Warum künstliche Materialien altern
Kunststoffe, Gummi und Schäume altern vor allem durch Hitze, Licht und Sauerstoff. Laut dem Canadian Conservation Institute verdoppelt sich die Zerfallsgeschwindigkeit etwa mit jedem zusätzlichen 5 °C; empfindliche Kunststoffe werden über 45 °C geschädigt, und manche verformen sich unter Last schon bei gewöhnlicher Raumtemperatur langsam. Ultraviolette Strahlung zerstört Naturkautschuk, Polyurethanschaum und Polyolefine, zu denen Polypropylen und Polyethylen zählen, am schnellsten. Gummi wird mit dem Alter hart, brüchig und klebrig; Polyurethanschaum bröckelt und zerfällt; aus manchen harten Kunststoffen treten allmählich Weichmacher aus, sodass die Oberfläche klebt, das Material spröde wird und sich verzieht. Schwankende Luftfeuchtigkeit führt zu Versprödung, Spannungen und Rissen. Die Latexhaut von Schaumstoffwaffen schädigen laut Verkäufern Feuchtigkeit, Sonne, Hitze und Frost, Öle, Lösungsmittel, Fett sowie längerer Kontakt mit Metallen, manchen Kunststoffen oder Leder. Aluminium schützt eine dünne, stabile Oxidschicht, die aber Chloride aus Kochsalz rasch angreifen; es entsteht weiße Pulverkorrosion und, zusammen mit Schmutz und Wasser, auch kleine Grübchen.
Nach jedem Training
Wischen Sie Schweiß und Schmutz mit einem feuchten Tuch ab und lassen Sie die Waffe vollständig trocknen, sonst droht Schimmel. Bei Aluminium ist das Abwischen wegen der Salze aus dem Schweiß wichtig. Stoffbezüge von Schaumstoffwaffen lassen sich laut Hersteller nach Regen und Matsch in der Waschmaschine kalt waschen und locker an der Luft trocknen; ein zulässiger Bezug wird nach dem Trocknen einfach wieder über den Schaumstoff gezogen.
Reinigung und Desinfektion: Quellen widersprechen sich
Konservatoren, die Sammlungsstücke pflegen, lassen nur trockenes Bürsten, vorsichtiges Absaugen und Abwischen mit einem feuchten, nicht nassen Tuch zu. Sie verbieten ausdrücklich Lösungsmittel, Bleiche, Tenside, Wachse und Einweichen, weil manche Kunststoffe in Wasser aufquellen; darunter nennen sie Polyamid, also Nylon, aus dem Fechtsimulatoren oft bestehen. Verkäufer und Hersteller von Trainingswaffen sind großzügiger und uneins untereinander. Einer empfiehlt lauwarmes Wasser mit milder Seife und gründliches Trocknen, ein anderer zur Tiefenreinigung von Schaumstoffschwertern ein Einweichen von 10 bis 15 Minuten in warmem Wasser mit milder Seife, eine weiche Bürste, Abspülen und vollständiges Trocknen. Ein dritter lehnt Seife und andere Reinigungsmittel bei Latexwaffen ganz ab und empfiehlt nur ein feuchtes Tuch, Silikonspray oder Talkum. Einig sind sich alle in einem: keine aggressive Chemie, keine Lösungsmittel oder Verdünner. Ein Desinfektionsverfahren, das eigens für Schaumstoff oder Latex geprüft wäre, fanden wir in den Quellen nicht.
Latexwaffen: Silikon und Reparaturen
Latexwaffen werden mit einem Silikonspray behandelt, das weder Öl noch Lösungsmittel enthalten darf; es hält das Material flexibel und reinigt es zugleich. Ein Verkäufer nennt ein Intervall von zwei bis drei Monaten und ergänzt ein Spray mit UV-Schutz, ein Hersteller gummierter Waffen rät, die Oberfläche alle paar Monate mit einem Pflegemittel zu behandeln, damit sie nicht austrocknet. Kleine Risse in der Oberfläche reparieren Sie mit Flüssiggummi oder Theaterlatex, kleine Kerben im Schaumstoff mit Kleber für Schaumstoff. Verwenden Sie für Reparaturen nur Materialien, die für diese Waffen bestimmt sind.
