nasional Perisai Diri am 2. Juli 1955 in Surabaya gegründet, und die Grundlage ihres Stils schuf R.M.S. Dirjo Atmojo. Draeger 1972 schreibt, der Ursprung werde manchmal auf Jogjakarta in Zentraljava zurückgeführt, die dortigen Bemühungen nenne er aber einen unvollkommenen Anfang und das Hauptverdienst schreibe er dem Gründer R.M.S. Dirdjoatmodjo zu, der in der Gegend von Surabaya lebte und PD sein Wesen gab. Den vollen Namen des Gründers nennen Afandi und Trilaksana 2023 in der Zeitschrift AVATARA: R.M. Soebandiman Dirdjotmodjo. Die Schule begann ihnen zufolge als Silat-Kurs beim Kulturamt von Ostjava und wurde 1959 zu einer anerkannten Schule mit organisatorischem System.

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Draeger beschreibt PD als moderne Ableitung zentraljavanischer Stile, deren Bewegung 1955 begann, deren technische und philosophische Wurzeln aber seiner Ansicht nach bis in die Antike reichen. Der Stil ist eine Synthese verschiedener Pencak-Silat-Stile, hält sich aber von fremden Ideen des japanischen Judo, Aikido, Karate-do und Jujutsu sowie des westlichen Boxens fern. Er legt Wert auf gerade Schläge, Tritte führen geradeaus, kreisförmige Tritte werden nicht verwendet, und die Betonung des Fersentritts deutet nach Draeger auf chinesische Wurzeln. Chambers, Draeger und Alexander 1970 bezeichnen PD als den am schärfsten rhythmisierten Stil des Pencak Silat, dessen abrupte Bewegungen außergewöhnlich aufrechte Stände ermöglichen. Der Unterricht umfasst laut Draeger vorbereitete Formen, Atemübungen und Waffen, die erst nach der Beherrschung des waffenlosen Kampfes hinzukommen. Depdikbud 1985 beschreibt Schülergrade namens tanda, und laut Green 2001 übernahm PD auf Bali ein Gürtelsystem nach dem Vorbild der japanischen Künste. 1985 hatte es auf Bali etwa 15 tausend Mitglieder, überwiegend Schüler und Studenten.

Geschichte

Laut Wikipedia id wurde der Gründer am 8. Januar 1913 in Yogyakarta geboren. Nach der Schule ging er zu Fuß nach Jombang, wo er bei K.H. Hasan Basri Silat lernte, dann in Solo bei Sayid Sahab, und bei seinem Großvater Ki Jogosurasmo lernte er kanuragan. In Semarang lernte er laut demselben Artikel bei Soegito aus dem aliran Setia Saudara. Er ließ sich in Parakan nieder, eröffnete die Schule Eka Kalbu und traf den chinesischen Meister Yap Kie San aus der Linie Siauw Liem Sie, bei dem er vierzehn Jahre lernte. Diese biografischen Daten stammen nur aus Wikipedia. Die Namen Siauw Liem Sie und Yap Kie San haben wir bei Draeger, Chambers, Depdikbud und Green nicht gefunden.

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1947 wurde er laut Wikipedia id zum Staatsbeamten des Ministeriums für Bildung und Kultur, Sektion Pencak Silat, ernannt, und 1955 zog er nach Surabaya, wo er mit Hilfe von Imam Ramelan am 2. Juli 1955 den Silat-Kurs Perisai Diri beim Kulturamt von Ostjava gründete. Das Datum 2. Juli 1955 bestätigen Depdikbud 1985 und Asrianda u. a. 2022, Surabaya und das Jahr 1955 nennen auch Afandi und Trilaksana 2023. 1970 wurden laut Wikipedia id die Statuten verfasst und der volle Name der Organisation als Keluarga Silat Nasional Indonesia Perisai Diri genehmigt, die Uniform wechselte von Schwarz zu Weiß. Dasselbe fasst das Abstract von Afandi und Trilaksana zusammen. Wikipedia gibt weiter an, der Gründer sei am 9. Mai 1983 gestorben, und 1986 habe ihm die Regierung den Titel Pendekar Purna Utama verliehen. 1982 habe er angeblich 23 Schüler zu Pendekar ernannt, genannt Pendekar Historis. Auf Bali tauchte PD laut Depdikbud 1985 um das Jahr 1965 auf, mit Bapak Made Suweca als Hauptperson. An anderer Stelle nennt dasselbe Dokument die Entwicklung von PD im Gebiet Bali ab dem 1. April 1964.

