ImpakuImpaku

Traditionelle langsame Wu-Form

Auch bekannt als: 108-form Wu family tai chi, Wu Jianquan long form, Traditional Tai Chi Slow Form – Wu Style

Die langsame Form des Wu-(吳)-Stils mit 108 Positionen, angepasst von Wu Jianquan. Erkennbar am nach vorn geneigten, aber geraden Oberkörper und kleinen kreisförmigen Armbewegungen.

Auf einen Blick

Kampfkünste
Persönlichkeiten
FormtypTaolu
Entstanden1901–1910
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Über die Kata

Die langsame Form des Wu-(吳)-Stils — nicht der Wu-(Hao)-Stil, geschrieben 武 — entstand aus der Yang-Linie. Wu Quanyou (1834–1902), Offiziersanwärter mandschurischer Herkunft, lernte ab 1850 bei Yang Luchan, später bei dessen Sohn Yang Banhou, von dem er laut HK01 die sogenannte kleine Form übernahm. Sein Sohn Wu Jianquan (1870–1942) passte die Form an: Er glättete Fajin, Sprünge und abrupte Tempowechsel, damit die Öffentlichkeit sie leichter lernen konnte. Aus dieser langsamen Form entstand der eigenständige Wu-Stil. Am auffälligsten ist die Haltung: In vielen Positionen neigen sich Oberkörper und Kopf nach vorn, der Rücken bleibt gerade und bildet mit dem gestreckten hinteren Bein eine Linie. Die Stellungen sind höher, die Schritte kürzer als im Yang-Stil, die Füße zeigen parallel nach vorn, die Arme beschreiben kleine Kreise. Wu Gongzao gliederte die Form 1980 in 108 Positionen, vom Taiji qishi bis zum He taiji; der Shanghaier Zweig zählt denselben Ablauf mit 89 Namen. Laut dem australischen Tai Chi College dauert ein Durchlauf etwa 20 Minuten.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
Wu Style Tai Chi108-form Wu family tai chi108—

Urheber und Geschichte

Laut HK01 strich Wu Jianquan aus der väterlichen Form die sich wiederholenden und springenden Bewegungen und stellte ihre weiche, ableitende Seite heraus. 1928 zog er mit seiner Familie von Peking nach Shanghai, wo er 1935 die Jianquan Taijiquan Association gründete. Sein Sohn Wu Gongyi verlegte 1948 den Familiensitz nach Hongkong, während Wu Yinghua mit ihrem Mann Ma Yueliang die Shanghaier Schule weiterführten. Beide Zweige zählen dieselbe Form heute unterschiedlich: die Familienlinie nach Wu Gongzaos Buch mit 108 Positionen, die Shanghaier mit 89 Namen.

Unterschiede zwischen den Stilen

Laut der kanadischen Schule Ji Hong sind Reihenfolge und Namen der Bewegungen dem Yang-Stil sehr nahe; die Wikipedia nennt zudem eine Reiterstellung mit engerer Fußstellung als in modernen Yang- und Chen-Stilen. Die schnelle Form des Wu-Stils behielt Fajin, Sprünge, Angriffe und Stampfschritte, die Wu Jianquan aus der langsamen Form entfernte; Wu Yinghua und Ma Yueliang zeigten sie erstmals öffentlich im Dezember 1982 in Peking. Der mit dem Zeichen 武 geschriebene Wu-(Hao)-Stil ist eine andere Linie mit eigenen Formen zu 81, 49 und 96 Positionen.

Die schwierigste Stelle

Die Schule Ji Hong beschreibt die Körperhaltung mit der Formel „schräg und doch gerade": Der Körper neigt sich vor, der Rücken bleibt aber gerade. Mit jedem Schritt wechselt die Vorlage mit einer Rücklage, wie bei einer Weide im Wind.

Wichtiger Tipp

Halte beim Vorlehnen den Rücken gerade: Oberkörper, Kopf und das gestreckte hintere Bein sollen eine einzige Linie bilden.

Weitere Quellen zum Thema (10)
  1. en.wikipedia.org/wiki/Wu-style_tai_chi
  2. en.wikipedia.org/wiki/Wu_Jianquan
  3. en.wikipedia.org/wiki/108-form_Wu_family_tai_chi
  4. en.wikipedia.org/wiki/Wu-style_tai_chi_fast_form
  5. en.wikipedia.org/wiki/List_of_tai_chi_forms
  6. taichi.ca/2019/04/what-is-wu-style-tai-chi
  7. taichicollege.com.au/taichislow
  8. wustyle-europe.com/wu-style-history
  9. taichibasics.com/wp-content/uploads/2021/11/Wu-Style-Tai-Chi-108-Forms-PD…
  10. hk01.com/武備志/263131/名家-吳式太極拳-吳鑑泉