Macuahuitl
Wörtlich: Hand-Holz
Mesoamerikanisches Holzschwert mit seitlich eingesetzten Obsidiansplittern, deren Schärfe Stahlrasiermesser übertraf; am bekanntesten aus den Händen der Azteken.
Auf einen Blick
Über die Waffe
Macuahuitl, wörtlich „Hand-Holz“ im Nahuatl, war ein mesoamerikanisches Holzschwert mit einer Schneide aus Obsidian. Am bekanntesten ist es aus den Händen der Azteken, verwendet wurde es aber auch von den Olmeken, den Maya, den Mixteken, den Tolteken und den Tarasken. Belegt ist es seit dem 1. Jahrtausend n. Chr., Darstellungen deuten jedoch auf einen noch älteren, präklassischen Ursprung hin. Es wurde auch von den indianischen Verbündeten der Spanier übernommen, die allerdings europäische Stahlschwerter bevorzugten. In die Seiten der hölzernen Klinge wurden etwa 3 cm lange Obsidiansplitter eingesetzt, mit natürlichem Bitumen verklebt, mal mit Lücken, mal in einer durchgehenden Reihe. Obsidian ergibt eine Schneide, die schärfer ist als hochwertige Stahlrasiermesser. Laut dem Eroberer Bernal Díaz del Castillo maß die Waffe 0,91 bis 1,22 m und war 75 mm breit. Es gab einhändige und zweihändige Ausführungen, die zweihändige angeblich mannshoch; das kleinere mācuāhuitzōctli maß etwa 50 cm und hatte nur vier Klingen auf jeder Seite. Laut dem Anthropologen John Whittaker eröffneten die Azteken eine Schlacht mit Wurfpfeilen aus dem Atlatl und gingen erst danach zum Nahkampf mit dem Macuahuitl über. Spanische Berichte schildern verheerende Treffer: Ein indianischer Krieger soll einem Pferd den Leib bis zu den Eingeweiden aufgeschlitzt haben, worauf es auf der Stelle tot niederfiel.
Verwandte Waffen
- Zusammen geführt mit: Atlatl