Jūmonji yari
十文字槍 · jūmonji yari
Wörtlich: kreuzförmiger Speer
Auch bekannt als: magari yari
Ein japanischer Speer mit kreuzförmiger Spitze, deren Seitenklingen beidseits der Spitze abzweigen; die charakteristische Waffe der Hōzōin-ryū-Schule des Kōfuku-ji-Tempels in Nara.
Auf einen Blick
JapanÜber die Waffe
Jūmonji yari (十文字槍, „kreuzförmiger Speer“), auch magari yari genannt, ist ein japanischer Speer mit kreuzförmiger Spitze. Japanische Quellen zählen ihn zu den kama yari, Speeren mit sichelförmiger Querklinge, und schreiben seine systematische Ausformung Hōzōin Insai zu, einem buddhistischen Mönch des Kōfuku-ji-Tempels in Nara. Beidseits der Spitze zweigen gleich lange, nach oben gebogene Seitenklingen ab, sodass die Spitze einem Dreizack ähnelt. Sichelspeere hatten meist einen kürzeren Schaft als gewöhnliche Yari, damit sich damit im Nahkampf und beim Beinfegen arbeiten ließ. Die kreuzförmige Spitze erweiterte den Stoßspeer um Hieb, Beinfegen, Reißen und Streifen. Die Hōzōin-ryū-Schule fasst das im Motto zusammen: „Stoße wie mit dem Speer, fege wie mit der Naginata, ziehe wie mit der Sichel.“ Insai lernte Schwertkunst bei Kamiizumi Ise no Kami zusammen mit Yagyū Tajima no Kami und Speerkampf beim Meister Daizen Moritada. Seine Kunst übernahm Nakamura Naomasa und nach ihm Takada Matabei Yoshitsugu, Gründer des Zweigs Takada-ha. Gegen Ende der Sengoku-Zeit wurden Sichelspeere zum Zeichen des Daimyo-Rangs; berühmt war der große Kreuzspeer von Mori Nagayoshi. Die Hōzōin-ryū wird laut der Schule seit über 460 Jahren in Kata weitergegeben. 2020 übten etwa hundert Schüler in Nara, Nagoya, Tokio und im deutschen Hamburg, und seit 2017 nimmt die Schule auch Frauen auf.
Teile der Waffe
- Spitze
- Klinge — 鎌
- Schaft
Verwandte Waffen
- Variante von: Yari