Nifo oti
Auch bekannt als: nifoʻoti
Samoanische Kriegskeule mit gezähntem Rand aus Haifischzähnen, aus deren Vorführung ailao der heutige Feuermessertanz siva afi hervorging.
Auf einen Blick
Über die Waffe
Nifo oti ist eine traditionelle samoanische Kriegskeule mit gezähntem Rand. Die Ausbildung der toa-Krieger im Nahkampf mit dieser Waffe entwickelte sich der Quelle zufolge zwischen 900 und 1200 n. Chr. Die verbreitete Übersetzung „Zahn des Todes“ ist der Quelle zufolge falsch; der Name geht wohl auf die Ähnlichkeit des Hakens der Waffe mit dem gebogenen Horn (nifo) einer Ziege (ʻoti) zurück. In die hölzerne Keule wurden Zähne von Haien, Sägefischen, Schwertfischen und anderen Meerestieren eingesetzt. Der charakteristische Metallhaken kam erst später hinzu: europäische und amerikanische Walfänger und Händler brachten langgriffige Messer für Walspeck und Hakenmesser für Zuckerrohr nach Samoa, und die Samoaner übertrugen deren Haken auf die hölzerne nifo oti. Aus dem Kampf entstand ailao, eine prunkvolle Zurschaustellung der Fertigkeit eines Kriegers, bei der die Keule gedreht, geworfen, gefangen und mit ihr getanzt wurde. Ailao führten auch Frauen vor, vor allem Töchter hoher Häuptlinge, an der Spitze zeremonieller Umzüge. Die Quelle schildert auch einen Zusammenstoß mit Tongaern, bei dem samoanische Krieger beide Enden der Waffe mit trockener Palmfaser umwickelten und anzündeten. Aus ailao entstand der heutige Feuermessertanz siva afi; Tänzer auf Amerikanisch-Samoa verwenden Messer aus Macheten, für jüngere Tänzer oft stumpf gemacht.