Irisches Bare-Knuckle-Boxen
Irischer Faustkampf ohne Handschuhe: irische Faustkämpfer des britischen prize ring im 19. Jahrhundert wie Dan Donnelly und der bis heute lebendige fair fight der irischen Traveller.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Irisches Bare-Knuckle-Boxen
Einen Begründer oder einen Anfang des irischen Boxens ohne Handschuhe haben wir in den Quellen nicht gefunden. In den Quellen erscheint es in zwei Gestalten. Die erste sind die irischen Faustkämpfer des neunzehnten Jahrhunderts, die laut Dictionary of Irish Biography in Irland und in England gegen englische Champions kämpften. Ein eigenes irisches Regelwerk haben wir nicht gefunden. Dan Donnelly besiegte laut diesem Lexikon am 13. November 1815 auf der Ebene Curragh den Engländer George Cooper. Der Ort wurde später in Donnelly's Hollow umbenannt, und 1888 wurde dort ein Obelisk errichtet, in den allerdings das Datum 15. Dezember 1815 eingemeißelt ist. Das Lexikon bezeichnet Donnelly als die erste irische Sportberühmtheit.
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Die zweite Gestalt ist der fair fight der irischen Traveller. Die begutachtete Studie von King und O'Riordan aus dem Jahr 2019 beschreibt ihn als Tradition, die bis in die Gegenwart fortbesteht und deren Regeln durch kulturelle Normen durchgesetzt werden. Die Kämpfe leitet ihr zufolge ein Schiedsrichter, verboten sind Schläge unter die Gürtellinie und Tritte, und ein Biss bedeutet in der Regel die sofortige Niederlage. Boxen ohne Handschuhe ist in Irland laut der Studie illegal, wird aber selten verfolgt. Eine eigene irische Technik des Faustkampfs haben wir in verlässlichen Quellen nicht gefunden. Das Irische kennt für Boxen den Ausdruck dornálaíocht und für Ringen coraíocht. Laut der Olympic Federation of Ireland ist Boxen die erfolgreichste irische olympische Sportart mit neunzehn Medaillen.
Geschichte
Dan Donnelly wurde laut Dictionary of Irish Biography 1788 in der Townsend Street in Dublin geboren. Zum ersten Mal kämpfte er am 14. September 1814 auf dem Curragh in einem natürlichen Amphitheater, das damals Belcher's Hollow hieß, gegen den Engländer Tom Hall, und der Ausgang blieb umstritten. Cooper besiegte er laut dem Wörterbuch am 13. November 1815, laut RTÉ in der elften Runde und um eine Börse von sechzig Pfund. History Ireland nennt den 13. Dezember und The Irish Times zitiert die Inschrift auf dem Obelisken mit dem 15. Dezember, das Datum weicht in den Quellen also voneinander ab. Den Veteranen Tom Oliver besiegte Donnelly am 21. Juli 1819 in Crawley Downs, laut RTÉ vor etwa zehntausend Zuschauern in zweiunddreißig Runden. Er starb am 18. Februar 1820 in seinem Gasthaus in der Pill Lane und wurde auf dem Friedhof Bully's Acre in Kilmainham beigesetzt.
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Ein weiterer irischer Faustkämpfer war laut demselben Wörterbuch Jack Langan (1798 bis 1846) aus Clondalkin. Gegen Tom Spring trat er am 7. Januar 1824 in Worcester vor etwa dreißigtausend Zuschauern an, und der Kampf dauerte fast zweieinhalb Stunden und siebenundsiebzig Runden. Im Rückkampf bei Chichester brach der Ringrichter den Kampf in der sechsundsiebzigsten Runde ab und erklärte Spring zum Sieger. Die Regeln des prize ring schrieb laut Green Jack Broughton 1741 nieder. Einen am Boden Liegenden durfte man nicht schlagen, und dieser hatte dreißig Sekunden Zeit, um aufzustehen. Sie galten bis 1838, als sie von den London Prize Ring Rules abgelöst wurden, und auch deren spätere Änderungen begrenzten weder die Zahl noch die Dauer der Runden.
Was es unterscheidet
Donnelly und Langan kämpften laut Dictionary of Irish Biography gegen englische Champions sowohl in Irland als auch in England. Ein eigenständiges irisches Regelwerk haben wir nicht gefunden. Eigenständig belegt ist nur das moderne fair fight der Traveller. Von Amateurboxen unterscheidet es sich laut King und O'Riordan auch dadurch, dass Treffer mit dem Handballen im Boxen mit Handschuhen nicht zählen würden. Auf Irisch heißt Faustkampf dornálaíocht und Ringen coraíocht. Den Ausdruck speachóireacht für Treten haben wir im Wörterbuch Ó Dónaill nicht gefunden, es kennt nur speach, den Tritt eines Tieres. Green zufolge bezeichnete boiscín sowohl den Kampf mit den Händen als auch das Fechten mit dem Stock. Das irische Ringen collar-and-elbow erhielt seinen Namen laut Green von der Ausgangshaltung, und die Anfangsgriffe sollten vor Tritten, Schlägen und Stößen schützen.
