Chen Laojia Yilu (Alter Rahmen, erste Form)
陳氏太極拳老架一路
Die Grundform des Chen-Taijiquan und die erste, die ein Übender lernt. Sie wechselt lange langsame Abschnitte mit plötzlichen Fajin-Entladungen und enthält Stampfer und Sprünge.
Auf einen Blick
💡 Wichtiger Tipp
Fajin lässt sich nicht willentlich beschleunigen — es entsteht aus Lösen, nicht aus Spannung. Wer mit Kraft hineindrückt, bekommt einen Ruck.
Über diese Form
Der Name ist beschreibend: Laojia heisst alter Rahmen, Yilu erste Form. Sie wird in der Chen-Linie von allen geübt und zeigt zugleich am deutlichsten, worin sich der Chen-Stil von den übrigen unterscheidet. Die Yang-Form ist von Anfang bis Ende gleich langsam; hier wechselt das Tempo. Lange fliessende Abschnitte mit spiraligem Winden des Körpers werden von plötzlichen Entladungen namens Fajin unterbrochen — die Bewegung entlädt sich in einem Augenblick in Schlag, Stampfer oder Wurf. Die Form hat rund 74 Bewegungen, ein Durchgang dauert etwa dreizehn Minuten. Sie enthält Elemente, die den anderen Familienstilen ganz fehlen: Stampfen mit beiden Füssen, einen Sprung mit Drehung und mehrere tiefe Lagen mit dem Knie fast am Boden. Darum ist sie körperlich die anspruchsvollste aller traditionellen Taiji-Formen. Gestalt gab ihr die Familie Chen in Chenjiagou; im 20. Jahrhundert machte Chen Fake sie in Peking bekannt.