Kontrolle vor dem Training und wann eine Waffe aussortiert wird
Hersteller und Verkäufer sind sich in einer Regel einig: Mit einer Waffe mit freiliegendem Kern wird nicht gekämpft. Wenn Sie durch den Schaumstoff einen Kern aus Glasfaser oder Holz fühlen, hören Sie auf, die Waffe zu benutzen. Suchen Sie vor jedem Gebrauch nach Rissen, schwachen und ausgedünnten Stellen, Schnitten, Einrissen, gelösten Nähten, beschädigter Oberfläche, scharfen Kanten, Versprödung und unerwartetem Durchbiegen. Sortieren Sie beschädigte Schaumstoffpfeile sofort aus, da Verletzungsgefahr droht. Die Spitze ist die am stärksten belastete Stelle und verdient die sorgfältigste Kontrolle. Bei harten Kunststoffen und Gummi sind Klebrigkeit, Farbveränderung, Verformung, ein Netz feiner Risse und Versprödung Warnzeichen; sind sie erst sichtbar, schreitet der Zerfall laut Konservatoren rasch und unumkehrbar fort. Bei Aluminium achten Sie auf weißen Pulverbelag und Grübchen.
Verformung durch Hitze
Der häufigste Schaden entsteht durch ein aufgeheiztes Auto: Ein Hersteller von Schaumstoffwaffen warnt, dass sommerliche Hitze im geparkten Fahrzeug Klebstoffe angreift, und Konservatoren geben an, dass empfindliche Kunststoffe über 45 °C geschädigt werden. Ein Verkäufer von Latexwaffen nennt 15 bis 25 °C als idealen Bereich und erinnert daran, dass Frost das Material spröde macht; biegen Sie Kunststoffe deshalb nicht, wenn sie durchgekühlt sind. Weil sich Kunststoff unter dauerhafter Last langsam verformt, stapeln Sie Waffen nie, stellen Sie sie nicht auf die Spitze und legen Sie nichts Schweres darauf. Konservatoren empfehlen eine feste, gepolsterte Stütze von unten.
Lagerung und Transport
Lagern Sie trocken, dunkel oder vor Sonne geschützt, wegen Schimmels unter 65 % relativer Luftfeuchtigkeit und fern von Heizkörpern und Heizungsrohren. Bewahren Sie Schaumstoffwaffen flach oder senkrecht auf dem Griff stehend auf, nie auf der Spitze. Ein Verkäufer von Latexwaffen empfiehlt atmungsaktive Jutesäcke und warnt vor Benzindämpfen, Fett und längerem Kontakt mit Metall, Leder und anderen Kunststoffen. Konservatoren raten davon ab, manche Kunststoffe in luftdichte Beutel zu packen und verschiedene Kunststoffarten zusammen zu lagern. Gummi setzt Schwefelgase frei, die Metallen schaden, lagern Sie deshalb Gummi-Trainingsmesser nicht im selben Etui wie solche aus Stahl oder Aluminium. Nutzen Sie für Transporte gepolsterte Hüllen oder Röhren.
Häufige Fehler
Eine im Auto vergessene Waffe; Lagerung auf der Spitze oder unter anderen Waffen; Öl- oder Lösungsmittelspray auf Latex; Einweichen von Nylonsimulatoren; Kämpfen mit einer Waffe, bei der man den Kern fühlt; eine feuchte Waffe in einem luftdichten Beutel verschlossen.
Worauf sich das bezieht
Auf Schaumstoff- und Latexschwerter, Äxte, Schilde und Pfeile, Schaumstoff-Nunchaku und -Stöcke, Kunststoff- und Nylon-Fechtsimulatoren, Polypropylen-Bokken und -Messer, Gummi-Trainingsmesser sowie Aluminium-Trainingsmesser und -Tantō.