Was es unterscheidet

Draeger 1972 gibt an, dass die balinesischen Bhakti Negara, Tridharma und Kerta rein balinesische Stile genannt werden, Perisai Diri dagegen eine verpflanzte ostjavanische Form ist, die nicht als rein balinesisches Pencak Silat gilt. Tridharma, Bhakti Negara und Kerta Wisesa gehen ihm zufolge von tiefen, geduckten Ständen aus und sind sehr täuschend, während er PD als aufrechteres und sparsameres System mit direkterer Angriffsaktion beschreibt. Depdikbud 1985 gibt an, dass sich PD auf Bali von Bhakti Negara und Kertha Wisesa dadurch unterscheidet, dass es überwiegend in Städten verbreitet ist und sich die Mitglieder zuvor nicht kannten, während beide balinesischen Verbände in Dörfern wirken. Der Schwerpunkt von PD liegt auf Selbstverteidigung und Sport, erst danach auf dem Zusammenhalt des Verbands. Das Dokument schreibt auch, dass PD auf Bali eine Akkulturation mit der balinesischen Kultur zeigt: In den geistigen Unterricht werden Materialien aus der hinduistischen Philosophie Balis eingefügt, und das Ergebnis ist eine Akkulturation des chinesischen, javanischen und balinesischen Silat.

Technik

Draeger 1972 schreibt, PD sei eine Synthese verschiedener Pencak-Silat-Stile, halte sich aber von fremden Ideen des japanischen Judo, Aikido, Karate-do und Jujutsu sowie des westlichen Boxens fern und beschränke sich auf einheimische Taktik. Er schätzt gerade Schläge, die Faust wird beim Auftreffen eingedreht. Tritte führen geradeaus, kreisförmige Tritte werden nicht verwendet. Die Betonung des Fersentritts deutet seiner Ansicht nach auf chinesische Wurzeln.

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Nach Draeger ist PD fast völlig frei von der Taktik Westjavas und der Minangkabau mit den Ständen depok und sempok, und kuda-kuda wird nur sehr wenig verwendet, obwohl in früheren Jahren alle Lehrer darauf bestanden. Als besondere Taktik nennt er den Schulterblock, der durch sparsames Atmen verstärkt wird, und eine weite Drehbewegung um die Seite des Gegners. Den Körper des Gegners nehmen die Übenden als umgekehrtes Dreieck wahr, dessen Spitze im Schritt liegt, und sie blicken auf die Körpermitte, nicht in die Augen. Chambers, Draeger und Alexander 1970 bezeichnen PD als den am schärfsten rhythmisierten Stil des Pencak Silat und im Grunde als ein System der Hände und Arme. Die Übenden können mit dem Unterarm ebenso stark schlagen wie die Anhänger von Mustika Kwitang, bevorzugen aber die offene Hand und sind für den schnellen Richtungswechsel bekannt. Wikipedia id gibt an, dass die Techniken nach Graden gelernt werden, zum Beispiel Minangkabau-Techniken auf dem Grad Calon Keluarga, Burung Meliwis auf Weiß, Kuntul auf Weiß-Grün, Garuda auf Grün, Harimau auf Grün-Blau, Satria auf Blau-Rot, Pendeta auf Rot und Putri auf Rot-Gelb.

Training

Nach Draeger 1972 dauert das Training gewöhnlich eine Stunde, im ersten Jahr zweimal pro Woche, danach genügt einmal pro Woche. Der Übende soll technische Genauigkeit, Schnelligkeit, Reaktionszeit, Kraft, Geduld und Ruhe entwickeln, in dieser Reihenfolge. Waffen kommen später hinzu, wenn die Fertigkeiten ohne Waffen gemeistert scheinen. Widerstandsübungen werden nicht gemacht, außer nahezu isometrischen, bei denen der Widerstand die Schwerkraft ist. Am spätesten entwickelt sich die innere Kraft, eine geistige Kraft, die Draeger als Kennzeichen eines Meisters bezeichnet. Grundlage jeder Körperbewegung ist das Atmen. Die Schule spricht nach ihm von fünf Zentren der Geistigkeit, die durch die fünf Sterne im Emblem der Organisation symbolisiert werden.

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Der Unterricht verwendet vorgegebene Formen, die japanischen Kata ähneln. Vom kurzen Schwert pedang wird der chinesische gerade zweischneidige Typ verwendet. Zu den besonderen Waffen zählt Draeger auch die Hellebarde und den Boxer. Asrianda, Zulfadli und Wibowo 2022 schreiben, serang hindar finde sich nur im Perisai Diri. Zwei Übende führen es als Paar aus, einer greift an und der andere weicht aus. Die Methode entstand direkt beim Gründer und verweist auf das Motto Pandai silat tanpa cedera. Die Pflichtwaffen sind ihnen zufolge pisau, pedang und toya. Wikipedia id ergänzt, dass man das Messer auf dem Grad Putih, das Schwert auf Hijau und den Stock auf Biru Merah zu lernen beginnt.

