Traditionelle langsame Wu-Form
吳氏太極拳
Die Form des zweitverbreitetsten Familienstils. Kennzeichen sind der geneigte Rumpf und die enge, sparsame Armführung.
Auf einen Blick
Über diese Form
Der Wu-Stil geht aus der Yang-Linie hervor — sein Begründer Wu Quanyou war Schüler Yang Luchans und dessen Sohnes —, wich aber bald so weit ab, dass er als eigene Familie zählt. Die heute bekannte Gestalt gab der Form Wu Jianquan (1870–1942). Der auffälligste Unterschied ist die Rumpfhaltung. Wo der Yang-Stil auf senkrechter Wirbelsäule besteht, neigt sich der Körper hier in vielen Bewegungen so nach vorn, dass Kopf, Wirbelsäule und hinteres Bein eine Linie bilden. Das ist weder Einsacken noch Verbeugen, sondern bewusstes Verlängern der Reichweite bei erhaltener Struktur. Der zweite Unterschied ist die Armarbeit: kleinere Bewegungen, näher am Körper und in engeren Bögen als im Yang-Stil, woraus Sparsamkeit und Geschlossenheit entstehen. Die Schritte sind kürzer. Ein Durchgang dauert etwa fünfundzwanzig Minuten. Die Zahl der Bewegungen unterscheidet sich je nach Linie; Impaku nennt keine.