Technik
Frühe Kämpfe mit bloßen Fäusten erlaubten laut Green Ringen, Würgen, Würfe, Gouging und Purring, also Stampfen auf den Gegner mit Nagelstiefeln. Broughton war für eine Rückzugsverteidigung bekannt, bei der er deckte und zurückwich, um den Angreifer nach vorn zu locken. Eine spezifisch irische Technik des Faustkampfs haben wir in verlässlichen Quellen nicht gefunden. The Irish Times schreibt, Donnelly sei nicht als Techniker angesehen worden und seine Hauptstärke sei die Kraft gewesen. Das Dictionary of Irish Biography sagt dasselbe über Langan, der weder ein stilvoller noch ein wissenschaftlicher Boxer gewesen sei und sich auf Kraft, Ausdauer und Entschlossenheit verlassen habe. Bei heutigen Kämpfen der Traveller weisen King und O'Riordan darauf hin, dass trotz des Namens nur selten völlig mit bloßen Händen gekämpft wird. Erfahrene Kämpfer schlagen oft mit dem Handballen oder der Handkante, die weniger zerbrechliche Knochen haben, und solche Treffer würden beim Handschuhboxen nicht zählen.
Wettkampf
Eine Studie von King und O'Riordan von 2019 wertete zehn Videos echter Kämpfe irischer Traveller aus. Alle wurden von einem Schiedsrichter geleitet, der laut den Gutachtern in neunzig Prozent der Fälle Regelverstöße verhinderte, und bei Verstößen griff auch das Publikum ein. Die Kämpfer hatten in 84 Prozent der Kämpfe umwickelte Hände, 67 Prozent der Kämpfe endeten mit einem Handschlag, und mehr als der Hälfte ging eine Aufforderung zur Verteidigung der Ehre voraus. Regelverstöße gelten laut der Studie als verabscheuungswürdig, und ein Biss oder ein Tritt in den Schritt bedeutet in der Regel die sofortige Niederlage. Laut den Autoren finden die Kämpfe ausschließlich zwischen Männern statt, die Kämpfer können öfter aufgeben und werden aus der Umklammerung getrennt. Sportliche Kämpfe mit bloßen Fäusten finden laut der regionalen Presse auch in Nordirland statt. Lisburn Today berichtete über den Titel der Irish Fight Championships bei einer Veranstaltung in Newry, die es als den ersten legalen Galaabend im Bare-Knuckle-Boxen in Irland bezeichnete, mit drei Runden zu zwei Minuten und fünf in Titelkämpfen.
Heute
Für die Traveller ist das Boxen mit bloßen Fäusten laut King und O'Riordan eine bedeutende und geachtete Tradition, die bis heute fortbesteht. Sie berufen sich auf Dillon (2013), demzufolge die Männer der Traveller damit Streitigkeiten lösen, mit der nötigen Förmlichkeit und einer Struktur von Regeln. Eine Pilotstudie stützt laut den Autoren die Theorien über prosoziale hierarchische Funktionen von Kämpfen innerhalb der Gruppe gut. Das Boxen mit bloßen Fäusten ist in Irland illegal, wenn es auch selten verfolgt wird. Das sportliche Boxen hat Irland laut der Olympischen Föderation Irlands neunzehn olympische Medaillen eingebracht, davon vier goldene, und ist die erfolgreichste irische Olympiasportart. Die erste Medaille gewann John McNally mit Silber in Helsinki 1952, Gold folgte durch Michael Carruth in Barcelona 1992, Katie Taylor in London 2012 sowie Kellie Harrington in Tokio 2020 und in Paris 2024. Conor McGregor wurde laut ESPN 2024 Miteigentümer der Promotionsorganisation Bare Knuckle Fighting Championship.
Wissenswertes
Im Pub The Hideout in Kilcullen war laut Dictionary of Irish Biography ab 1953 vier Jahrzehnte lang ein mumifizierter Arm ausgestellt, der angeblich von Donnellys Körper abgetrennt worden war. Die Spuren in Donnelly's Hollow soll laut History Ireland die Menge nach dem Kampf gegen Cooper ausgehoben haben, und sie sind bis heute zu sehen. Donnelly ließ sich laut The Irish Times als Sir Dan titulieren, obwohl laut der Zeitung nichts belegt, dass ihn der Prinzregent zum Ritter schlug. Blackwood's Magazine widmete ihm ein Epitaph, wonach ihn der Punsch, nicht die Faust, bezwang und er als ungeschlagener Faustkämpfer starb. Jack B. Yeats ließ sich von Donnellys Kampf gegen Cooper zu zwei Gemälden und einer Zeichnung inspirieren. Die Ballade von Donnelly und Cooper erzählt, wie der gefallene Donnelly während des Kampfes von Miss Kelly, der Schwester seines Managers, wiederbelebt wurde. Laut Green brachten irische Einwanderer 1842 das Ringen collar-and-elbow nach Neuengland, mit dem sie oft Streitigkeiten lösten.
Häufige Fragen
Wer war Dan Donnelly?
Ein Dubliner Faustkämpfer (1788 bis 1820), den das Dictionary of Irish Biography als erste irische Sportberühmtheit bezeichnet. 1815 besiegte er auf dem Curragh den Engländer George Cooper.
Ist Boxen ohne Handschuhe in Irland legal?
Laut der Studie von King und O'Riordan (2019) ist es in Irland illegal, auch wenn es selten verfolgt wird. Die Regionalpresse berichtet über Galaabende in Nordirland.
Was ist fair fight?
Ein Faustkampf, mit dem laut King und O'Riordan irische Traveller-Männer Streit klären. Es gelten ungeschriebene Regeln, ein Schiedsrichter und Zeugen, verboten sind Tiefschläge und Tritte.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.