Graduierungen und Fortschritt

Das Gradsystem unterscheidet sich je nach Quelle. Depdikbud 1985 beschreibt die PD-Grade auf Bali nach der Farbe der Markierung: Tingkat I weiß, II grün, III blau, IV rot und V goldgelb, jeweils etwa ein Jahr. Nach bestandener Prüfung vor einer Kommission aus dem Zentrum wird das Mitglied als Pendekar geführt. Die Prüfungen finden jährlich auf Antrag einer Zweigstelle statt, geleitet von Prüfern aus dem Zentrum. Auf dem dritten Grad beginnt die Atemübung von vier bis sechs Uhr morgens mit einigen Mantras, auf dem vierten kommen Ethik und geistige Erziehung hinzu. Depdikbud beschreibt auch den Anfang: Der Grundgrad hat weiße Kleidung und weißen Gürtel, nach sechs Monaten folgen eine Prüfung und der Tausch des Gürtels gegen einen roten, nach weiteren sechs Monaten eine Prüfung und der Titel Cakel, calon keluarga, der das Emblem tragen darf. Asrianda, Zulfadli und Wibowo 2022 nennen andere Farben: zwei Grundgrade, dasar 1 mit weißem Gürtel und dasar 2 mit schwarzem, danach den Grad cakel mit rotem Gürtel und den Grad keluarga, den die Farbe des Streifens auf dem Brustabzeichen kennzeichnet. Green 2001 schreibt, PD habe auf Bali ein Gürtelsystem nach dem Vorbild der japanischen Künste übernommen, zum Beispiel des Judo.

Heute

Depdikbud 1985 gibt an, PD habe auf Bali etwa 15 tausend Mitglieder mit den Zweigen Tabanan, Badung und Buleleng gehabt. Die Mitgliedschaft ist frei, am zahlreichsten sind Schüler weiterführender Schulen und Studenten. Als Ziel und Grundsatz nennt der Verband, eine hochwertige indonesische Selbstverteidigung und einen an Leib und Geist gesunden Menschen der Pancasila zu schaffen sowie die indonesische Einheit und die Weltfreundschaft durch das nationale Silat zu entwickeln. Das Hauptziel des Verbands auf Bali ist laut demselben Dokument, dass der Schüler im Wettkampf das bestmögliche Ergebnis erzielt. Draeger 1972 schreibt, PD schreibe sich etwa 75 tausend Mitglieder in ganz Indonesien zu, werde von acht Meisterlehrern geleitet und habe Zweigstellen in Frankreich und Italien. Das ist eine von Draeger vermittelte Schulbehauptung vom Übergang der sechziger zu den siebziger Jahren. Wikipedia id gibt an, Kelatnas Indonesia Perisai Diri sei Mitglied des IPSI und eine von zehn Schulen mit der Bezeichnung Perguruan Historis Pencak Silat, weil sie früh zur Geschichte des IPSI beigetragen habe. Nach derselben Wikipedia hat sie Zweigstellen in fast jeder Provinz und Kommissariate in zehn weiteren Ländern. Das behauptet die Organisation über sich selbst.

Wissenswertes

Draeger 1972 erklärt, dass der Name Perisai Diri self-shield bedeutet, also Schild seiner selbst, und dass er gewöhnlich P.D. genannt wird. Die fünf Sterne im Emblem der Organisation, in einem Fünfeck angeordnet, symbolisieren die fünf Zentren der Geistigkeit. Chambers, Draeger und Alexander danken in ihrem Buch von 1970 den Mitgliedern von Perisai Diri auf Java und auf Bali. Wikipedia id gibt an, dass die internationale Meisterschaft Perisai Diri International Championship erstmals 1991 als Invitasi Internasional in Semarang stattfand und die neunte Ausgabe 2017 in Malang ablief.

Häufige Fragen

Wann und wo entstand Perisai Diri?

Nach Depdikbud 1985 wurde es am 2. Juli 1955 in Surabaya gegründet. Draeger 1972 bestätigt das Jahr 1955 und den Gründer in der Gegend von Surabaya.

Ist Perisai Diri eine chinesische Kampfkunst?

Draeger 1972 bezeichnet PD als Synthese von Pencak-Silat-Stilen, die sich auf einheimische Taktik beschränkt, und bringt chinesische Wurzeln nur mit der Betonung des Fersentritts in Verbindung. Wikipedia id gibt an, der Gründer habe bei dem chinesischen Meister Yap Kie San aus der Linie Siauw Liem Sie gelernt.

Wie steigt man im Perisai Diri auf?

Nach Depdikbud 1985 steigt man auf Bali durch fünf farblich gekennzeichnete Grade auf, jeweils etwa ein Jahr, und nach einer Prüfung vor einer Kommission aus dem Zentrum wird das Mitglied als Pendekar geführt. Asrianda und Mitautoren 2022 nennen andere Gürtelfarben: Weiß, Schwarz und danach Rot.

Was ist serang hindar?

Es ist eine Paarübung, bei der ein Übender angreift und der andere ausweicht. Nach Asrianda und Mitautoren 2022 findet es sich nur im Perisai Diri und entstand direkt beim Gründer.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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