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Happoren

八歩連 · Happoren

Wörtlich: „acht verbundene Schritte“

Auch bekannt als: Papuren, Pappuren, Papurien, Paipuren

Form des weißen Kranichs, die Go Kenki nach Okinawa brachte. Im Shito-ryu übt man heute als Happoren oder Papuren zwei verschiedene Versionen, eine alte und eine Wettkampfversion.

Auf einen Blick

Kampfkünste
Persönlichkeiten
FormtypKata

Über die Kata

Der Name 八歩連 wird im Karate als Happoren, Papuren oder Pappuren gelesen. Laut Dimitris Petrakis von der Shito-ryu Shukokai Union handelt es sich um Ausspracheformen eines Namens, nicht um verschiedene Katas; die Zeichen bedeuten „acht verbundene Schritte". Die Kata stammt aus dem chinesischen Boxen des weißen Kranichs; den Okinawanern brachte sie Go Kenki (Wu Xiangui), ein Teehändler aus Fuzhou, bei. Shitokai zählt sie zu drei Katas der Kranich-Linie nach Go Kenki, neben Hakucho und Nipaipo. Unter demselben Namen wird heute auch eine andere Kata geübt. Laut Petrakis machte sie 2007 im WKF-Wettkampf die japanische Wettkämpferin Hiromi Inagaki berühmt, die sie von Tadashi Hashimoto lernte; Petrakis zählte darin mindestens 38 Bewegungen. Die ältere Linie wurde laut Tsutomu Kamohara von Tani Chojiro weitergegeben, der sie wohl von Miyagi Chojun und Kenwa Mabuni übernahm. Die traditionelle Überlieferung wechselt laut karatephilosophy.com Anspannung mit Entspannung ab und hat viele langsame Techniken mit abgestimmter Atmung, die Wettkampfversion ist dagegen schnell und explosiv. Die Anzahl der Bewegungen unterscheidet sich je nach Version; karatephilosophy.com nennt 64. Auf der offiziellen WUKF-Katliste von 2024 ist Papuren eine Tokui-Kata für Shito-ryu wie für Shukokai.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
Shito-ryuPapuren——

Bedeutung des Namens

Das Zeichen 八 bedeutet acht und wird im Japanischen hachi gelesen. Die chinesische Lesung ba bu lien überträgt Petrakis ins Japanische als Pa-pu-rien; da pa und ha im Katakana mit demselben Zeichen geschrieben werden und sich nur durch einen kleinen Kreis (Handakuten) unterscheiden, entstand neben Papuren auch der Name Happoren (パープーレン, ハーポーレン). Petrakis zählt die Kata zu jenen, die die Schrittzahl im Namen tragen, wie Gojushiho (54) oder Nijushiho (24), und schreibt, die ursprüngliche Form habe tatsächlich acht Schritte. Karatephilosophy.com fügt hinzu, die ursprüngliche Version könnte acht Schritte gehabt haben, die heutige sei viel länger. Die Shito-ryu Shukokai Union schreibt die chinesische Form 八步連, japanische Artikel auf bunka-bujutsu.com 八歩連.

Urheber und Geschichte

Go Kenki wurde laut karatebyjesse.com am 20. Januar 1886 in Fuzhou geboren, kam 1912 nach Okinawa und starb 1940. In seiner Freizeit unterrichtete er in seinem Teeladen eine Handvoll ortsansässiger Meister, darunter Mabuni, Miyagi, Kyoda und Matayoshi; Happoren wird dort als fortgeschrittenere Form des heutigen Sanchin bezeichnet. Laut karateyalgomas.com lernte Kenwa Mabuni die Kata direkt von Go Kenki zusammen mit Nipaipo und Haffa und passte die Techniken für Shito-ryu an und vereinfachte sie. Die Shukokai-Linie führt laut Tsutomu Kamohara von Tani Chojiro zu Haruyoshi Yamada. Im Shitokai wurde Papuren laut dem japanischen Blog bunka-bujutsu.com um 2010 formell eingeführt, zusammen mit den Katas Ananku und Matsumura Seisan, und verbreitete sich rasch. Der Autor des Blogs vermutet, diese Form hänge nicht mit Go Kenkis Version zusammen, und erwähnt eine zweite, gleichzeitig eingeführte Version, die offenbar von Mabuni zu Tani gelangte.

Unterschiede zwischen den Stilen

Der Autor von bunka-bujutsu.com vergleicht das Shito-ryu mit dem Fuzhou-Boxstil ming he quan (schreiender Kranich): Der Embusen ist ähnlich, die Unterschiede sind aber groß – in den ersten drei Schritten streckt ming he quan langsam die Finger beider Hände, während Shito-ryu an dieser Stelle einen Schlag mit dem Handballen einer Hand ausführt. Laut demselben Autor handelt es sich um eine Form des Fuzhou-Kranichboxens, die der Yongchun-weiße-Kranich nicht kennt. Shukokai übt die Kata in zwei Richtungen, nach Süden und nach Norden, und Petrakis schreibt diese Anpassung wohl Yamada zu. Pappuren wird auch in manchen Shotokan-Schulen gelehrt, etwa bei Kosaku Yokota, der das Asai-Shotokan verbreitet. Petrakis weist darauf hin, dass die chinesischen Versionen, Patrick McCarthys Version von 1988 und die Shukokai-Version recht unterschiedlich aussehen.

Wettkampfeinstufung

  • Sportkarate (WKF) — Offizielle Kata-Liste · gültig ab 1.1.2026 ↗
  • WUKF (Weltunion der Karate-Do-Verbände) – Shito-ryu — Tokui (frei gewählt) · gültig ab 26.4.2024 ↗
Weitere Quellen zum Thema (9)
  1. shukokai-world.net/pappuren-kata
  2. karatephilosophy.com/a-complete-list-of-shito-ryu-kata-with-videos-p-3
  3. karatebyjesse.com/go-kenki-the-undercover-kung-fu-pioneer-of-okinawan-karate
  4. shitokai.com/about/technique
  5. karateyalgomas.com/2016/01/28/papuren-八-步-連-kata
  6. bunka-bujutsu.com/papuren1
  7. bunka-bujutsu.com/papuren2
  8. webhiden.jp/gallery/202208
  9. wukf-karate.org/wp-content/uploads/2024/05/OFFICIAL-WUKF-KATA-LIST-07-AP…